Kein Sommer ohne Sommertheater: Die Highlights 2026
Kitzeln die ersten Sonnenstrahlen im Gesicht, kann man sich darauf verlassen, dass überall in Österreich gerade Bühnenbilder für Theaterfestivals und Sommertheaterbühnen entstehen. Unsere Liste mit Empfehlungen finden Sie hier.
Niederösterreich
Was bedeutet Freundschaft? Auf wen kann man sich verlassen? Wem vertrauen? Und hat man heutzutage als gutgläubiger, optimistischer, ja fast schon naiv denkender Mensch überhaupt noch eine Chance? Auf die Probe gestellte Freundschaft, Verrat, Intrigen und Betrug stehen im Zentrum der Nestroy-Komödie „Mein Freund“. Von 27. Juni bis 1. August.
2022 hat Maria Happel, eine der renommiertesten deutschsprachigen Schauspielerinnen, die Künstlerische Leitung der Festspiele Reichenau übernommen. In ihrer Programmauswahl zeigt sich eine stimmige Verbindung von regionaler Anbindung und zeitgemäßen Theaterinhalten. Mit einer Neuinterpretation des Operetten-Klassikers „Die Fledermaus“ wurde die diesjährige Jubiläumsausgabe eröffnet. Von 1. Juli bis 2. August.
Erneut lädt Intendant Alexander Paul Kubelka zu einem spartenübergreifenden Erlebnis: Inspiriert von Charles de Costers legendärem Roman, verbinden sich in „Till Eulenspiegel“ Spiel, Musik und poetische Bilder zu einem eindrücklichen Abenteuer. Unbequem und unbeugsam entwickelt sich der jugendliche Schelm ebenso zu einem Freiheitshelden wie verständnisvollen Freund. In der Titelrolle ist Fabian Krüger zu erleben. Von 2. Juli bis 2. August.
In Neil Simons „Gerüchte, Gerüchte ...“ bewegt sich das Personal auf sehr glattem gesellschaftlichem Parkett: Das Bürgermeisterpaar Myra und Charlie Brooks hat Freunde zu seinem zehnten Hochzeitstag eingeladen. Nacheinander treffen die Gäste ein. Doch weder Myra noch Charlie können sie begrüßen. Myra ist spurlos verschwunden, Charlie hat sich angeschossen. Um ihren Ruf zu wahren, verstricken sich ihre Freund*innen immer stärker in Lügenkonstrukten. Ali Jagsch führt Regie. Von 16. Juli bis 16. August.
Während in Orwells „1984“ im Ministerium der Wahrheit Geschichte umgeschrieben wird, löst der Titel aktuell unterschiedlichste Assoziationen aus. In Jérôme Junods Bearbeitung für die Sommerspiele Melk geht es um fake news und autoritäre Systeme wie auch um Menschlichkeit und Widerstand. Einerseits um „Big Brother is Watching You“, andererseits um den Drang nach Selbstbestimmung und Intimität. Die Protagonistinnen und Protagonisten des Stücks stellen sich dieser Herausforderung – angetrieben von der Sehnsucht nach Freiheit und Würde. Bis 1. August.
In Molières berühmter Komödie „Der Geizige“ begegnen wir Harpagon, einem narzisstischen Knauser, der sein im Garten vergrabenes Geld beinahe erotisch verehrt. Liebe ist für ihn nur ein Geschäft, Mitmenschlichkeit nicht einmal ansatzweise erkennbar. Er terrorisiert seine Familie und will die Heiratspläne seiner Kinder zu seinem Vorteil nutzen. Nach „Die eingebildete Kranke“ inszeniert Leander Haußmann wieder ein Stück von Molière in Haag. Bis 8. August.
Hin & Weg Theaterfestival
„Ein wildes, wohldurchdachtes Programm im theatralen Zukunftslabor Litschau“ erwartet, so Gründer Zeno Stanek, auch heuer wieder alle Besucher*innen des Hin & Weg Festivals. Fernab von Ballungsräumen wird im nördlichsten Teil des Waldviertels ein Theaterprogramm geboten, das sich heuer an den folgenden beiden Begriffen orientiert: Schuld und Schönheit. Einige der Highlights: In diesem Jahr inszeniert Anja Jemc „Lottes Wether“, außerdem gibt es mit „Die 7 Marien“ eine Auseinandersetzung mit den patriarchalen Einflüssen auf FLINTA*-Solidarität. Auch die beliebten Küchenlesungen wird es wieder geben. Von 7. bis 16. August.
In „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“ reflektiert Ferdinand Raimund auf beeindruckende und auch auf humorvolle Weise Themen, die auch fast zweihundert Jahre nach der Uraufführung noch aktuell sind. Regisseurin Lea Dalfen legt den Fokus ihrer Inszenierung deshalb auf die Einsamkeit, auf die sich unsere immer individualistischere Gesellschaft hinbewegt. Ein Highlight wird die den Text begleitende Live-Musik sein, die den Figuren auf ihrer Entwicklungsreise folgt und dem Emotionsausdruck eine zweite, tiefergehende Ebene verleiht. Von 17. Juli bis 9. August.
Die Festspiele Stockerau verzaubern auch heuer wieder mit einem stimmungsvollen Gesamtpaket aus malerischer Kulisse, fantasievollen Bühnenbildern und einem erstklassigen Ensemble. Gespielt wird William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ – ein Klassiker voller zauberhafter Liebeswirren, listiger Feen, wundersamer Verwandlungen und eines nächtlichen Waldes, in dem nichts ist, wie es scheint. Von 30. Juli bis 23. August.
„Der böse Geist Lumpazivagabundus“ trifft auf den beschwingten Geist der Wiener Unterhaltungsmusik. Das erfolgserprobte Konzept, altbewährtes Sprechtheater in erfrischendes Musiktheater zu verwandeln, wird mit Lumpazivagabundus und der mitreißenden Musik von C.M. Ziehrer fortgesetzt. Das Stück erzählt die Geschichte dreier mittelloser Handwerksgesellen, die über Nacht in der Lotterie 100.000 Gulden gewinnen. Bis 2. August.
Märchensommer Niederösterreich
Der Märchensommer feiert mit „Aschenputtel - neu getanzt“ sein 20-jähriges Jubiläum. Ab 9. Juli 2026 öffnen sich für 45 Vorstellungen die Tore von Schloss Poysbrunn. Mit einem funkelnden Schuh und einem Prinzen, der sich als Tanzprofi entpuppt, nimmt Aschenputtels Leben eine andere Wendung als gedacht und das große Abenteuer nimmt seinen Lauf. Wer glaubt, Aschenputtel zu kennen, wird überrascht sein, denn beim Märchensommer wird das Märchen neu getanzt. Bis 30. August.
Oberösterreich
Festwochen Gmunden
Unvergessliche Erlebnisse für Jung und Alt in den Genres Klassik, Literatur, Crossover und Jazz, Bühne, Architektur und Bildende Künste zu ermöglichen, das ist das erklärte Ziel der Festwochen Gmunden. Die ehemalige Intendantin des Wiener Burgtheaters Karin Bergmann startet heuer in ihren fünften Sommer als Leiterin der Literatur- und Theatersparte bei den Salzkammergut Festwochen Gmunden. In diesem Jahr liegt der Fokus u.a. auf dem Werk Ingeborg Bachmanns und jenem von Thomas Bernhard. Bis 7. Oktober.
Burgenland
Die Schloss-Spiele Kobersdorf blicken im Sommer 2026 lustvoll hinter die Kulissen, wo „Der nackte Wahnsinn“ stattfindet: Eine Komödientruppe probt ihr Stück – und schon die Hauptprobe lässt Schlimmes ahnen! Die wahren Dramen spielen sich auf der Hinterbühne ab und lassen die ganze Tournee im Chaos versinken. Es spielen: Wolfgang Böck, Jo Bertl, Jens Claßen, Walter Ludwig, Marie Cécile Nest, Boris Popovič, Sophie Prusa, Mirko Roggenbock und Alexandra-Maria Timmel. Bis 26. Juli.
Steiermark
Die Theatertage Weißenbach sind seit vielen Jahren Teil der Geschichte des Theaterlandes Steiermark. Gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft ist ein besonderer Theaterort entstanden – getragen von der Idee, dass Theater nicht nur in Städten stattfindet, sondern überall dort, wo Menschen zusammenkommen. So wird die Garage des Gsöllhofs Jahr für Jahr zu einem Stadttheater im Kleinen – zu einem offenen Theaterort mitten im Dorf. 19. Juli und 2. August.
Wie gewohnt wird der Märchensommer auch 2026 ein interaktives Theatererlebnis mit Musik für Kinder ab 3 Jahren und alle, die Märchen lieben. Nach dem letzjährigen Ausflug nach Bremen mit „Die Bremer Stadtmusikanten – neu vertont“ gibt es heuer ein weiteres Grimmsches Märchen – „Rapunzel – neu frisiert“. Autorin Michaela Riedl-Schlosser hat das bekannte Märchen mit neuen Figuren, überraschenden Wendungen und jeder Menge Humor aufgepeppt. Bis 23. August.
Kärnten
Ensemble Porcia
1961 gründete der Theatermacher Herbert Wochinz die Komödienspiele Porcia. Der Stil, der damals entwickelt wurde, war eine Absage an das Illusionstheater und daher von großer Klarheit und Einfachheit geprägt. Mit seinem engen Freund H.C. Artmann, dem Mitbegründer der „Porciadramaturgie“, machte Wochinz romanische Komödien, und natürlich speziell französische Komödien von Dramatikern wie Georges Feydeau, Pierre Carlet Chamblet de Marivaux, Pierre Augustin Caron de Beaumarchais, u.a. auch für den deutschsprachigen Raum spielbar. Heuer wird im Schloss Porcia in Spittal an der Drau u.a. „Der Gefoppte“ und im Theater in den Probebühnen u.a. „Doppelt gemoppelt“ gezeigt. Bis 23. August.
Salzburg
Salzburger Festspiele
Im Bereich des Sprechtheaters steht in Salzburg traditionsgemäß Hofmannsthals „Jedermann“ auf dem Programm – heuer mit Philipp Hochmair als Jedermann und Roxane Duran als Buhlschaft. Auf der Perner-Insel in Hallein ist in diesem Jahr „Unter Tieren“ in einer Inszenierung von Nicolas Stemann zu sehen. Außerdem inszeniert Jossi Wieler Peter Handkes „Schnee von gestern, Schnee von morgen“ mit Jens Harzer und Marina Galic – eine Koproduktion mit dem Berliner Ensemble. Ulrich Rasche bringt „Faust I“ auf die Bühne. Von 18. Juli bis 28. August.
Tirol
Die ersten Tiroler Volksschauspiele gingen im Sommer 1981 mit einer vielbeachteten Aufführung Franz Kranewitters Einakterzyklus „Die sieben Todsünden“ im Innenhof der Burg Hasegg über die Bühne. Seit 2022 zeichnet Gregor Bloéb für die Künstlerische Leitung der Tiroler Volksschauspiele verantwortlich. Am 19. Juli gibt es eine Marathonlesung, bei der ausgewählte Texte des Journalisten, Literaten und Heimatlosen Joseph Roth von Schauspielstars wie Gerti Drassl, Tobias Moretti, Christoph Luser, Branko Samarovski und Max Simonischek gelesen werden. Außerdem kehrt Felix Mitterer nach Telfs zurück. „Feuernacht“ spielt Anfang der 60er, zur Hochzeit der so genannten „Bumser“, in der sich Südtirol im permanenten Ausnahmezustand befand. In der „Feuernacht“ vom 11. auf den 12. Juni 1961 wurden zahlreiche Strommasten gesprengt, um internationale Aufmerksamkeit für die Sache der deutschsprachigen Südtiroler zu wecken. Bis 29. August.
Vorarlberg
Bregenzer Festspiele
Neben der großen Opernproduktion „La Traviata“ auf der Seebühne und „Die Ausflüge des Herrn Brouček“ im Festspielhaus, steht mit „Der eingebildete Kranke“ auch heuer wieder Sprechtheater auf dem Programm der Bregenzer Festspiele. Die Komödie ist ein Gastspiel des Burgtheaters bzw. des Schauspiel Köln und an drei Terminen in Bregenz zu sehen – inszeniert von Stefan Bachmann. Außerdem steht mit „under the influence“ auch eine Koproduktion von Theater KOSMOS, den Bregenzer Festspielen, dem klagenfurter ensemble und dem Schauspielhaus Salzburg auf dem Programm. Der eingebildete Kranke: 24. bis 26. Juli, under the influence: 12. bis 15. August.