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Roman Senkl inszeniert „Solaris“.

Roman Senkl inszeniert „Solaris“.
Foto: Tommy Hetzel

4 Fragen an Roman Senkl

Burgtheater

In „Solaris“ wird der Psychologe Kris Kelvin auf einen Planeten geschickt, der Lebewesen hervorbringt, die sich aus menschlichen
Erinnerungen zusammensetzen. Roman Senkl inszeniert den Stoff im Kasino und als Stream.

Wie kam es dazu, dass ihr euch für Stanisław Lems Roman „Solaris“ entschieden habt?

Dieser Wunsch begleitet uns schon länger, weil das Buch sehr viele spannende Fragen berührt, von denen ich behaupten würde, dass sie nach wie vor eine große Relevanz haben. Unter anderem konfrontiert es die Menschen mit den Grenzen ihrer eigenen Vorstellung, mit ihrer Suche nach Wahrheit, Erlösung und der Begegnung mit dem Fremden. Am Ende sind wir immer wieder bei der Frage gelandet, wie man in dieser fundamental digitalisierten Welt, wo Manipulation und das ständige Rauschen von Meinungen und Information so allgegenwärtig sind, mit dem Begriff von Wahrheit umgehen kann. Gleichzeitig geht es auch um Träume, Alternativen zum Hier und Jetzt – darum, sich andere Welten vorstellen zu können. Oder genau das nicht zu schaffen.

Wie habt ihr euch diesem Stoff genähert?

Im Team und im Ensemble haben wir über unterschiedliche Perspektiven und Assoziationen gesprochen. Meine Wunschvorstellung ist immer, dass jede Spielerin und jeder Spieler Texte spricht, zu denen er oder sie im besten Fall einen persönlichen Zugang entwickelt hat. Das Spannende und Herausfordernde ist auch, dass es eine Ich-Erzählung ist, sich Kris Kelvin aber als unzuverlässiger Erzähler entpuppt – unter anderem, weil er sich nicht mit seiner Scham konfrontieren möchte. Ohne den Roman zu sehr zu verändern, kommen bei uns aber auch noch andere Perspektiven vor.

Der Abend wird gestreamt, aber auch live im Kasino gezeigt. Was erwartet die Kasino-Besucher*innen?

Unser Abend besteht aus mehreren Teilen, wobei der erste Teil fast installativ ist, sodass im besten Fall das Gefühl entsteht, einen Fuß in diese Welt setzen zu können, die aus Erinnerungen, Aufzeichnungen und fast geisterhaften Echos besteht. In den späteren Teilen bekommt man über verschiedene Kameras Einblicke in unterschiedliche Räume. Die Intimität des Kasinos ermöglicht es uns, damit zu spielen, welche Figur sich eher ins Rampenlicht stellen möchte und wer sich vielleicht entzieht und in erster Linie beobachtet.

Welche Technologien kommen über Kameras hinaus zum Einsatz?

Wir haben ein Live-EEG auf der Bühne, ein Brainwave-Interface. Die Ausgangsfrage war, wie wir Träume sichtbar machen können. Gerade dann, wenn es um Träume von anderen Welten und einer anderen Gesellschaft geht. Wie lassen sich diese festhalten? Wie können wir sie in Daten, Bilder und Sounds auflösen?

Hier geht es zu den Spielterminen von "Solaris" im Kasino am Schwarzenbergplatz!

Schwarzenbergplatz 1
1010 Wien
Österreich
Sarah Wetzlmayr
Sarah Wetzlmayr
Autor
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