Theatersommer: Das wird Reichenau 2026
Von der neu gedachten „Fledermaus“ über Schnitzlers „Reigen“ bis zu großen Erzählungen von Tolstoi, Roth und Zweig: Die Festspiele Reichenau 2026 laden zu einem Theatersommer voller Vielfalt – mit sechs Produktionen, die das 100-jährige Theaterjubiläum Reichenau einleiten. Wir haben Ihnen das Programm zusammengefasst.
Der Kartenverkauf für die Festspiele Reichenau hat bereits begonnen und somit ist der Theatersommer auch nicht mehr weit: Am 11. Februar 2026 hat der allgemeine Kartenverkauf gestartet – sichern Sie sich jetzt Ihre Plätze für das Jubiläumsjahr "100 Jahre Theater Reichenau".
Hier bekommen Sie einen Einblick in das diesjährige Programm:
"Die Fledermaus" von Johann Strauss
In der Regie- und Textbearbeitung von Nils Strunk und Lukas Schrenk widmen sich die Festspiele Reichenau mit einer Neu-Auflage, die im Wien des Jahres 1926 spielt. Nils Strunk und Lukas Schrenk widmen sich nun erstmals einer großen Operette, um nicht zu sagen: der Operette schlechthin.
Ihre Version der Fledermaus pulsiert im Rhythmus der „Roaring Twenties“: Swing, Blues und Charleston treffen auf die unvergänglichen Melodien von Johann Strauß. Eine Epoche auf Messers Schneide zwischen wirtschaftlicher Not und Weltflucht, Hyperinflation und Hedonismus.
Eine exzellente Live-Band und ein hochkarätiges Ensemble (u.a. Julia Edtmeier, Jakob Semotan, Sebastian Wendelin) aus Schauspiel und Musiktheater spielen auf in dieser rauschhaften Melange aus Goldener Operettenära und Goldenen Zwanzigern. Im Juli 2026 öffnet das „Palais Orlofsky“ seine Pforten.
"Reigen" von Arthur Schnitzler
Skandalumwoben ist Arthur Schnitzlers Reigen seit jeher. Was vor über hundert Jahren als anstößig galt, ist nun gang und gäbe. Was heute für Problematik sorgt, war damals kaum Thema. Der Reigen: ein Szenenspiel aus Menschen, die sich in einem Spannungsfeld befinden – im Dialog, in der Lesart und in der Zeit. Damals wie heute. Es berührt, wie sich Schnitzlers Figuren kopflos in ihre Liebesabenteuer stürzen, um ihrem „ach so kurzen Leben“ Lust und Leidenschaft abzutrotzen.
In der Regie von Regie von Alexandra Henkel und Dietmar König wird der Neue Spielraum für Schnitzlers Klassiker zur perfekten Arena, um diesen Schlitterpartien auf dem Parkett der Liebe - mit u.a. Theresa Affolter, Daniel Jesch, Stefanie Dvorak - mit von allen Seiten zuzuschauen.
"Krieg und Frieden" von Leo Tolstoi
Gerade jetzt scheint Leo Tolstois berühmter Roman unsere Welt zu spiegeln wie kaum ein anderer. Wir leben in Zeiten des Kriegs UND des Friedens – in diesem UND, das beide Zustände verdeutlicht und verbindet. Dieses kleine Wort UND, das der Grundsatz unserer Menschlichkeit zu sein scheint – ein Aushalten der Widersprüchlichkeit, eine herausfordernde Brücke über die Spannung der Gegensätze – bildet das Zentrum, um das sich alles dreht: Geschichte UND Geschichten.
In der Regie von Philipp Hauß wird das bekannte Südbahnhotel Semmering zur Bühne für den russischen Klassiker. Unter anderem mit Johanna Mahaffy, Elias Eilinghoff, Martin Schwab.
"Die Legende vom heiligen Trinker" von Joseph Roth
Unter einer Brücke an der Seine verweilt Andreas als gescheiterte Existenz. Durch eine geheimnisvolle Begegnung mit einem fremden Mann eröffnet sich die Möglichkeit eines Neuanfangs. Doch wie geht man damit um, wenn einen das Glück so plötzlich überfällt? Den Clochard treibt es durch die Straßen von Paris, das Leben will fließen und gefeiert werden. Ein Gläschen wird doch nicht schaden …
Es ist tröstlich und bewegend, wie Joseph Roth in seinem literarischen Testament das Schicksal des Trinkers Andreas schildert – zugleich Spiegel seines eigenen Lebens und exemplarisch für viele, die diesen Weg gehen. Er zeigt uns zwei Gesichter, die sich niemals vereinbaren und doch in einer Person zusammenführen lassen.
In der Regie von Alexandra Liedtke wird Joseph Lorenz zum Trinker und öffnet einen Raum in den Festspielen, in dem Schmerz, Hoffnung und Humor still nebeneinander existieren dürfen.
"24 Stunden aus dem Leben einer Frau" von Stefan Zweig
Wie kann man das Leben je gewinnen, wenn man niemals wagt, es zu riskieren? Diese Frage steht im Kern der Novelle von Stefan Zweig, die uns auch heute noch mit ihrer Dringlichkeit überrascht. Ausgelöst durch eine Beobachtung erinnert sich Mrs. C. an einen Schicksalsmoment in ihrem eigenen Leben. Im geschützten Rahmen eines Gesprächs mit einem fremden Gegenüber beginnt sie zu erzählen …
In 24 Stunden erlebt Mrs. C. mehr Liebe, Gefahr, Menschlichkeit, Verrat und Erkenntnis als in all den Jahrzehnten zuvor. Klug zeichnet Stefan Zweig ihre Geschichte, die in ihrer Individualität für das Ganze steht. Gefangen im Konflikt zwischen Konvention und Identität ist Mrs. C. Beispiel für die Sehnsucht nach innerer und äußerer Freiheit. Ihre Erzählung erinnert daran, dass wir erst dann wirklich am Leben sind, wenn wir das Unbekannte wagen – uns dem Fluss des Lebens hingeben und überlassen.
In der Regie von Gordon Greenberg bringen u.a. Julia Stemberger, Nils Arztmann und Sona MacDonald die Novelle von Stefan Zweig auf die Bühne.
"Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry
Auch das jüngste Publikum kommt nicht zu kurz im Theatersommer Reichenau: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“, so spricht der Fuchs zum kleinen Prinzen. Unsere Welt verbirgt den Augen meist das Wesentliche, aber was ist mit den anderen Himmelskörpern? Und wie lernen wir mit dem Herzen zu sehen, um es zu erkennen, dieses Wesentliche?
Seit Generationen begibt sich Antoine de Saint-Exupérys „Kleiner Prinz“ mit kleinen und großen Kindern auf die Suche. In diesem wundersamen Meisterwerk eröffnet sich ein Kosmos geheimnisvoller Planeten und Charaktere und fordert uns auf, die Dinge auf der Erde anders zu betrachten. Als Mitstreiter und Seelenfreunde nehmen uns die Figuren an die Hand und begleiten uns auf dem Weg durch das Abenteuer Leben.
In der Textfassung & Regie von Johanna Arrouas kommt die weltbekannte Geschichte des französischen Schriftstellers auf die Bühne der Festspiele Reichenau.