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Die Gewerke der BURG zeigen, was sie können.

Die Gewerke der BURG zeigen, was sie können.
Foto: Tommy Hetzel

Technikshow: Jetzt spricht die Bühne

Burgtheater

Zum 250. Geburtstag der BURG ergreift die Bühne selbst das Wort. Sie fährt groß auf und lässt tief blicken. Die große „Technikshow“ im Burgtheater ist eine Hommage an eine der legendärsten Sprechtheaterbühnen der Welt. Und an ihre Gewerke, die zu diesem Anlass tief in die Trickkiste greifen.

Die Bühne des Burgtheaters hat schon richtig viel gesehen. Vermutlich gibt es kaum etwas, das sie noch nicht mitbekommen hat. Sie ist stumme Beobachterin und aktive Mitspielerin gleichermaßen. Anlässlich des 250-jährigen Jubiläums des Hauses spricht sie nun zum ersten Mal – öffnet ihre Zauberkiste und lässt dabei tief blicken. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn beeindruckende zwölf Meter geht es insgesamt in die Tiefe, wenn die vier modernen Hubpodien ganz nach unten fahren.

Bei der „Technikshow“ des Burgtheaters können alle Gewerke zeigen, was sie können. Außerdem lädt die Bühne das Publikum zu einer Reise durch ihre Geschichte ein. Schauspielerin und BURG-Ensemblemitglied Zeynep Buyraç ist die Stimme der Burgtheater-Bühne. Sie führt durch die Show, bei der es donnert, blitzt, blinkt, sich ein Soundteppich über den gesamten Zuschauerraum legt und Songs aus den Stücken „Gullivers Reisen“ und „Zu ebener Erde und erster Stock“ erklingen. Eröffnet wird die Show von BURG-Direktor Stefan Bachmann und Ensemblemitglied Caroline Peters.

Auch sie hätte durch die Arbeit an der „Technikshow“ viel über jene Bühne gelernt, auf der sie seit der Spielzeit 2024/25 schon so oft stand, erzählt Zeynep Buyraç. „Als Spieler*innen spüren wir zwar, was für eine enorme Maschinerie da am Werk ist, aber die konkreten Daten und Fakten kannte ich nicht“, so Buyraç. Besonders beeindruckt hat sie unter anderem, dass es eine Aufnahme einer „Hamlet“-Aufführung aus dem Jahr 1902 gibt, auf der die Stimme des großen Theaterschauspielers Josef Kainz zu hören ist.

Bereit für das Theater der Zeit

Wie viel auf der Bühne der BURG tatsächlich möglich ist, hat sie unter anderem bei „Liliom“ oder „Drei Winter“ gespürt, so die Schauspielerin, die darüber hinaus auf die Spielverpflichtung des Burgtheaters hinweist: „Das bedeutet, dass sowohl im Burgtheater als auch im Akademietheater jeden Abend etwas stattfinden muss. Dafür braucht man nicht nur ein dementsprechend großes Ensemble, sondern auch unglaublich viele Menschen hinter der Bühne. Sonst ist das nicht machbar.“

Insgesamt sind es rund 150 Bühnenmitarbeiter*innen, die hinter, unter und oberhalb der Bühne ihr Bestes geben. Die Bühne selbst ist im Übrigen so groß wie ein durchschnittlicher Supermarkt und kann bis zu 30 Tonnen tragen, was wiederum einer Last von fünf ausgewachsenen Elefanten entspricht. Da sind selbst Frank Castorf kaum Grenzen gesetzt.

Eine gute Beziehung zu den Mitarbeiter*innen der einzelnen Gewerke sei ihr sehr wichtig, hält Zeynep Buyraç fest. „Ich schätze ihre Arbeit sehr und es ist mir auch ein großes Anliegen, dass sie das wissen.“ Sie könne sich auch noch gut daran erinnern, wie klein sie sich fühlte, als sie zum ersten Mal auf dieser großen Bühne stand. Mittlerweile sei das ganz anders, wie die Schauspielerin hinzufügt: „Nach so vielen Abenden, die wir schon gemeinsam erlebt und überlebt haben, fühlt es sich fast schon familiär an. Deshalb gehe ich auch gerne direkt zu den Menschen, von denen ich etwas brauche, obwohl ich mich auch an die Regieassistenz wenden könnte. Wenn ich beispielsweise einen Wunsch an den Ton habe, dann gehe ich direkt zum Ton. Ich finde, dass diese Gespräche am Burgtheater sehr auf Augenhöhe stattfinden.“

„Ich bin immer bereit für das Theater der Zeit“, sagt die Bühne im Laufe der „Technikshow“, die zu zwei verschiedenen Uhrzeiten am 18. Februar stattfindet. Und wir sind bereit für Magie der Bühne in all ihren Facetten. Weitere Termine sind in Planung.

Sarah Wetzlmayr
Sarah Wetzlmayr
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