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Ben Glassberg ist ab 1. Jänner 2024 der neue Musikdirektor der Wiener Volksoper.

Ben Glassberg ist ab 1. Jänner 2024 der neue Musikdirektor der Wiener Volksoper.
Foto: Gerard Collett

Sechs Fragen an Ben Glassberg

Volksoper Wien

Ben Glassberg ist ab 1. Jänner 2024 der neue Musikdirektor der Wiener Volksoper. Wir haben dem 29-Jährigen sechs Fragen gestellt.

Klingen Orchester in Wien auch für Sie besser als alle anderen auf der Welt – oder nur für uns?

Ich würde sagen, dass Wiener Orchester aufgrund ihrer kraftvollen Tradition einen einzigartigen Klang haben. Unser Volksopernorchester besitzt eine angeborene Flexibilität, die unglaublich selten ist.

Wie ist der Sound des perfekten Orchesters?

Das perfekte Orchester sollte einen warmen und vollen Streicherklang haben, mit viel solistischer Flexibilität bei den Holz- und Blechbläsern. Idealerweise sollten sie extrem flexibel sein, und das Zuhören sollte oberste Priorität haben. Ich glaube wirklich, dass das Orchester der Volksoper diese Zutaten hat, und ich würde diese gerne in den kommenden Jahren gemeinsam weiter erforschen. 

Was ist das für ein Job: Musikdirektor?

Er ist verantwortlich für die gesamte musikalische Leistung des Hauses, daher ist es eine gewaltige Aufgabe. Ich glaube, die Rolle besteht sowohl darin, die musikalische Qualität sicherzustellen, als auch alle Kollegen, die Musik machen, zu betreuen und zu unterstützen – dazu gehören natürlich das Orchester und der Chor, aber auch das Ensemble, die Pianisten usw. Ich bin auch sehr in den täglichen Ablauf des Hauses involviert, da dies alles Auswirkungen auf die musikalische Leistung hat.

Ich möchte, dass wir weiterhin die Saat pflegen, damit die Volksoper als eines der großen europäischen Theater gilt.

Gibt es einen Glassberg-Stil?

Ich würde sagen, dass der Stil für jede Art von Musik wechseln sollte – wenn man allen Repertoires einen einheitlichen Stil aufzwingt, stellt man sich über den Komponisten. Ich nehme an, mein „signature approach“ besteht darin, hohe Präzisionsstandards zu wollen, dabei aber immer an Farbe und Drama zu denken. Wir dienen der Musik, aber auch dem Text und den Aufführungen – alle Aspekte der Theaterproduktion sollten unter der Leitung eines guten Dirigenten zusammenkommen. 

Was möchten Sie an der Volksoper ändern?

Ich möchte, dass alle Musiker*innen Freude am Musizieren haben. Da wir so viele Aufführungen haben, müssen wir sehr sorgfältig über den Aufbau unseres Arbeitsrhythmus nachdenken. Ich denke, das Haus ist bereits ein hervorragender Ort, insbesondere unter der inspirierenden Leitung von Lotte de Beer. Ich möchte, dass wir weiterhin diese Saat pflegen, damit die Volksoper als eines der großen europäischen Theater gilt.

Was macht die Volksoper zu einem so besonderen Haus?

Die Menschen – jede einzelne Person, die ich in diesem Haus getroffen habe, ist freundlich, fleißig und hat einen großartigen Sinn für Spaß. Die Vielfalt der Arbeit, die wir leisten, verleiht der Volksoper auch eine wirklich einzig­artige Qualität – ein Haus, das Oper, Musicals, Operette und Ballett auf hohem Niveau spielen kann, ist so selten. 

Zur Person: Ben Glassberg

13 ­Jahren sein erstes ­Orchester. Er ist Musikdirektor an der Oper in Rouen und Gastdirigent in Lyon. Der erst 29-Jährige arbei­tete bereits mit Regie­stars wie ­Andrea Breth und Mariame ­Clément. Diese Saison dirigiert er an der Volksoper u. a. den ­„Fliegenden ­Holländer“, „Die lustigen Weiber von Windsor“ und das „Deutsche Requiem“.

Atha Athanasiadis
Atha Athanasiadis
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