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Asmik Grigorian.

Asmik Grigorian.
FOTO: LUKAS GANSTERER

Große Stimmen: Asmik Grigorian

GRAFENEGG FESTIVAL

Sie hat die Opernwelt im Eiltempo erobert. Asmik Grigorian ist der Rockstar unter den großen Diven. Am 4. September kommt sie mit einem ganz besonderen Programm nach Grafenegg.

Der Grafenegg-Abend mit Asmik Grigorian und dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich (Dirigent: Fabien Gabel) gibt ein klares Versprechen: Er wird zum Weinen schön. Respighi, Verdi, Strauss und Bellinis „Casta Diva“. Die Ausnahmestimme wird am 4. September Grafenegg das große Klassikkino bieten. Aber wie tickt Grigorian? Was motiviert sie? Ein BÜHNE-Gespräch bietet Einblicke:

Sie sind ein Opernsuperstar in einer Liga mit Garanča und Netrebko, alle Scheinwerfer sind auf Sie gerichtet – ist das nicht furchtbar anstrengend?

Jeder Fehler, den ich mache, wird aufgezeigt und diskutiert, aber der Druck, den ich auf mich selbst ausübe, ist härter als jeder mögliche Druck, den ich von außen bekommen könnte. Manchmal vergessen die Leute auch, dass ich ein menschliches Wesen bin – sie hören meinen Namen und denken, dass es automatisch eine gute Leistung sein muss. Die Erwartungen der Leute sind also sehr hoch – manchmal zu hoch. Aber ich liebe die Verrücktheit dieser Kunst.

Sie sagen: „Wenn mir etwas nicht gefällt, dann gehe ich.“ Klingt befreiend.

Manche Menschen sind Kämpfer, aber ich bin es nicht. Wenn ich etwas nicht für richtig halte, versuche ich, eine Alternative zu finden und einen anderen Weg zu gehen.

Haben Sie je eine Produktion verlassen, weil Sie die Regie genervt hat?

Nein.

Sie bezeichnen sich selbst als hypersensibel. Wie gehen Sie damit um und was bedeutet das vor allem im Alltag für Sie?

Das ist das größte Geschenk und die größte Herausforderung, besonders für einen Künstler. Es ist manchmal schwierig, aber ich denke, es ist wichtig, sich so zu fühlen, um auf der Bühne wirklich kommunizieren zu können.

Wie einsam sind Sie nach einer Aufführung, wenn das Licht aus ist, das Publikum nach Hause gegangen ist – und Sie allein in einem Hotelzimmer sitzen? Wie finden Sie wieder zu sich selbst?

Ich bin nie allein, ich habe meine Familie die meiste Zeit bei mir, die mir hilft, mich zu erden und weniger Druck zu verspüren, und die mich unterstützt. Letztendlich ist man aber immer noch allein, egal, von wem man umgeben ist. Es ist nur wichtig, sich bewusst zu machen, dass diese Einsamkeit Teil des Lebens ist, und wir müssen damit umgehen und uns ihr stellen. Sie kommt mit der Erfahrung und dem Wachstum.

Viele Rollen verlangen emotional alles. Wie teilt man die beschränkten emotionalen Ressourcen, die wir Menschen haben, auf?

Meine Familie und meine Kinder bedeuten mir alles und wenn ich nicht genug Zeit mit ihnen verbringe, habe ich das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Aber ich brauche auch meine Zeit, um allein zu reisen. Ich kann morgens aufwachen und den ganzen Tag spazieren gehen, also ist es egal, was ich mache.

Sie haben einmal gesagt, dass Sie auf jeder Opernbühne stehen wollen, auf der auch Ihr Vater gesungen hat. Geschafft?

Fast, aber es gibt so viele Theater! Es ist auf jeden Fall eine Arbeit, die noch nicht abgeschlossen ist …

Eine letzte Frage: Sie wurden in den vergangenen zehn Jahren zum Weltstar, wie hat sich dadurch Ihr Leben verändert?

Mein Leben ändert sich ständig: neue Aufgaben, neue Menschen, neue Städte: So mag ich es! Ich tue das, was ich in den vergangenen Jahren auch gemacht habe, nämlich konse­quent und hart an mir zu arbeiten. Was sich verändert hat, ist mein Status. Mir eröffnen sich seither ganz andere Möglichkeiten. Manchmal fühlt sich das komisch an, weil alles so schnell gegangen ist. Wissen Sie, ich liebe meine Arbeit, weil das die einzige Zeit ist, wo ich ganz für mich ­ allein bin. Unlängst hat mich jemand gefragt, was ich an der Oper am meisten liebe. Ich habe im Scherz geantwortet, dass ich hier allein aufs Klo gehen kann. “

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Atha Athanasiadis
Atha Athanasiadis
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