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Herbert Fritschs Inszenierung des „Barbier von Sevilla“ in der Wiener Staatsoper.

Herbert Fritschs Inszenierung des „Barbier von Sevilla“ in der Wiener Staatsoper.
Foto: Michael Pöhn / Wiener Staatsoper

Schnell erklärt: Was ist eigentlich eine Opera buffa?

Wissenswertes

Die Opera buffa ist sehr viel mehr als nur die lustige, kleine Schwester der großen tragischen Oper. Wie sie sich entwickelt hat und welche Merkmale das Genre auszeichnen, haben wir hier zusammengefasst.

Die Opera buffa, auch komische oder scherzhafte Oper genannt, entstand Ende des 17. Jahrhunderts in Neapel. Sie ist – die deutsche Übersetzung verrät es sofort – das lustige Gegenstück zur tragischen Opera seria. Für die Entstehung der Opera buffa spielte ihre höfisch geprägte Schwester jedoch eine zentrale Rolle. Sie entwickelte sich aus lustigen Szenen (Intermezzi), die als Stimmungsaufheller zwischen den Akten ernster Opernaufführungen gezeigt wurden. Die lustigen Einlagen erfreuten sich immer größerer Beliebtheit, sodass sich daraus eine eigene Opernrichtung entwickelte. Beim Adel, der im Figurenarsenal der Opera buffa nicht unbedingt die Hauptrolle spielte, sorgte die neue Richtung allerdings eher für gerümpfte Nasen.

Als erste Opera buffa gilt die comedia in musica „La Cilla“, deren Libretto von Franceso Antonio Tullio, die Musik von Michelangelo Faggioli stammt. Vertont wurde das Libretto im Jahr 1707. In den 1730er Jahren etabliert sich die Opera buffa auch in Venedig, von wo aus sie sich zunächst in Norditalien, später auch in einigen anderen Ländern Europas verbreitet. Als 1752-54 eine Buffa-Truppe unter Eustachio Bambini an der Opéra de Paris ein Gastspiel gibt, entbrennt ein heftiger Streit zwischen den Gegnern und Befürwortern der italienischen Oper, die sogenannte „Querelle des bouffons“. Ausgangspunkt des Streits war G. B. Pergolesis berühmte Opera buffa „La serva pardrona“.

Merkmale

Geht es um Stoffe und Figuren, bedient sich die Opera buffa unter anderem aus dem Inventar der Commedia dell'arte. Typisch ist die Rivalität zweier Gesellschaftsschichten, wobei die gesellschaftlich schlechter gestellten Figuren in der Regel über den Adel siegen. Als musikalische Merkmale der komischen italienischen Oper gelten unter anderem das Parlando (schnelles, deutlich artikuliertes, leichtes und rhythmisch genaues Singen, das dem Sprechgesang ähnlich ist), das Secco-Rezitativ (der Sänger/die Sängerin wird nur durch Stützakkorde begleitet) wie auch längere Ensembles am Schluss. Beim Publikum beliebt waren auch Persiflagen auf die Künstlichkeit und den Pathos der Opera seria.


Berühmte Komponisten

Gioachino Rossini erneuerte die Opera buffa und schuf Werke, die noch heute auf den Spielplänen großer Opernhäuser stehen, wie „Il barbiere di Siviglia“ (1816) und „La Cenerentola“ (1817). Auch Wolfgang Amadeus Mozart schrieb sechs komische Opern, wobei eine davon unvollendet blieb. „Le nozze di Figaro“ (1786) und „Così fan tutte“ (1790) gehören zu Mozarts bekanntesten Musikkomödien. Einige Merkmale der Opera buffa sind auch in die Operette eingeflossen: So bezeichnete Jacques Offenbach einige seiner Stücke als Opéra bouffon oder Opérette bouffe.

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