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„Rheingold“ in der Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf.

„Rheingold“ in der Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf.
Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Rheingold von Richard Wagner

Wiener Staatsoper
Ein Stück in einer Minute

Das „Rheingold“ bildet das Vorspiel von Wagners Ring-Zyklus. Worum es genau geht und wie die berühmte Handlung ihren Anfang nimmt, lesen Sie hier in dieser Zusammenfassung.


Inhalt

Die Rheintöchter bewachen das Gold auf dem Grund des Rheins. Als der Zwerg Alberich erfährt, dass ihm ein aus dem Gold geschmiedeter Ring Weltherrschaft verleihen kann, will er ihn unbedingt haben. Er entsagt dafür sogar auf immer der Liebe.

Derweil befinden sich Wotan und Fricka in einem Dilemma: Die Riesen Fasolt und Fafner haben den Göttern eine Burg gebaut, erwarten dafür aber als Lohn die Göttin der ewigen Jugend, Freia. Als die Riesen vom mächtigen Ring und dem Gold erfahren, erklären sie sich bereit, Freia im Gegenzug für das Rheingold freizugeben.

Wotan und Loge, der Gott des Feuers, machen sich auf den Weg zu Alberich und schaffen es, ihn zu entmächtigen und ihm den Ring zu nehmen. Die Riesen bekommen den ganzen Schatz, einschließlich des Ringes, um dessen Besitz sie sich streiten. Fafner erschlägt schlussendlich seinen Bruder Fasolt. Die unheilbringende Kraft des Rings wird deutlich.

Werkgeschichte

Diese Oper wurde am Vorabend des dreitägigen Bühnenfestspiels 1876 im Bayreuther Festspielhaus gezeigt und bildet somit den ersten, einführenden Teil der Tetralogie.

Ein erster Entwurf von Wagners Ring-Dichtung entstand 1848. Er bezieht sich hier weniger auf das Nibelungenlied, sondern stützt sich mehr auf die nordische Überlieferung, die Edda. Durch die Eingliederung dieser „Vorgeschichte“ zur Siegfried-Sage wird Wotan zur eigentlichen Hauptfigur der Tetralogie.

Aufführungsgeschichte

Die Uraufführung fand 1869 in München statt, angeblich gegen den Willen Wagners. 1876 folgte die Inszenierung in Bayreuth im Zuge eines dreitägigen Festspiels.

2022 wird das Rheingold wieder an der Wiener Staatsoper zu sehen sein. Dort war die Oper 1878 erstmals zu sehen und feierte 216 Vorstellungen.

Bedeutende Aufführungen sind neben der Uraufführung jene, die von Wagners Frau Cosima Wagner inszeniert worden sind, die nach dem Tod ihres Mannes die Bayreuther Festspiele leitete. 2005 zeigten die Tiroler Festspiele den kompletten Ring in nur 24 Stunden, in Köln wurde der Zyklus auf zwei Tage verteilt aufgeführt. 2018 inszenierte die Augsburger Puppenkiste den „Ring in zwei Stunden“.

Wer Wagner auch zuhause hören möchte, ist mit einer großen Auswahl an DVDs und CDs gut bedient. Die Aufnahmen stammen beispielsweise aus der Metropolitan Opera New York, dem Gran Theatre del Liceau in Barcelona oder der Royal Danish Opera Copenhagen.

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