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Die Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf an der Wiener Staatsoper.

Die Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf an der Wiener Staatsoper.
Foto: Michael Pöhn/Wiener Staatsoper

Die Götterdämmerung von Richard Wagner

Wiener Staatsoper
Ein Stück in einer Minute

Der letzte Teil der Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“. Die Götterdämmerung bricht an und bedeutet somit nicht nur das Ende der Götter sondern auch das Ende von Wagners Ring-Zyklus, der 2022 wieder an der Wiener Staatsoper zu erleben ist. Eine Zusammenfassung.


Inhalt

Nachdem Siegfried Brünnhilde erweckt hat und die beiden ein Liebespaar sind, zieht es ihn zu neuen Abenteuern hinaus und er hinterlässt ihr als Pfand den Ring des Nibelungen, den er erkämpft hat.

Gunther will Brünnhilde zur Frau haben und erfährt, dass Siegfried und sie ein Liebespaar sind. Er verabreicht Siegfried einen Trunk, der ihn Brünnhilde vergessen lässt. Der verliebt sich in Gunthers Schwester, Gutrune. Außerdem lässt er sich von Gunther überreden, mithilfe des erbeuteten Tarnhelms dessen Gestalt anzunehmen und um Brünnhilde zu werben. Siegfried nimmt ihr als Gunther den Ring ab, wodurch sie machtlos ist und sich ihrem Schicksal beugen muss.

Brünnhilde deckt Siegfrieds vermeintlichen Verrat auf und will ihn töten, Hagen, der Sohn des Zwergs Alberich, und Gunther schließen sich dem Vorhaben an. Hagen verwundet ihn an seiner einzig verwundbaren Stelle und lässt es wie einen Wildunfall aussehen. Brünnhilde verbrennt Siegfried und sich selbst, zuvor gibt sie den Ring den Rheintöchtern zurück und die Götterdämmerung, das Ende der Götter, nimmt ihren Lauf.

Werkgeschichte

Die Götterdämmerung ist die Oper für den "dritten Tag des Bühnenfestspiels" 1876 in Bayreuth. Zuvor wurden die anderen Teile der Tetralogie, Rheingold, Die Walküre und Siegfried gezeigt. Die Arbeit an der Götterdämmerung erstreckte sich über fünf Jahre, im Herbst 1874 lag die Partitur endlich fertig vor, bevor die Oper zwei Jahre später uraufgeführt wurde.

Wie auch bei den anderen Teilen des Zyklus dient Wagner vor allem die Edda, die nordische Sagenüberlieferung, als Vorlage.

Aufführungsgeschichte

Die Uraufführung fand im Festspielhaus Bayreuth 1876 statt. 1879 kam die Oper nach Wien an die Staatsoper, Hans Richter dirigierte. 2022 kehrt die Götterdämmerung an die Wiener Staatsoper zurück mit Iréne Theorin als Brünnhilde und Stephen Gould als Siegfried. Auch an der Deutschen Oper Berlin ist Wagners Werk 2022 wieder zu erleben, Nina Stemme ist Brünnhilde.

Wie auch von anderen Wagner-Opern existieren auch von der Götterdämmerung etliche Aufnahmen, z.B. aus der Mailänder Scala, der Metropolitan Opera New York oder den Salzburger Osterfestspielen.

Nietzsches Spätwerk Götzendämmerung spielt parodistisch auf Wagners Oper an.

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