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v.l.n.r.: Die drei Lumpen Robert Meyer (Knieriem), Florian Carove (Zwirn), Thomas Frank (Leim), dahinter: Sebastian Wendelin (Lumpazivagabundus) in Reichenau.

v.l.n.r.: Die drei Lumpen Robert Meyer (Knieriem), Florian Carove (Zwirn), Thomas Frank (Leim), dahinter: Sebastian Wendelin (Lumpazivagabundus) in Reichenau.
Foto: Lalo Jodlbauer

Der böse Geist Lumpazivagabundus von Johann Nepomuk Nestroy

Ein Stück in einer Minute

Nestroys Zauberposse gehört zu den bekanntesten Werken des Dramatikers. Er selbst spielte über mehrere Jahrzehnte den Schuster Knieriem. Worum es in „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ geht und wie das Stück entstanden ist, haben wir hier zusammengefasst.

Inhalt

Der böse Geist Lumpazivagabundus soll verbannt werden, weil er die Söhne der altern Zauberer zu einem liederlichen Leben verführt. Als der Feenkönig Stellaris Fortuna daraufhin auffordert den jungen Männern das verjuxte Geld zurückzugeben, muss Lumpazivagbundus lachen – denn das würde keinen von ihnen bessern. Schließlich kommt es zu einer Wette zwischen Fortuna und der Liebesgöttin Amorosa: Wenn von drei Handwerksburschen, die mit Reichtum überschüttet werden, nur einer vernünftig und durch die Liebe gebessert wird, dann hat die Göttin der Liebe die Wette gewonnen. Die Auserwählten sind die Handwerksburschen Knierim, Leim und Zwirn.

Fortuna lässt die drei in der Nacht im Wirtshaus jeden die gleiche Lotterienummer 7359 träumen und als sie ihr ganzes restliches Geld zusammenlegen und das Los kaufen, machen sie den Hauptgewinn von 100.000 Talern. Daraufhin gehen sie getrennte Wege, um ihr Glück zu finden, beschließen aber, sich in einem Jahr wieder zu treffen. Schneider Zwirn und Schuster Knierim rutschen schnell wieder in lasterhaftes Leben ab, doch Leim kommt zur Vernunft und kehrt zu seiner geliebten Peppi zurück. Damit hat Amorosa die Wette gewonnen und letztlich werden auch noch Zwirn und Knieriem durch die Macht der Liebe bekehrt.

Entstehungsgeschichte

Für Direktor Carl Carls sogenanntes „Carneval-Theater“ in seinem Theater an der Wien schrieb Johann Nestroy das Stück „Der Feenball“, das als Faschingsposse angekündigt wurde. Zeitlich ging sich die Aufführung jedoch nicht aus, weshalb Nestroy ihn – mit einigen umgearbeiteten Passagen – unter dem neuen Titel „Der böse Geist Lumpacivagabundus“ präsentierte. Nestroy spielte den Knieriem. Allein im Zeitraum von April bis Dezember 1833 gab es über sechzig Aufführungen im Theater an der Wien und das Werk blieb auch weiterhin stets im Programm. 1838 wurde es gleichzeitig am Theater in der Leopoldstadt und am Theater in der Josefstadt aufgeführt. Bei Nestroys letzter Vorstellung in Wien am 4. März 1862 verabschiedete er sich vom Wiener Publikum mit dem Knieriem.

Zu den Spielterminen des „Lupazivagabundus“ bei den Festspielen Reichenau!

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