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Auswahl Saison 20/21

Auswahl Saison 20/21
Foto: Wiener Staatsoper/M. Pöhn

Cavalleria rusticana von Pietro Mascagni

Wiener Staatsoper
Ein Stück in einer Minute

Die erste Oper, die ungeschönt von den Schicksalen einfacher Menschen berichtet, wurde einst für ein Preisausschreiben komponiert - und machte ihren Schöpfer im Handumdrehen weltberühmt. Warum sie stets mit einer zweiten Oper kombiniert wird, lesen Sie hier.


Inhalt

Als Turridu aus dem Militärdienst in sein sizilianisches Heimatdorf zurückkehrt, muss er feststellen, dass seine Verlobte Lola bereits Alfio geheiratet hat. Er tröstet sich mit Santuzza. Doch Lola umgarnt ihn während der Abwesenheit ihres Gatten erneut. Als Alfio zurückkehrt, stellt dieser Turridus Mutter zur Rede, was Santuzza mitbekommt. Sie gesteht Turridus Mutter Lucia ihren Kummer, denn sie weiß, dass Lola Turridus Herz erneut gewonnen hat. Santuzza gegenüber leugnet Turridu dies zwar. Aber er stößt die um seine Zuneigung kämpfende Santuzza schließlich doch von sich weg. Ihre Liebe schlägt vorübergehend in Rachsucht um, weshalb sie Alfio von der Untreue seiner Frau berichtet. Als Alfio Turridu zur Rede stellen will, beißt dieser ihm ins Ohr. Im Dorf kennt man dies als Zeichen, um einem Duell zuzustimmen. Turridu fällt in diesem, Santuzza und Lucia sinken ohnmächtig zu Boden.

Werkgeschichte

Pietro Mascagni komponierte diese Oper, als der Mailänder Verleger Edoardo Sonzogno ein Preisausschreiben für einen Einakter veranstaltete. Mascagni gewann damals den ersten Platz. Das Libretto schufen Giovanni Targioni-Tozzetti und Guido Menasci auf Basis des gleichnamigen Volksstücks von Giovanni Verga, das die Schauspielerin Eleonora Duse bekannt gemacht hatte. Die Librettisten strafften die Handlung und ließen einige Figuren weg, um einen stringenten Ablauf zu schaffen. "Cavalleria rusticana" gilt als erste bedeutende Oper des "Verismo", was bedeutet, dass diese vom Naturalismus bestimmten Werke das "wahre Leben" auf die Bühne bringen, anstatt wie zuvor Könige, Ritter oder mythische Gestalten.

Aufführungsgeschichte

Die Uraufführung am 17. Mai 1890 im Teatro Constanzi in Rom wurde mit grenzenloser Begeisterung aufgenommen. Rasch startete "Cavalleria rusticana" einen Siegeszug rund um den Erdball. Es heißt sogar, es sie jenes Werk in der Geschichte der Oper, das sich am schnellsten weltweit verbreitete. "Cavalleria rusticana" machte Pietro Mascagni schlagartig berühmt. Auch an der Wiener Staatsoper stand diese Oper seit 1891 über ein Jahrhundert lang in annähernd jeder Saison auf dem Spielplan. Da sie nur 70 Minuten lang ist, wird sie meist mit "Pagliacci" von Ruggero Leoncavallo verbunden, ebenfalls ein Werk des "Verismo".

Prominenten Namen

"Cavalleria rusticana" wurde 1982 als Film herausgebracht, darin spielte Placido Domingo Turridu, Franco Zeffirelli führte Regie, Elena Obraztsova war Santuzza. Als ebendiese präsentierten sich an der Wiener Staatsoper zuletzt unter anderen auch Elina Garanca und Eva-Maria Westbroek in der schon legendär gewordenen Inszenierung von Jean-Pierre Ponnelle. Höchst prominent verwendet werden Sequenzen aus "Cavalleria rusticana" übrigens in Francis Ford Coppolas drittem Teil von „Der Pate“.

Theresa Steininger
Autor
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