Zum Inhalt springen

„Macbeth“ bei den Salzburger Festspielen 2023: Asmik Grigorian

„Macbeth“ bei den Salzburger Festspielen 2023: Asmik Grigorian
Foto: SF/Bernd Uhlig

Macbeth von Giuseppe Verdi

Ein Stück in einer Minute

Mit Macbeth brach Verdi mit bestehenden Operntraditionen und brachte etwas Neues auf die Bühne, von dem die Menschen begeistert waren und sind. Eine Zusammenfassung.


Inhalt

Die Oper stützt sich auf Shakespeares gleichnamiges Drama und bringt dessen Inhalt auf die Bühne. Dem Titelhelden Macbeth wird von einigen Hexen prophezeit, dass er zum Than of Cawdor und in weiterer Folge zum Nachfolger König Duncans aufsteigen werde. Als die erste Weissagung eintrifft, will die ehrgeizige Lady Macbeth auch die zweite wahrmachen und stiftet ihren Gatten zum Mord am König an. Macbeth ernennt sich zum Nachfolger Duncans. Als Mörder diffamiert er dessen Sohn Malcom, der gegen den neuen unrechtmäßigen König vorgehen will. Macbeth sucht erneut die Hexen auf, die ihm versprechen, ihm könne nicht geschadet werden, außer der Wald von Birnam würde gegen ihn vorrücken. Außerdem könne er von niemandem getötet werden, der von einer Frau geboren wurde.

Malcom hat inzwischen gemeinsam mit Macduff, einem weiteren Fürsten und Widersacher Macbeths, ein Heer aufgestellt und tarnt seinen Angriff mit Ästen und Büschen – der Wald von Birnam kommt. Getötet wird Macbeth von Macduff, der per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen ist und somit die zweite Prophezeiung der Hexen erfüllt.


Werkgeschichte

Diese Inszenierung war die erste Auseinandersetzung Verdis mit einem Werk von Shakespeare und stellte den Komponisten vor neue Herausforderungen. Eine identische Übernahme der Handlung war nicht möglich, Verdi musste sich auf einzelne Szenen konzentrieren. Auch wurden einige neue Szenen hinzugefügt, um das Stück operntauglich zu machen.

Verdi wollte mit Traditionen brechen und ließ einen Bariton anstatt eines Tenors die Titelfigur singen, der dramatische Ausdruck und nicht der Schöngesang sollte außerdem im Vordergrund stehen. Auch stand erstmals nicht eine Liebesgeschichte im Fokus der Oper, sondern vielmehr Machtstreben und Skrupellosigkeit. Mit Macbeth grenzte sich Verdi von der romantischen Belcanto-Opernbewegung ab und schuf ein psychologisches Figurenspiel.

Aufführungsgeschichte

Die Uraufführung fand 1846/1847 im Auftrag des Teatro della Pergola in Florenz statt und war sofort ein großer Erfolg. 1865 schrieb Verdi jedoch eine zweite, stark geänderte Fassung für die Pariser Oper. Er überarbeitete einige Nummern und vor allem das Finale wurde fast völlig neugestaltet, indem ein Monolog des Titelhelden gegen eine Siegeshymne des Chores getauscht wird. Verdi musste außerdem aufgrund der Gepflogenheiten der Pariser Operá im dritten Akt ein Ballett einführen.

Beliebter beim Publikum war allerdings die Erstfassung, die in der Folge auch am häufigsten gespielt wurde.

An der Wiener Staatsoper fand die erste Aufführung von Macbeth 1943 unter der Dirigentschaft Karl Böhms statt.

Prominente Interpreten

Berühmte Interpreten des Macbeth waren beispielsweise Thomas Hampson oder Piero Cappucilli. Die Lady spielten bereits Operngrößen wie Maria Callas oder Anna Netrebko.


Zu den Spielterminen von „Macbeth“ bei den Salzburger Festspielen!

Redaktion
Autor
Mehr zum Thema
  • Opernperle
    George Bizets Frühwerk „Die Perlenfischer“ ist ein musikalisches Meisterwerk voll großer...
    Von Atha Athanasiadis
  • Unbefugte Eifersucht
    Geistreicher Schachzug. Regisseur Vasily Barkhatov verlegt Verdis „Stiffelio“ zu den Amish...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Clemenza 4.0
    Die Milde als Machtmittel in einem System aus Korruption und Mord. Die Volksoper lässt ihr...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Zarewitsch live gebastelt
    Mehr Poesie geht nicht: Steef de Jong inszeniert Lehárs „Der Zarewitsch“ mit live gezeichnetem...
    Von Atha Athanasiadis
  • Mensch und Mythos
    Auch die Flucht vor Gläubigern kann eine Oper hervorbringen. „Der fliegende Holländer“ ist...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Max Emanuel Cencic hält sich an geschichtliche Tatsachen und besetzt alle Frauenrollen mit Sängern. Im Bild: der britische Countertenor Jake Arditti als Erissena.
    Historisch hysterisch
    „Drag Attack“ anno 1730. Fünf Countertenöre und ein Tenor übernehmen in Leonardo Vincis...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Mörderisches Mobbing
    Vom Outlaw zum Mörder. Alban Bergs „Wozzeck“ ist eine Blaupause des modernen Antihelden....
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Ultimatives Unglück
    Kindermordendes Monster oder feministische Ikone? Schon immer diente Medea als Projektionsfläche...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Karriere mit Lehre
    Das kommt dabei heraus, wenn das Kindermädchen „pirate“ statt „pilot“ versteht. Konfusion,...
    Von Klaus Peter Vollmann
1 / 12