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Lili Winderlich, Mavie Hörbiger, Christoph Luser und Felix Rech in „Kasimir und Karoline“ im Burgtheater.

Lili Winderlich, Mavie Hörbiger, Christoph Luser und Felix Rech in „Kasimir und Karoline“ im Burgtheater.
Foto: Matthias Horn/Burgtheater

Kasimir und Karoline von Ödön von Horváth

Burgtheater
Ein Stück in einer Minute

Ödön von Horváths Volksstück feierte vor allem in Wien große Erfolge und zog auch einige filmische Adaptionen nach sich. Worum es in dem Stück geht, haben wir hier zusammengefasst.


Inhalt

Kasimir und seine Verlobte Karoline gehen auf das Oktoberfest. Während Kasimir schlecht gelaunt ist, da er seine Anstellung verloren hat, will sich Karoline amüsieren. Die beiden beginnen einen Streit und ihre Wege trennen sich. Karoline lernt den Zuschneider Schürzinger und die beiden Freunde, Komerzienrat Rauch und Landesgerichtsdirektor Speer, kennen. Mit Rauch will sie schließlich nach Altötting fahren, der erleidet in seinem Wagen allerdings einen Zusammenbruch. Karoline kann ihm das Leben retten. Sie erfahren, dass auch Speer durch eine Prügelei verletzt wurde. Rauch besinnt sich auf dessen Freundschaft zu ihm und lässt Karoline fallen.

Kasimir hilft inzwischen dem Kleinkriminellen Merkl Franz bei einem Autodiebstahl, der wird von der Polizei gefasst. Als Karoline sich mit Kasimir versöhnen will, weist der sie ab und Karoline lässt sich auf Schürzinger ein, der ihr einen Platz in der Gesellschaft bieten kann.

Werkgeschichte

Kasimir und Karoline gilt als sozialkritisches Theaterstück, in dem das fröhliche Oktoberfest in starkem Kontrast zum trostlosen Leben der beiden Protagonisten steht. Kasimir bleibt in seinem Milieu verhaftet, während Karoline schlussendlich daraus ausbricht. Das Motto des Stücks lautet: Und die Liebe höret nimmer auf. Die Handlung spielt „in unserer Zeit“, womit die Zeit nach 1929, nach der Weltwirtschaftskrise, gemeint ist.


Aufführungsgeschichte

1932 wurde das Stück mit dem Untertitel „Ein Abend auf dem Oktoberfest“ in Leipzig uraufgeführt, eine Woche später folgte die Premiere in Berlin. Im Laufe der Zeit wurde es auch in Dortmund, Hamburg und München gespielt. 1935 sollte das Theaterstück einmalig in der „Komödie in der Johannesgasse in Wien“ gastieren. Es kam jedoch so gut an, dass es noch sechsmal in den Kammerspielen gespielt wurde und sogar ins Repertoire des Kleinen Theaters in der Praterstraße aufgenommen wurde.

Es gibt zudem einige Verfilmungen des Stoffes, so zum Beispiel 1959 unter der Regie von Michael Kehlmann oder 2011 als ZDF-Produktion. Die französische Adaption Août oder die schweizerische Verfilmung Mary & Johnny sowie Kasimir und Karoline – die Liebe fährt nicht Schwebebahn sind weitere filmische Produktionen des Stücks.

Prominente Darsteller*innen

In der Münchner Inszenierung von 2011 spielt Nicholas Ofczarek den Kasimir, Birgit Minichmayr seine Partnerin Karoline. 2012 an der Josefstadt waren Harald Windisch und Katharina Strasser als Titelfiguren zu sehen, Herbert Föttinger spielte den Speer. Auch Gerti Drassl wirkte als „Dem Merkl Franz seine Erna“ mit.

In der Verfilmung von 1959 spielt beispielsweise Ruth Drexel die Karoline, in der neueren ZDF-Produktion bilden Golo Euler und Christina Hecke das Duo Kasimir und Karoline.

Zu den Spielterminen von „Kasimir und Karoline“ im Burgtheater

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