Parsifal ist das letzte musikdramatische Werk des deutschen Komponisten Richard Wagner. Er selbst bezeichnete den Dreiakter als Bühnenweihfestspiel.

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Inhalt

Die Handlung beruht auf dem Versroman „Parzival“ des mittelhochdeutschen Dichters Wolfram von Eschenbach und spielt rund um und auf Burg der Gralshüter „Montsalvat“, Klingsors Zauberschloss und Garten; frühes Mittelalter.

Der Gralskönig Amfortas hat im Kampf gegen den abtrünnigen Ritter Klingsor den heiligen Speer verloren, als er sich von der dämonischen Kundry verführen ließ. Zudem hat Klingsor Amfortas eine niemals heilende Wunde zugefügt. Kundry versucht ihre Schuld wiedergutzumachen, daher versorgt sie Amfortas mit heilenden Kräutern.

Amfortas befindet sich im Wald bei der Gralsburg. Gralsritter Gurnemanz und seine Knappen bereiten das Bad für den verwundeten König vor. Kundry erscheint und bringt Heilkräuter. Amfortas befindet sich in einem schlechten Zustand, hat aber noch eine Chance: Seine Wunde kann durch eine Berührung mit dem heiligen Speer geheilt werden. Der Haken: Nur ein „reiner Tor" kann seinen heiligen Speer zurückholen.

Im ersten Akt erscheint schließlich ein fremder Jüngling, der einen Schwan mit einem Bogen erlegt. Der junge Mann weiß nicht, wo er herkommt und wie er heißt. Nur, dass seine Mutter Herzeleide heißt, weiß er noch. Kundry kennt seine Herkunft und teilt ihm mit, dass seine Mutter bereits tot ist.

Gurnemanz hält den Jüngling für den Tor, der den Speer zurückbringen könnte. Daher führt er ihn zur Gralsburg. Dabei kommt ein geheimnisvoller Gral ins Spiel, der bei einer Versammlung der Bruderschaft der Gralsritter enthüllt wird. Er soll eine Schale mit dem Blut des Erlöses enthalten. Der Jüngling erfüllt die Aufgabe schließlich so, wie es Gurnemanz gehofft hat, und dieser jagt ihn weg.

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Im zweiten Akt taucht Klingsor wieder auf. Er befielht Kundry, den Jüngling zu verführen und zu vernichten. Kundry spricht ihn zum ersten Mal mit seinem richtigen Namen an: Parsifal. Bei dem Kuss zwischen Kundry und Parsifal erwacht der Jüngling: Vor seinem inneren Auge sieht er den kranken Amfortas und realisiert, welche Aufgabe auf ihn wartet. Kundry kann Parsifal nicht mehr verführen und ruft Klingsor herbei. Dieser wirft den heiligen Speer nach Parsifal, der diesen jedoch ergreifen und damit das Kreuzzeichen schlagen kann. Dadurch versinkt Klingsors falsches Reich.

Klingsor sieht den von langer Wanderschaft kommenden Jüngling herannahen. Auf sein Geheiß erwacht Kundry mit einem furchtbaren Schrei aus todesähnlichem Schlaf. Klingsor zwingt sie, den Jüngling zu umgarnen und zu vernichten. Ein zauberhafter Garten entsteht; verführerische Mädchen umdrängen den staunenden Jüngling. Dann erscheint Kundry, die ihn mit seinem richtigen Namen Parsifal anspricht und vom Sterben seiner Mutter erzählt. „Du weißt, wo du mich wiederfinden kannst", sagt Parsifal zu Kundry und macht sich auf den Rückweg zur Gralsburg.

Parsifal kehrt mit Amfortas heiligem Speer zurück. Kundry bietet demütig an, nur noch zu dienen. Gurnemanz begrüßt Parsifal als neuen Gralskönig. Als erste Amtshandlung tauft Parsifal Kundry. Gurnemanz preist die Bedeutung des Karfreitagswunders. Die Natur erleuchtet in neuer Schönheit.

In der Gralsburg fleht Amfortas die Gralsritter bereits an, ihm den Tod zu geben. Da betritt Parsifal die Szene und heilt mit dem Speer seine Wunden. Als neuer Gralskönig enthüllt Parsifal zudem die heilige Schale. Während sie in einem hellen Licht erstrahlt, wird Kundry durch den Tod erlöst.

Elina Garanča

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Aufführungen

Richard Wagner wünschte, dass der Parsifal nur in Bayreuth aufgeführt werden sollte. Die erste szenische Aufführung außerhalb Bayreuths (bereits nach Wagners Tod) fand am 24. Dezember 1903 an der Metropolitan Opera in New York ohne Genehmigung von Cosima Wagner statt. Die Witwe setzte durch, dass Dirigent Alfred Hertz deswegen nicht mehr auf deutschen Bühnen dirigieren konnte. 1913 lief der Urheberrechtsschutz für Parsifal aus. Cosima Wagner bemühte sich erfolglos um eine Fristverlängerung. Ab 1914 wurde das Werk in zahlreichen europäischen Häusern aufgeführt.

Parsifal und Religion

Aufgrund des religiös aufgeladenen Charakters wurde lange Zeit überhaupt nicht geklatscht. Noch heute wird teilweise nach Ende des ersten Akts darauf verzichtet. Von Richard Wagner gab es dazu jedoch keine Vorgabe. Traditionell wird der Parsifal in der Osterzeit gespielt.

Zu den Spielterminen des „Parsifal“ in der Wiener Staatsoper!