Zum Inhalt springen

Hoffentlich schon bald im Burgtheater zu sehen: Markus Scheumann und Maria Happel in Thomas Bernhards „Jagdgesellschaft".

Hoffentlich schon bald im Burgtheater zu sehen: Markus Scheumann und Maria Happel in Thomas Bernhards „Jagdgesellschaft".
Foto: Susanne Hassler-Smith

Die Jagdgesellschaft von Thomas Bernhard

Burgtheater
Ein Stück in einer Minute

„Die Jadgesellschaft" bezeichnete Thomas Bernard mehrmals als eine seiner besten Arbeiten. Eine Zusammenfassung.

Das 1974 am Wiener Burgtheater uraufgeführte Stück Die Jagdgesellschaft hatte für Bernhard besondere Bedeutung: Er bezeichnete es mehrmals als eine seiner gelungensten Arbeiten. Die Figur des Schriftstellers, die im Stück vorkommt, verleitet dazu, sie als Spiegelfigur des Autors zu sehen.

Inhalt

Bernhards Untergangsstück spielt sich in einem Jagdhaus inmitten eines großen, vom Borkenkäfer befallenen Waldes ab. In diesem Haus warten die Generalin und der Schriftsteller auf die Ankunft des Generals: ein Kriegsveteran, Jäger und ranghoher Politiker mit großem Netzwerk. Es ist kalt und der Bedienstete Asamer muss fortwährend einheizen, um gegen die winterliche Kälte anzukommen. Die Unterhaltung der Generalin mit dem Dichter dreht sich um den doppelten Untergang: Erstens muss der vom Borkenkäfer befallene Wald abgeholzt werden, zweitens wütet im Inneren des Generals eine todbringende Krankheit. Außerdem ist sein Augenlicht ist vom grauen Star angegriffen. Die Generalin bemüht sich jedoch sehr, die beiden Untergangsszenarios vor ihrem Mann zu verheimlichen. Als der General schließlich mit seiner Gefolgschaft im Jagdhaus ankommt und sich zur Jagd bereitmacht, ahnt er noch nicht, dass es seine letzte sein könnte. 

Uraufführung

Das Stück wurde am 4. Mai 1974 im Burgtheater uraufgeführt. Claus Peymann führte Regie, um das Bühnenbild kümmerte sich Karl-Ernst Herrmann. Joachim Bissmeier spielte den Schriftsteller, Judith Holzmeister die Generalin und Werner Hinz den General. Bernhard widmete die „Jagdgesellschaft" Bruno Ganz, der die Rolle des Dichters jedoch nicht übernehmen konnte. In dieser Spielzeit inszeniert die deutsche Regisseurin Lucia Bihler das Stück – mit Maria Happel, Martin Schwab und Markus Scheumann – für das Wiener Burgtheater.

Weiterlesen

Markus Scheumann im Interview zu „Die Jagdgesellschaft"

Maria Happel im Porträt

Das Burgtheater widmet der Inszenierung eine Folge der Probeneinblicke

Redaktion
Autor
Mehr zum Thema
  • Unter Tieren
    Selbst die Spatzen pfeifen es schon von den Dächern: Die Welt geht vor die Hunde und der freie...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Reichenau Calling
    Moritz Mausser langweilt sich schnell. Das eint ihn mit seiner Rolle in „Die Fledermaus“. Warum...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Heavy Rotation
    Die Fassade bröckelt, alles dreht und verändert sich. Da hilft nur: zu berauschenden Klängen ein...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Maria Happel, Reichenau-Intendantin, Volksschauspielerin.
    Die Frau Chef
    Maria Happel hat in Reichenau ein kluges, elegant-feines Programm zusammengestellt. Stars treffen...
    Von Atha Athanasiadis
  • Ab ins Grüne
    Gras anfassen? Für Regisseurin Claudia Waldherr kein Problem. Das Bühnenbild ihrer Inszenierung...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Stimmungsbild
    In „Mythen des Alltags“ verdichten Regisseur Mattias Andersson und Dramaturg Tobias Schuster...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Der Ton macht die Macht
    Was haben Macht und Musik miteinander zu tun? In „Das tragische Schicksal der Sonate Nr. 2“...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Die Cervik
    Ein sehr persönliches Gespräch mit Sandra Cervik über Erschöpfung, Ausbruch und Weltangst,...
    Von Atha Athanasiadis
1 / 12