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Moritz Mausser wird dieses Jahr bei den Festspielen Reichenau in "Die Fledermaus" zu sehen sein.

Moritz Mausser wird dieses Jahr bei den Festspielen Reichenau in "Die Fledermaus" zu sehen sein.
FOTO: LISA FOKINA

Reichenau Calling

Festspiele Reichenau

Moritz Mausser langweilt sich schnell. Das eint ihn mit seiner Rolle in „Die Fledermaus“. Warum es bei aller Getriebenheit trotzdem wichtig ist, ab und an zur Ruhe zu kommen? Wir haben mit ihm gesprochen.

Es gibt nicht viele 25-jährige Künstler*innen, bei denen es sich anbietet, über Routine zu sprechen. Darüber, ob sie wichtig oder vielleicht doch gefährlich ist. Moritz Mausser gehört definitiv zu jenen Menschen, bei denen sich die Frage unweigerlich aufdrängt. Schließlich hat der in Baden bei Wien aufgewachsene Künstler gerade erst als Falco in „Rock Me Amadeus“ die Wände des Ronacher zum Beben gebracht, um direkt danach in „Maria Theresia – Das Musical“ in die Rolle des Friedrich II. von Preußen zu schlüpfen. Die Anzahl an zurückgelegten Bühnenkilometern und verbrannten Kilokalorien würde vermutlich jede Fitnessuhr ins Burn-out schicken. Doch Moritz Mausser brennt für seinen Beruf und weiß auch, wie er diese Flamme am Lodern hält.

„Routine ist wichtig, um dauerhaft bestehen zu können, aber sie darf nicht dazu führen, dass man kreativ einschläft. Ich möchte wach belieben, weitersuchen und mich auch außerhalb des Theaters inspirieren lassen.“

Mit dem Operettenklassiker „Die Fledermaus“ begibt sich Mausser auf für ihn bislang unbekanntes Terrain. „Der größte Unterschied zwischen Operette und Musical liegt im Gesang“, so Mausser, der sich schon sehr darauf freut, in Reichenau neue Arbeitsweisen und Menschen kennenzulernen. Er wird die Rolle des Prinzen Orlofsky übernehmen, dessen rauschvolle Ballnacht so einiges durcheinanderwirbelt. „Orlofsky ist ein junger, wohlhabender Mann, der von seinen eigenen Möglichkeiten gelangweilt ist. Er hat im Grunde schon alles erlebt und sucht nach etwas, das ihn wirklich reizt. Seine Feier wird für ihn zum Versuch, genau diesen besonderen Moment wiederzufinden“, sagt Mausser über seine Rolle. Mit seinem inneren Getriebensein kann er sich gut verbinden – mit dem Wunsch etwas zu finden, das ihn wirklich begeistert.

„Gleichzeitig mag ich Figuren, die auf den ersten Blick weit weg sind. Oft fällt es mir leichter, dort loszulassen und freier zu spielen als bei Figuren, die mir sehr ähnlich sind.“ Wie schnell alles ging, seit er die Zusage für „Falco“ bekommen hat, realisiert er erst nach und nach. „Mittlerweile kommt das erst so richtig an. Lange hatte ich das Gefühl, ich komme gut damit klar, aber jetzt merke ich, wie intensiv diese Zeit eigentlich war.“ Eigene handwerkliche und künstlerische Projekte helfen ihm gerade dabei, zwischendurch ein wenig zur Ruhe zu kommen, so der Musicalstar. Als Prinz Orlofsky wird er jedenfalls schon bald dafür sorgen, dass die Masken fallen und die Fassade bröckelt.

Hier geht es zu den Spielterminen von "Die Fledermaus" bei den Festspielen Reichenau!

Sarah Wetzlmayr
Sarah Wetzlmayr
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