Zum Inhalt springen

Cecilia Bartoli als Donna ­Fiorilla in Gioachino Rossinis „Il turco in Italia“.

Cecilia Bartoli als Donna ­Fiorilla in Gioachino Rossinis „Il turco in Italia“.
Foto: Alain Hanel / OMC

Welchen Fehler würden Sie noch einmal machen, Frau Bartoli?

Wiener Staatsoper

Erstmals und endlich singt Cecilia Bartoli an der ­Wiener Staatsoper, und zwar Rossini – eine ganze Woche lang. Wir haben die Königin der Koloratur auf ein paar schnelle Fragen ­getroffen.

Empfehlung. Die Wiener Staatsoper gehört in der ersten Juliwoche ganz Cecilia Bartoli und den Werken Rossinis: „La Cenerentola“, „Il turco in Italia“ und eine Rossini-Gala mit Rolando Villazón, Plácido Domingo und Co stehen auf dem Programm. Wir haben die vielbeschäftigte und vielgeliebte Sängerin davor für Sie befragt.

1. Was kann Rossini, was andere Komponisten nicht können?

Er ist unglaublich vielseitig und in allen Bereichen exzellent: sei es eine Farce, eine leichte Komödie, ein lyrisches Drama, eine Tragödie, ein kleines Lied. Manchmal landet man im absurden Theater. Und wie wenige Komponisten ist Rossini selbstironisch.

2. Wie erklären Sie der TikTok-Generation, was Belcanto ist?

Belcanto ist ausdrucksvoller Gesang, der einen zutiefst ans Herz geht. Und dauert länger als zehn Minuten …

3. Wie würden Sie einem vierjährigen Kind erklären, was Koloraturen sind?

Ich würde es ihm nicht erklären, sondern eine vorsingen.

4. Die verrückteste Opernhandlung, in der Sie je mitgespielt haben?

„Il turco in Italia“ ist schon ziemlich verrückt, vor allem für die damalige Zeit. Da gibt es die Figur des Dichters Prosdocimo, der die Handlung der Oper in Echtzeit weiterschreibt und anpasst. Das ist doch unglaublich modern!

5. Wie viele Rollen können Sie auswendig?

Habe ich noch nie gezählt. Aber da ich auch sehr viele Konzerte singe, kenne ich außer meinen Opernpartien unzählige Arien und Lieder. Und Schlager. Und Kammermusik. Und Solokonzerte. Sinfonien und Messen.

Sachertorte und Don Giovanni

6. Was ist das Angenehmste, wenn man berühmt ist?

Dass einem so viele Leute mit Freude und Dankbarkeit begegnen

7. Als Rossini und Isabella Colbran nach Wien kamen, schrieb Hegel an seine Frau: „Ich werde in Wien bleiben, solange ich Geld für die italienische Oper und meine Rückfahrkarte habe.“ Was hätten Sie gern, das über Ihren Wien-Besuch geschrieben wird?

Dass Rossini auch heute noch die Wiener und ihre Gäste begeistert.

8. Was mögen Sie an der Angelina?

Dass sie eine vielschichtige, sehr empfindsame Person ist, zunächst sehr schüchtern und melancholisch – die aber stolz und selbstbewusst wird. Für eine komische Oper ist eine so große Entwicklung ungewöhnlich. Und ihre Musik ist einfach fantastisch.

9. Und was mögen Sie an der Donna Fiorilla?

Dass sie sehr selbstbewusst ist und versucht sich durchzusetzen …

10. Welchen Fehler würden Sie sofort wieder machen?

Eine Sachertorte essen.

11. Welche Rolle möchten Sie noch unbedingt singen?

Den Don Giovanni – aber nur in meinen Träumen …

Zu allen Terminen der „Rossini Mania“  in der Wiener Staatsoper.

Atha Athanasiadis
Atha Athanasiadis
Autor
Mehr zum Thema
  • Volksoper
    Queer Twist
    Im Juni feiert die LGBTQIA+ Community Lebensfreude und Widerstand. Und in der Volksoper wirft...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • GRAFENEGG FESTIVAL
    Große Stimmen: Piotr Beczała
    Der Ausnahme-Tenor Piotr Beczała wird am 16. August in Grafenegg auftreten. Ein BÜHNE-Gespräch.
    Von Atha Athanasiadis
  • GRAFENEGG FESTIVAL
    Große Stimmen: Asmik Grigorian
    Sie hat die Opernwelt im Eiltempo erobert. Asmik Grigorian ist der Rockstar unter den großen...
    Von Atha Athanasiadis
  • Kammeroper
    Szenen zweier Ehen
    Brandbeschleuniger Eifersucht. In den Einaktern „Lady Magnesia“ und „Zweimal Alexander“...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Wiener Staatsoper
    Was ist für Sie schön?
    Sie ist erst 26 und bereits nah dran am Gipfel der Opernwelt: Die aserbaidschanische...
    Von Atha Athanasiadis
  • Wiener Staatsoper
    Opernperle
    George Bizets Frühwerk „Die Perlenfischer“ ist ein musikalisches Meisterwerk voll großer...
    Von Atha Athanasiadis
  • MusikTheater an der Wien
    Unbefugte Eifersucht
    Geistreicher Schachzug. Regisseur Vasily Barkhatov verlegt Verdis „Stiffelio“ zu den Amish...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Volksoper
    Clemenza 4.0
    Die Milde als Machtmittel in einem System aus Korruption und Mord. Die Volksoper lässt ihr...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • "Manon" in der Wiener Staatsoper.
    Wiener Staatsoper
    Stück in einer Minute: Manon
    Ein Leben in Luxus wünscht sich die junge Manon – und genau das wird ihr zum Verhängnis. Das...
    Von Theresa Steininger
1 / 12