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Lina Beckmann in „Richard the Kid & the King" bei den Salzburger Festspielen.

Lina Beckmann in „Richard the Kid & the King" bei den Salzburger Festspielen.
Foto: Monika Rittershaus / SF

Vom Kid zur Queen: Lina Beckmann erhält Gertrud-Eysoldt-Ring

Gertrud-Eysoldt-Preis

Nach ihrer NESTROY-Auszeichnung erhält Schauspielerin Lina Beckmann nun auch den Gertrud-Eysoldt-Ring. Sie überzeugte die Jury mit ihrer „geradezu anarchischen Energie" in „Richard the Kid & the King".

Gerade wäre Schauspielerin Lina Beckmann fast nach Wien gekommen, um den NESTROY-Theaterpreis als beste Hauptdarstellerin in „Richard the Kid & the King" entgegenzunehmen. Dann funkte jedoch wieder einmal die Pandemie dazwischen und die Verleihung musste ohne Publikum stattfinden.

Das Stück, eine Koproduktion der Salzburger Festspiele mit dem Deutschen SchauSpielHaus Hamburg, feierte am 25. Juli im Rahmen der Salzburger Festspiele Premiere. Seither ist es am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg zu sehen, wo Lina Beckmann seit der Spielzeit 2013/14 Ensemblemitglied ist.

Beim NESTROY sollte es jedoch nicht bleiben, denn weniger als zwei Wochen später wurde verkündet, dass Lina Beckmann für ihre Darstellung des Richard in der Inszenierung von Karin Henkel – eine körperlich extrem anspruchsvolle Tour de Force durch sämtliche Persönlichkeitsschichten des shakespear'schen Königs – den Gertrud-Eysoldt-Ring erhält.

Spielerische Freiheit

„Getrieben von einer geradezu anarchischen Energie, erspielt Lina Beckmann ihren abgründig schillernden Richard. In atemberaubenden vier Stunden entwickelt sie das wahnwitzige Psychogramm einer Figur, die fähig ist, jegliche moralischen Grenzen zu überschreiten", kann im Urteil der Jury nachgelesen werden. Sie tue dies, so die Jury, indem sich sich „selber körperlich und emotional verausgabt mit einer irren Schonungslosigkeit und einer einzigartigen Intensität – vom kleinen, ausgestoßenen Kid bis zum monströs machtbesessenen King."

Wie die Jury unter Vorsitzendem Jossi Wieler außerdem erklärte, „spielt Beckmann diese Entwicklung mit einer Intelligenz und Virtuosität, die ihresgleichen sucht. Ihre unbedingte Hingabe und ihre spielerische Freiheit begeistern uns. Wir bewundern in Lina Beckmann eine große Theaterpersönlichkeit unserer Zeit."

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird seit 1986 jährlich von der Stadt Bensheim gemeinsam mit der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für eine herausragende schauspielerische Leistung verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Klaus Maria Brandauer, Corinna Harfouch, Nina Hoss, Ulrich Mühe, Tobias Moretti, Sandra Hüller und Sophie Rois.

Foto: Werner Bartsch
Zur Person: Lina Beckmann

Geboren 1981 in Hagen. Studium an der Westfälischen Schauspielschule Bochum. Engagements am Schauspielhaus Bochum und am Schauspielhaus Zürich, ab 2007 Ensemblemitglied am Schauspiel Köln. Seit der Spielzeit 2013/14 gehört sie zum Ensemble des Deutschen SchauSpielHauses. Ihre Darstellung in Ibsens »John Gabriel Borkman« brachte ihr eine Nominierung für den Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ ein.

Spielplan des Deutschen SchauSpielHauses Hamburg

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