Peter Turrini über sein Stück „Was für ein schönes Ende“
Peter Turrinis Stück „Was für ein schönes Ende“ (Neufassung) thematisiert das turbulente Leben des Mozart-Librettisten Lorenzo Da Ponte. Der Dramatiker über sein Stück im Theater der Josefstadt.
„Mein Stück ‚Was für ein schönes Ende‘ handelt von einem Menschen, der zu den glanzvollsten Erscheinungen Wiens gehörte und aus ebendieser Stadt vertrieben wurde. Er schrieb unsterbliche Werke, die sich über die ganze Welt verbreiteten, aber noch zu seinen Lebzeiten verschwand sein Name von allen Plakaten. Ich rede von Lorenzo Da Ponte, der eigentlich Emmanuele Conegliano hieß und ein Jude aus dem Ghetto von Venedig war. Der ein viel umjubelter Hofdichter Josephs II. wurde und der von heute auf morgen in Ungnade fiel. Der Schulden machte und vor seinen Gläubigern nach Amerika floh. Der bei seinen Versuchen, in der Neuen Welt Fuß zu fassen, scheiterte. Der als Brandyverkäufer mit einem Schnapswagen herumtingelte und der auf dem italienischen Friedhof in New York als weithin Unbekannter begraben wurde. Schon wenige Jahre nach seinem Tod wurde der Friedhof eingeebnet und seither steht auf seinem Grab die amerikanische Zentrale von Kraft Ketchup.
Seit Jahrzehnten fasziniert mich sein Leben zwischen hellstem Licht und großer Dunkelheit, zwischen Erhabenheit und Lächerlichkeit. Im Jahre 2000 habe ich über ihn eine Novelle geschrieben, zwei Jahre später ein Drama und jetzt habe ich für das Theater in der Josefstadt eine Neufassung des Stoffs verfasst, in welcher die Beziehung Da Pontes zu seiner Frau Nancy Krahl in den Mittelpunkt gerückt wird.
Mein Motto, dass dieses Leben eine komische Katastrophe sei, gilt auch für mein dramatisches Tun: Ich hoffe, dass Sie, geschätztes Theaterpublikum, bei diesem sehr ernsten Stück einiges zum Lachen haben.“
Hier geht es zu den Spielterminen von „Was für ein schönes Ende“ im Theater in der Josefstadt!