Zum Inhalt springen

Am 12. Juni findet die Premiere von „Pelléas und Mélisande“ im Akademietheater statt.

Am 12. Juni findet die Premiere von „Pelléas und Mélisande“ im Akademietheater statt.
Foto: Susanne Hassler-Smith

Pelléas und Mélisande von Maurice Maeterlinck

Burgtheater
Ein Stück in einer Minute

Maurice Maeterlincks symbolistisches Hauptwerk findet man nur selten auf den Spielplänen der großen deutschsprachigen Häuser. Eine Zusammenfassung.

In Maurice Materlincks Stück verschwimmen Traumwelt und Wirklichkeit zu einem mit Symbolen aufgeladenen Universum. Auch deshalb gilt „Pelléas und Mélisande" als Hauptwerk des Theaters des Symbolismus. Das am 16. Mai 1893 am Théâtre des Bouffes-Parisiens in Paris uraufgeführte Schauspiel wird sehr viel seltener gezeigt als die gleichnamige Oper von Claude Debussy, die sich inhaltlich stark an Maeterlincks Text anlehnt. Im Burgtheater wird in dieser Spielzeit eine Inszenierung von Daniel Kramer gezeigt.

Inhalt

In einem imaginären Königreich regiert der alte König Arkel. Unweit seines düsteren Schlosses trifft sein Enkel, ein riesenhafter Prinz mit dem Namen Golaud, bei einem Ritt durch den Wald auf die scheue und geheimnisvolle Mélisande. Er bringt sie kurzerhand auf das Schloss, heiratet sie und stellt sie seinem Halbbruder Pelléas vor. Die beiden entwickeln eine besondere Beziehung, bei der nie ganz klar wird, ob es sich dabei um eine Liebesbeziehung im klassischen Sinn handelt. Pelléas ist die einzige Person, der sich die schüchterne Mélisande anvertraut. Golaud wird zunehmend eifersüchtiger und setzt seinen Sohn Yniold darauf an, mehr über die Beziehung der beiden herauszufinden. Eindringlich warnt Golaud Pelléas, sich von Mélisande, die ein Kind erwartet, fernzuhalten. Schließlich tötet er seinen Halbbruder und Melisande flieht. Nach der Geburt ihrer Tochter stirbt auch Mélisande.

Oper

Die von Claude Debussy komponierte Oper wurde am 30. April 1902 in Paris uraufgeführt und lehnt sich inhaltlich stark an Maeterlincks Theaterstück an. Bis kurz vor seinem Tod arbeitete der Komponist an der Partitur, weshalb sich die „Fassung letzter Hand“ erheblich von der Fassung der Uraufführung unterscheidet. Debussy verzichtete in „Pelléas und Mélisande" auf Arien und größere Soloszenen, was der Vertonung des Textes eine realistische Prägung verleiht.

Felix Rech und Sophie von Kessel in Daniel Kramers „Pelléas und Mélisande“.
Foto: Susanne Hassler-Smith
Felix Rech und Sophie von Kessel in Daniel Kramers „Pelléas und Mélisande“.
Redaktion
Autor
Mehr zum Thema
  • Theater der Jugend
    Wo Gras wächst, ist Hoffnung
    Es summt und brummt auf der ins Renaissancetheater gezimmerten Wiese. Regisseur Peter Lund und sein...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Wiener Staatsoper
    Wenn das Licht mitdenkt
    Es ist die Mischung aus Tradition und Innovation, aus Handwerk und Hightech, die die Oper lebendig...
    Von Atha Athanasiadis
  • Theater in der Josefstadt
    Die Bühne. Ein Leben.
    Marianne Nentwich gehört dem Ensemble des Theaters in der Josefstadt seit 62 Jahren an. Nun...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Volkstheater
    In neuem Licht
    Die Musicbanda Franui und der Circa Contemporary Circus laden an zwei Abenden dazu ein, die...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Burgtheater
    4 Fragen an Roman Senkl
    In „Solaris“ wird der Psychologe Kris Kelvin auf einen Planeten geschickt, der Lebewesen...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Festspiele Reichenau
    Ringel, Ringel, Reigen
    Im „Reigen“ drückt Arthur Schnitzler dem Publikum die Lupe in die Hand und lässt es...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Festspiele Reichenau
    Erinnern statt Verdrängen
    Der Roman „Die letzten Tage“ beschäftigt sich mit einem dunklen Kapitel der NS-Zeit rund um...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Festspiele Reichenau
    Kleiner Prinz, große Magie
    Antoine de Saint-Exupérys Erzählung „Der kleine Prinz“ ist eine Aufforderung, die...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Festspiele Reichenau
    Steter Sehnsuchtsort
    Julia Stemberger spielt seit 2008 regelmäßig in Reichenau und wurde in dieser Zeit so etwas wie...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Johanna Lakner
studierte Fashion
und Visual Arts, ehe
sich ihr Interesse
in Richtung Theater
und Oper verlagerte.
    Festspiele Reichenau
    Jedes Stück braucht ein Zuhause
    Johanna Lakner verantwortet Bühne und Kostüm für Joseph Roths „Die Legende vom heiligen...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Entdeckungsreise ins Ich. Schauspielerei bedeutet für Johanna Mahaffy auch, möglichst viele Facetten der eigenen Persönlichkeit kennenzulernen.
    Festspiele Reichenau
    Zwischenwelt
    Es gibt kaum einen Zwischenraum, den Leo Tolstoi in seinem monumentalen Werk „Krieg und...
    Von Sarah Wetzlmayr
1 / 12