Neue Vision von Händels Tamerlano
Europäische Premiere von Händels Tamerlano in der visionären Interpretation von Kirill Richter.
Am 9. April ist im legendären Wiener Musikverein die europäische Premiere von Tamerlano von Georg Friedrich Händel zu erleben – präsentiert in einer eindrucksvollen neuen, kulturübergreifenden Interpretation, initiiert von der "Uzbekistan Art and Culture Development Foundation (ACDF)".
Im Zentrum des Projekts steht eine mutige musikalische Neuinterpretation des renommierten Komponisten und Pianisten Kirill Richter, dessen Arbeit klassische Tradition mit einer zeitgenössischen künstlerischen Sprache verbindet. Sein Ansatz eröffnet eine frische Perspektive auf Händels Meisterwerk, ohne dessen musikalische Integrität zu verlieren.
Nach einer aufwendig szenisch realisierten Produktion in Taschkent und Dubai stellt die Aufführung in Wien dem europäischen Publikum nun in einer eigenständigen Konzertfassung vor – konzipiert als unabhängiges künstlerisches und musikalisches Statement. In diesem Format kehrt die Oper zu ihrem Wesenskern zurück: zur Ausdruckskraft des Orchesters, zur dramatischen Intensität der Stimmen und zur architektonischen Klarheit ihrer musikalischen Struktur.
Innerhalb von nur zwanzig Tagen im Juli 1724 komponiert, gilt Tamerlano als eine der anspruchsvollsten Opern Händels. Anlässlich ihres 300-jährigen Jubiläums im Jahr 2024 wird das Werk nun durch Richters fein nuancierte Musiksprache neu beleuchtet. Seine Vision wahrt einen respektvollen Dialog mit der barocken Originalpartitur und bereichert sie zugleich um subtile zeitgenössische Klangfarben sowie feine usbekische musikalische Einflüsse.
Inspiriert von der historischen Figur Amir Temur (Tamerlan), dem Eroberer des 14. Jahrhunderts und Begründer eines Reiches mit Zentrum in Samarkand, entfaltet sich die Oper als kraftvolles menschliches Drama zwischen Herrschern und Gefangenen, Feinden und Liebenden. Im Zentrum stehen zeitlose Themen wie Macht, Liebe, Schicksal und moralische Verantwortung, die bis heute nichts von ihrer Relevanz verloren haben.
Der Abend vereint eine herausragende internationale Besetzung: Die gefeierte Sopranistin Olga Peretyatko ist als Asteria zu erleben, an ihrer Seite Juan Sancho als Sultan Bayezid sowie Jenisbek Piyazov in der Titelrolle. Begleitet werden sie vom National Symphony Orchestra of Uzbekistan unter der Leitung von Alibek Kabdurakhmanov sowie dem Honored Choir Ensemble der Republik Usbekistan.
In italienischer Sprache aufgeführt, verspricht dieses außergewöhnliche musikalische Ereignis eine unvergessliche Begegnung zwischen barocker Strahlkraft und zeitgenössischer Vision.
Mit einer exzellenten internationalen Besetzung und einem visionären musikalischen Konzept zählt die europäische Premiere von Tamerlano zu den herausragenden kulturellen Höhepunkten der Wiener Saison.