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Johanny Mahaffy als Lulu in den Kammerspielen des Theaters in der Josefstadt.

Johanny Mahaffy als Lulu in den Kammerspielen des Theaters in der Josefstadt.
Foto: Moritz Schell

Lulu von Frank Wedekind

Theater in der Josefstadt
Ein Stück in einer Minute

Rund 20 Jahre arbeitete Frank Wedekind an dem einst von Skandalen umwitterten Stück „Lulu“. Der Theatertext, aus dem Alban Berg eine Oper machte, brach formal wie auch inhaltlich zahlreiche Tabus.


Inhalt

Lulu trifft auf den reichen Zeitungsverleger Dr. Schön, der sie von der Straße holt. Er nimmt sie in seine Obhut, erzieht sie nach seinen Vorstellungen und macht sie zu seiner Geliebten. Um seinen gesellschaftlichen Status zu wahren, heiratet er jedoch eine andere Frau und vermittelt Lulu an den Medizinalrat Dr. Goll. Lulu soll von einem Maler porträtiert werden und landet mit ihm im Bett. Dr. Goll erwischt die beiden in flagranti. Im zweiten Akt ist Lulu mit dem Maler verheiratet, hat aber immer noch eine Affäre mit Dr. Schön. Um sich von ihr zu lösen, erzählt er dem Maler Schwarz von Lulus seiner Ansicht nach zügellosem Leben. Schwarz nimmt sich daraufhin das Leben.

In einer Theatergarderobe bereitet sich Lulu auf ihren nächsten Auftritt als Tänzerin vor. Alwa, Dr. Schöns Sohn, ist ihr Regisseur. Dr. Schön muss an diesem Abend feststellen, dass er nicht von Lulu loskommt. Die beiden heiraten. Als er herausfindet, dass Lulu ihm niemals treu war, möchte Dr. Schön sie dazu zwingen, sich das Leben zu nehmen. Lulu erschießt Dr. Schön im Beisein seines Sohnes. Sie muss ins Gefängnis, kommt mit Hilfe der Gräfin Geschwitz jedoch wieder frei. Sie flieht mit Alwa, der mittlerweile sehr vermögend ist, nach Paris. Doch auch aus Paris muss die mittlerweile mittellose Lulu wieder fliehen und landet schließlich in auf den Straßen Londons, wo sie von Jack the Ripper ermordet wird.


Entstehungsgeschichte

Die Entstehungsgeschichte von „Lulu“ ist komplex und umfasst rund 20 Jahre. Wedekind schrieb die erste Fassung seines Dramas zwischen Januar 1893 und Mai 1894 in Paris und London. Er gab dieser Version den Titel „Die Büchse der Pandora“. 1895 arbeitete Wedekind sein Manuskript um, nahm die ersten drei – weniger anstößigen – Akte, erweiterte sie um einen Akt und veröffentlichte das Ganze als Bühnenmanuskript unter dem Titel „Erdgeist“. 1898 wurde diese Fassung – von Skandalen umwittert – in Leipzig uraufgeführt.

Die Fortsetzung mit dem Namen „Die Büchse der Pandora“, eine Tragödie in drei Aufzügen, kam 1904 in Nürnberg erstmals auf die Bühne. 1913 verband Frank Wedekind beide Bühnenwerke zu einer Tragödie in fünf Akten. Die Uraufführung der Gesamtfassung mit dem Titel „Lulu“ fand jedoch erst 1988 in Hamburg und in der Regie von Peter Zadek statt. Alban Berg vertonte das Drama 1928 in seiner unvollendeten Oper „Lulu“, die zu den wichtigsten modernen Opern zählt.

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