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Im Hintergrund der Mittelloge sieht man den Aufbau von „La Traviata". Wer möchte, kann hier auch ein Selfie machen.

Die Wiener Staatsoper als Museum erleben? Kein Problem!

Wiener Staatsoper

In der Wiener Staatsoper ist derzeit ein Rundgang mit 17 Stationen möglich – Blick aus der Mittelloge inklusive. Immer Freitag bis Sonntag von 11 bis 16 Uhr. Pro-Tipp: Sagen Sie niemals Museum zur Staatsoper!

Am Anfang stand ein Anfall von kreativen Widerstand und eine Spontan-Idee. Jetzt wurde daraus innerhalb nur weniger Wochen ein 2,804,84 Quadratmeter großes Museum für Kunst und Architektur. Herzlich Willkommen in der Wiener Staatsoper!

Gleich vorneweg: Museum sagt man nicht. Das hat, so hat man uns erzählt, ein paar (benachbarte) Museumsdirektoren derart in Rage gebracht, dass jetzt nur mehr von einem „Kunst- und Architektur-Rundgang“ gesprochen wird. Uns ist das völlig egal. Denn wir dürfen endlich wieder in die Wiener Staatsoper!

Schauen Sie mal, dann sehen Sie schon ...

17 Architektur-Stationen wurden eingerichtet. 140 Personen dürfen gleichzeitig ins Haus. Es gilt die 20 Quadratmeterregel. Bei großem Andrang ist damit ein Stau vor der Wiener Staatsoper garantiert. Unser praktischer – sehr, sehr wienerischer – BÜHNE-Tipp: Schauen Sie mal, wieviel vor dem Haus los ist, dann sehen Sie schon. Ein Espresso-Mobil bei den Arkaden sorgt dafür, dass Sie beim Warten nicht einschlafen und sehr zuvorkommende Securities, dass Sie ihre FFP2-Maske tragen. Falls Sie die (ihre Maske) vergessen haben, können Sie um 1 Euro eine nachkaufen. Das Geld ist eine Spende für das Nachwuchsprogramm der Wiener Staatsoper. Daher: Spenden Sie auch, wenn Sie Ihre Maske selber mitbringen.

Zurück zu den strengen Personen-Regeln. Zwei Rechenbeispiele: Im Vestibül dürfen 16 Menschen zeitgleich sein. Im Mahler-Saal sind 19 Personen zugelassen. Im Feststiegenbereich 10 Personen. In den Damen- und Herren-WCs nur jeweils eine Person.Und einmal mehr ist ihre Solidarität gefordert: Je zügiger Sie den Rundgang machen, umso mehr Menschen dürfen ins Museum – pardon die Wiener Staatsoper – rein. Der Eingang ist beim Herbert-von-Karajan-Platz. Der Ausgang geht durchs Opernfoyer (das ist gleich daneben). Dazwischen können Sie über die Feststiege schreiten, durch den Mahlersaal, das Schwindfoyer und den Marmorsaal. Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag immer 11 bis 16 Uhr.

Lesebrille, Smartphone und Kopfhörer nicht vergessen

Unbedingt Smartphone mitnehmen und auch auf die Kopfhörer nicht vergessen. Denn alle 17 Stationen sind mit QR-Codes versehen. Kamera (oder App) draufhalten und dann entweder alle Infos lesen oder die dazugehörigen Audiobeschreibungen anhören (deswegen die Kopfhörer). Wer kein so gescheites Handy hat: Kein Problem. Alle Stationen sind beschildert und alle Informationen nachlesbar. Wir sparen uns jetzt den Tipp mit der Lesebrille, die Sie nicht vergessen sollten.

Sollten Sie darauf keinen Bock haben (weil Sie alles kennen und nur endlich wieder mal in der Oper sein wollen), dann gehen Sie einfach geradewegs zur Mittelloge. Dort können Sie sich dann entweder selbst fotografieren oder z.B. den Aufbau des La Traviata-Bühnenbilds bewundern (wie es in unserem Fall war).

Keine Verirrungen in der Wiener Staatsoper

Verirren werden Sie sich nicht. Pfeile am Boden, Absperrungen in den Gängen und die höchst sympathische Crew der Wiener Staatsoper sorgt rührend dafür, dass Sie es sich nicht – unabsichtlich – in einer der Logen häuslich einrichten oder plötzlich bei Opernstar Pretty Yende (ja, die probt gerade) in der Garderobe stehen.

Falls Sie also die schnelle Runde wählen: In (gestoppten) 15 Minuten sind Sie durch – da sind übrigens fünf Minuten Staunen in der Mittelloge inkludiert. Interessieren Sie sich wirklich für die Architektur der Wiener Staatsoper (wir wollen Ihnen das jetzt nicht schlecht reden) und verweilen Sie in jeder der Stationen, dann rechnen Sie zwischen 45 und 60 Minuten für Ihren Rundgang.

So. Das wären jetzt einmal die wichtigsten Informationen. Wir wünschen Ihnen einen schönen Aufenthalt in der Wiener Staatsoper. Schämen Sie sich nicht, wenn plötzlich ein paar Tränen der Wehmut in Ihnen aufsteigen, wenn Sie durch die leeren Gänge schreiten. Auch wir vermissen die singende und klingende Wiener Staatsoper und so ist der „Architektur-Rundgang“ ein kleiner, emotionaler Ersatz, der so richtig gut tut.

Weitere Infos finden Sie auf der Website der Wiener Staatsoper (Voranmeldung ist keine nötig)

Weiterlesen: Pretty Yende, ein Opernstar verzaubert in La Traviata

Alle Fotos: Atha Athanasiadis

Atha Athanasiadis
Atha Athanasiadis
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