Zum Inhalt springen

Herbert Föttinger, Larissa Fuchs, Oliver Rosskopf und Martin Zauner in „Der Theatermacher“ im Theater in der Josefstadt.

Herbert Föttinger, Larissa Fuchs, Oliver Rosskopf und Martin Zauner in „Der Theatermacher“ im Theater in der Josefstadt.
Foto: Moritz Schell

Der Theatermacher von Thomas Bernhard

Ein Stück in einer Minute

Thomas Bernhards Komödie über die Theaterszene wurde 1985 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt. Das Stück ist vielleicht eines der besten Kabarettstücke der heimischen Literatur und handelt vom tyrannischen, sich selbst überschätzenden Schauspieler Bruscon.

Inhalt

Der berühmte Theaterschauspieler Bruscon macht während seiner Tournee Halt in dem verschlafenen Dörfchen Utzbach. Am Programm steht die Menschheitskomödie „Das Rad der Geschichte". Bruscon will damit auch als Dramatiker und Regisseur reüssieren. Der Inhalt ist jedoch reichlich verwirrend. Bruscon spielt alle Hauptrollen im Stück: Kierkegaard, Cäsar, Metternich, Hitler. Hinter der Bühne wird er von seiner Ehefrau und den Kindern unterstützt.

Doch nichts läuft so, wie sich Bruscon das vorstellt. Der Boden ist zu morsch, die Ehefrau und die Kinder entsprechen nicht seinen Vorstellungen und das Landpublikum ist überhaupt zu dumm. Infolgedessen entwickelt sich ein endloser Hassmonolog auf das Theater – der eigentlich eine Liebeserklärung an alle Theatermenschen ist, die sich nicht darin beirren lassen, dass Kunst notwendig ist und ohne Größenwahn nichts funktioniert.

Rezeption

„Der Theatermacher“ erschien 1984 und wurde 1985 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt. Passend: Denn das Stück beinhaltet viele Anspielungen auf die Salzburger und ihre Festspiele. So spielt der Schauplatz des Stücks, das Gasthaus Schwarzer Hirsch, auf das Hotel Goldener Hirsch in Salzburg an. Es befindet sich in der Nähe des Festspielbezirks.

Zudem gibt es einen Seitenhieb auf den sogenannten „Notlicht-Skandal“. Als 1972 Der „Der Ignorant und der Wahnsinnige" in Salzburg uraufgeführt wurde, weigerten sich die Festspiele, den Saal komplett zu verdunkeln. Daher wurde nur eine Vorstellung gespielt.

Zu den Spielterminen von „Der Theatermacher“ im Theater in der Josefstadt!

Josefstädter Straße 26
1080 Wien
Österreich
Foto beigestellt
Redaktion
Autor
Mehr zum Thema
  • Theater der Jugend
    Wo Gras wächst, ist Hoffnung
    Es summt und brummt auf der ins Renaissancetheater gezimmerten Wiese. Regisseur Peter Lund und sein...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Wiener Staatsoper
    Wenn das Licht mitdenkt
    Es ist die Mischung aus Tradition und Innovation, aus Handwerk und Hightech, die die Oper lebendig...
    Von Atha Athanasiadis
  • Theater in der Josefstadt
    Die Bühne. Ein Leben.
    Marianne Nentwich gehört dem Ensemble des Theaters in der Josefstadt seit 62 Jahren an. Nun...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Volkstheater
    In neuem Licht
    Die Musicbanda Franui und der Circa Contemporary Circus laden an zwei Abenden dazu ein, die...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Burgtheater
    4 Fragen an Roman Senkl
    In „Solaris“ wird der Psychologe Kris Kelvin auf einen Planeten geschickt, der Lebewesen...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Festspiele Reichenau
    Ringel, Ringel, Reigen
    Im „Reigen“ drückt Arthur Schnitzler dem Publikum die Lupe in die Hand und lässt es...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Festspiele Reichenau
    Erinnern statt Verdrängen
    Der Roman „Die letzten Tage“ beschäftigt sich mit einem dunklen Kapitel der NS-Zeit rund um...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Festspiele Reichenau
    Kleiner Prinz, große Magie
    Antoine de Saint-Exupérys Erzählung „Der kleine Prinz“ ist eine Aufforderung, die...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Festspiele Reichenau
    Steter Sehnsuchtsort
    Julia Stemberger spielt seit 2008 regelmäßig in Reichenau und wurde in dieser Zeit so etwas wie...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Johanna Lakner
studierte Fashion
und Visual Arts, ehe
sich ihr Interesse
in Richtung Theater
und Oper verlagerte.
    Festspiele Reichenau
    Jedes Stück braucht ein Zuhause
    Johanna Lakner verantwortet Bühne und Kostüm für Joseph Roths „Die Legende vom heiligen...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Entdeckungsreise ins Ich. Schauspielerei bedeutet für Johanna Mahaffy auch, möglichst viele Facetten der eigenen Persönlichkeit kennenzulernen.
    Festspiele Reichenau
    Zwischenwelt
    Es gibt kaum einen Zwischenraum, den Leo Tolstoi in seinem monumentalen Werk „Krieg und...
    Von Sarah Wetzlmayr
1 / 12