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„Daphne“ ist ab 12. September in der Wiener Staatsoper zu sehen.

„Daphne“ ist ab 12. September in der Wiener Staatsoper zu sehen.
Foto: Axel Zeininger

Daphne von Richard Strauss

Wiener Staatsoper
Ein Stück in einer Minute

Die Sage von der Nymphe, die in einen Lorbeerbaum verwandelt wird, entstammt der griechischen Mythologie und zählt zu den am häufigsten vertonten Stoffen der Musikgeschichte.

Als bukolische Tragödie wird die 13. Oper des deutschen Komponisten bezeichnet – wobei man unter bukolischer Dichtung von ländlicher Sehnsucht getragene Verse oder Hirtenlieder versteht. Richard Strauss ging dafür eine Kooperation mit dem Wiener Theaterhistoriker Joseph Gregor ein, der das Libretto verfasste, und machte aus der Nymphe Daphne die Tochter eines Fischers.

Inhalt

Ort der Handlung ist Griechenland in mythischer Vorzeit am Ufer eines Flusses, an dem auch das Haus des Fischers Peneios, seiner Frau Gaea und ihrer gemeinsamen Tochter Daphne liegt. Die Schäfer haben ihre Herden zum Fluss gebracht und bereiten ein Fruchtbarkeitsfest zu Ehren des Gottes Dionysos vor.

Der junge Hirte Leukippos gesteht Daphne seine Liebe und bedrängt sie. Diese weigert sich daraufhin, das Fest zu besuchen. Leukippos aber schlüpft in Frauenkleider, um verkleidet in der Nähe Daphnes sein zu können. Als der Gott Apollo Daphne auf der Erde erblickt, nimmt er die Gestalt eines Rinderhirten an.

Daphne soll sich um den neuen Gast kümmern; sie ist fasziniert vom geheimnisvollen Fremden und lässt sich von ihm zu einem Kuss verführen. Schließlich entflieht sie dem immer begehrlicher werdenden Drängen ihres Verehrers zum Fest und wird dort von Leukippos zum Tanz aufgefordert, woraufhin Apollo aus Eifersucht ein Unwetter heraufziehen lässt. Es kommt zum Zweikampf, bei dem Apollo Leukippos tötet.

Als er jedoch sieht, wie sehr Daphne um ihren Jugendfreund trauert, erkennt er seine Schuld und bittet die anderen Götter um Leukippos‘ Aufnahme in den Olymp. Daphne selbst, Kind der Natur, wird in einen immergünen Baum verwandelt.

Geschichte des Werks

Bereits bei der gemeinsamen Arbeit an „Die schweigsame Frau“ im Jahr 1934 bat Richard Strauss seinen Librettisten Stefan Zweig um ein weiteres Buch für eine Oper. Aufgrund der politischen Lage und Zweigs Emigration nach London kam es jedoch nicht mehr dazu.

Stefan Zweig selbst schlug den Wiener Theaterhistoriker und Schriftsteller Joseph Gregor als Textdichter vor. Richard Strauss griff den Daphne-Stoff auf, zu dem er angeblich durch die Skulptur „Apollo und Daphne“ von Gian Lorenzo Bernini inspiriert wurde. Gregor verfasste dazu insgesamt drei vollständige Texte, Strauss entschied sich schließlich für den dritten und änderte diesen in der letzten Szene noch entscheidend ab.

Er widmete die Oper dem Dresdner Operndirektor Karl Böhm, der bereits die Uraufführung von „Die schweigsame Frau“ dirigiert hatte und am 15. Oktober 1938 auch „Daphne“ zur Uraufführung brachte. Wiewohl von Kritik und Publikum positiv aufgenommen, konnte die Oper nicht an die früheren großen Erfolge von Richard Strauss anknüpfen. 

Klaus Peter Vollmann
Klaus Peter Vollmann
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