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Die Inszenierung der britischen Regisseurin Lily Sykes feiert am 31. März im Burgtheater Premiere.

Die Inszenierung der britischen Regisseurin Lily Sykes feiert am 31. März im Burgtheater Premiere.
Foto: Matthias Horn

Cyrano de Bergerac von Edmond Rostand

Burgtheater
Ein Stück in einer Minute

Wenn jemand trotz seines Aussehens das Herz der Geliebten gewinnt – aber letztlich nichts davon hat. Vielfach abgewandelt wurde der Stoff in Hollywood-Filmen verwendet, wir beschreiben hier das Original.


Inhalt

Der Haudegen Cyrano ist zwar nie um ein Wort verlegen, hat aber wegen seiner übergroßen Nase kein Glück bei den Frauen. Nur einem Freund gesteht er seine Liebe zu seiner Cousine Roxane. Ihr selbst will er sich nicht erklären. Diese hat ein Auge auf den hübschen Christian de Neuvilette geworfen. Justament bittet sie Cyrano, auf Christian aufzupassen, dienen die beiden doch im gleichen Regiment. Und ausgerechnet ihn bittet Christian, ihm beim Werben um Roxane zu helfen. So formuliert Cyrano flammende Liebesbriefe – und er sorgt bei einem nächtlichen Rendezvous mit seinen Worten sogar dafür, dass Roxane Christian küsst.

Als er auch noch die Hochzeit der beiden organisiert, ist ein gewisser Graf Guiche brüskiert, der sich Roxane als Geliebte gewünscht hatte. Er schickt das Regiment, in dem Cyrano und Christian dienen, an die vorderste Kriegsfront. Täglich schmuggelt Cyrano Briefe an Roxane durch die feindlichen Linien. Schließlich kommt sie selbst an die Front, wo sie Christian gesteht, ihn nicht mehr wegen seiner „äußeren Hülle" zu lieben, sondern wegen der Schönheit seiner Seele. Dieser ist tief getroffen, gibt die Unehrlichkeit aber nicht zu. Kurz darauf wird Christian tödlich verwundet. Er hinterlässt auch einen letzten Brief, den Cyrano schrieb.

15 Jahre später lebt Roxane im Kloster. Sie hütet den letzten Brief wie einen Schatz. Wöchentlich besucht Cyrano sie. Einmal verspätet er sich, weil er verletzt wurde. Er schleppt sich ins Kloster, wo Roxane vorerst nichts merkt. Sie liest ihm noch einmal den Abschiedsbrief vor. Als Cyrano ihn aus dem Gedächtnis zitieren kann, erkennt sie, wer der wahre Verfasser war und sie seit Langem liebte. Er stirbt in ihren Armen.


Werkgeschichte

Edmond Rostand verfasste das Werk 1897, Vorbild war für ihn die Lebensgeschichte des französischen Schriftstellers Savinien Cyrano de Bergerac, der 1619 bis 1655 lebte. Allerdings übersteigerte Rostand dessen Vita ins Groteske und Fantastische.

Aufführungsgeschichte

Am 28. Dezember 1897 in Paris uraufgeführt wurde Rostands Verskomödie in fünf Akten sehr rasch zum großen Erfolg. Bis heute gehört sie zu den meistgespielten französischen Theaterstücken. Es gibt mehrere Opernadaptionen, unter anderem jene von Franco Alfano, die 1936 ihre Uraufführung erlebte und beispielsweise mit Placido Domingo in der Titelrolle 2004/05 an der Metropolitan Opera in New York zu sehen war. Auch mehrere Musicalfassungen und Ballettadaptionen gibt es. Zahlreiche Hollywood-Filme haben den Stoff – teils verändert – aufgegriffen. Der britische Dramatiker Martin Crimp hat eine Neufassung von Rostands Stück geschrieben und sie mit Einflüssen aus Spoken Word und Hip-Hop sprachlich in unsere heutige Zeit geholt.  

Lilith Häßle und Franz Pätzold in Lily Sykes Inszenierung von „Cyrano der Bergerac".
Foto: Matthias Horn
Lilith Häßle und Franz Pätzold in Lily Sykes Inszenierung von „Cyrano der Bergerac".

Prominente Namen

Die berühmteste Verfilmung des Stoffes ist jene mit Gérard Depardieu in der Titelrolle, die Regisseur Jean-Paul Rappeneau 1990 drehte. Anne Brochet war als Roxane besetzt, Vincent Perez als Christian. Der Film nahm am Wettbewerb für die Goldene Palme beim internationalen Filmfestival von Cannes teil. Depardieu konnte die Auszeichnung für den besten Darsteller entgegennehmen. Außerdem ging der Film ins Rennen um den Oscar für den besten fremdsprachigen Beitrag, bekam aber „nur" den Preis für das beste Kostümdesign. Mit einem Golden Globe als bester fremdsprachiger Film wurde „Cyrano" ausgezeichnet.

Zu den Spielterminen von „Cyrano de Bergerac" im Burgtheater!

Theresa Steininger
Autor
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