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Chen Reiss szenierung von David McVicar an der Wiener Staatsoper.

Chen Reiss szenierung von David McVicar an der Wiener Staatsoper.
Foto: M. Pöhn/Wiener Staatsoper

Ariodante von Georg Friedrich Händel

Wiener Staatsoper
Ein Stück in einer Minute

Eine Rittergeschichte rund um Intrige und Ehrenrettung gehört zu den facettenreichsten Opern von Händel. Eine Zusammenfassung.


Inhalt

Es könnte so schön sein: Die Tochter des schottischen Königs, Ginevra, liebt den geachteten Vasallen Ariodante. Bald soll die Hochzeit stattfinden, Ariodante hat auch gute Chancen auf den Thron. Doch diesen missgönnt ihm Polinesso, der selbst König werden möchte. Er zettelt eine Intrige an. Er macht sich Dalinda, Ginevras Hofdame, gefügig und lässt sie in deren Kleider schlüpfen. Dann sorgt er dafür, dass Ariodante beobachtet, wie die vermeintliche Ginevra Polinesso verliebt einlässt. Ariodante glaubt an die Untreue seiner Braut und will sich das Leben nehmen. Ginevra soll verstoßen und hingerichtet werden. Doch da erscheint ein unbekannter, maskierter Ritter, der um ihre Ehre kämpfen möchte. Es ist Ariodante, dem Dalinda die Wahrheit gestanden hat. Der Hochzeit steht nun nichts mehr im Wege.

Werkgeschichte

Händel komponierte "Ariodante" zwischen Mitte August und Ende Oktober 1734. Ob er selbst das Libretto verfasste oder einen versierten Textbearbeiter zur Seite hatte, darüber wird spekuliert. Jedenfalls basiert die Oper auf einer Vorlage von Antonio Salvi, die - wie so viele Musiktheaterwerke - Ludovico Ariostos Heldenepos "Orlando furioso" als Basis hatte. Genauer sind es hier bei "Ariodante" der vierte, fünfte und sechste Gesang, die in einem Nebenstrang der Haupthandlung von Ariodante und Ginevra berichten. An sich geht es bei "Orlando furioso" um Geschichten über fahrende Ritter und ihre Liebesabenteuer sowie den Kampf der Christen gegen die Heiden.

Georg Friedrich Händel schrieb "Ariodante" in einer Zeit, in der er um Aufmerksamkeit kämpfen musste, da ein Konkurrenzunternehmen ihm seine Stars abgeworben hatte. Er engagierte die Starballerina Marie Sallé, was dazu führte, dass sich in der Opera seria "Ariodante" ungewöhnlicherweise Balletteinlagen finden.

Aufführungsgeschichte

Die Uraufführung fand am 8. Jänner 1735 in London statt. Sie wurde zwar zum Erfolg, doch sehr oft wurde die Oper im 18. Jahrhundert nicht aufgeführt. Im 20. Jahrhundert wurde sie wiederentdeckt. Sie gilt heute als eine von Händels facettenreichsten Schöpfungen für die Bühne.


Prominente Namen

Als berühmte Interpretinnen der Mezzo-Hosenrolle des Ariodante gelten heutzutage beispielsweise Cecilia Bartoli, Anne Sophie von Otter und Joyce Di Donato. In einer Version, die 2014 auf DVD erschienen ist, wurden die Hauptpartien von Patricia Petibon und Sarah Connolly gesungen. Letztere mimte „Ariodante“ auch in der Produktion der Wiener Staatsoper 2018.

Theresa Steininger
Autor
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