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Michael Sturminger verrät in seinem Monolog, wie er auf sein kommendes Stück „Their Master’s Voice“ zugegangen ist.

Michael Sturminger verrät in seinem Monolog, wie er auf sein kommendes Stück „Their Master’s Voice“ zugegangen ist.
Foto: Ingo Pertramer

War es schwer, John Malkovich in ein Prinzessinnen­kleid zu stecken, Michael Sturminger?

Wiener Staatsoper

Michael Sturminger kann Oper, Theater und Film – und alles sehr erfolgreich. Er hat eine Romy, arbeitet seit vielen Jahren mit John Malkovich und hat den Salzburger „Jedermann“ mehrfach neu und spannend ­inszeniert. Im Juli ist sein Stück „Their Master’s Voice“ an der ­Wiener Staatsoper zu sehen. Ein Monolog.

Das war einfach, weil Renate Martin ihm ein Kleid versprochen hat, in dem er sich jung und schön fühlt, wie die Buhlschaft! (Lacht.) Renate hat für seine barocken Kostüme in ‚The Casanova Variations‘ den Österreichischen Filmpreis bekommen, sie hat John für ‚Just Call me God‘ in die schrägsten Diktatoren-Outfits gesteckt, da herrscht absolutes Vertrauen, auch wenn sie ihm einen Löwenkopf auf die Schulter legt!

Beim Nachdenken über dieses Projekt mit Cecilia Bartoli war mir von Anfang an klar, dass ‚Their Master’s Voice‘ kein historisierendes Biografien-Drama über Farinelli werden darf, sondern ein komödiantisches Bühnenspiel mit Identitäten und deren möglichen Darstellungsformen. Dabei hatte ich bald das Bild dieses älteren Mannes vor Augen, der im Prinzessinnenkostüm im Rampenlicht steht und noch einmal wunderschön sein darf. Daraus entstand der Charakter des Jeffrey Himmelhoch: eines ehemals berühmten Countertenors, der Farinelli und dessen Lebensgeschichte als Vorwand nimmt, um Jahre nach dem Verlust seiner Opernstimme noch einmal auf die Bühne zurückzukehren.

John mochte diesen Jeff sofort und hat ihn mit liebevollen Charakteristika eines tief verehrten älteren Kollegen versehen. Und wenn er mit der von Emily Cox mit Verve gespielten jungen Regisseurin zusammentrifft, geraten zwei Generationen, Sichtweisen, aber auch zwei theaterästhetische Blasen aneinander, mit scheinbar unüberbrückbaren Differenzen. Doch die Liebe zu Musik und Theater bringt die beiden zusammen, auch wenn sie dem alten weißen Clown einiges nachsehen muss …

Dass John in diesem Setting ein Duett mit Cecilia singen muss, war offensichtlich, zumindest für alle, die sein mit Florian Boesch geteiltes ‚Giovanni-Ständchen‘ aus ‚The Casanova Variations‘ kennen. Die Kombination von Cecilias himmlischer Klangschönheit mit den Resten von Johns vor einem halben Jahrhundert verlorener Knabenstimme hat eine ganz besondere Wirkung!

Eine dritte Farinelli-Version, die androgyne Jugend, verkörpert Sopranist Philipp Mathmann auf poetische Weise und behauptet sich eindrucksvoll im dritten Prinzessinnenkleidchen neben den beiden Superstars.

Neben diesen atemberaubenden Kostümen brauchen wir noch abstrakte Raumprojektionen und eine ikonische Rose aus der Werkstatt von Andreas Donhauser, und schon kann Jeff Himmelhoch als Jupiter zur Erde herabsteigen, in seinem goldenen Streitwagen, und uns Sterbliche für einige unsterblichen Augenblicke glücklich machen …

Zu den Spielterminen von „Their Master’s Voice“ an der Wiener Staatsoper!

Atha Athanasiadis
Atha Athanasiadis
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