Nach dem großen Erfolg der „Reigen"-Inszenierung von FX Mayr bei den Salzkammergut Festwochen Gmunden 2022 steht auch heuer wieder ein Theatertext von Arthur Schnitzler auf dem Programm. Die 1989 geborene Regisseurin Anna Stiepani inszeniert, in einer Koproduktion mit dem Landestheater Linz, „Liebelei". Zum Ensemble gehört unter anderem der vielfach ausgezeichnete Schauspieler Samuel Finzi. Stiepani inszenierte bereits am Wiener Burgtheater, am Staatstheater Nürnberg und am Schauspielhaus Bochum.

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Neben Arthur Schnitzler wird auch Thomas Bernhard erneut eine wichtige Rolle am Traunsee spielen: Burgtheater-Ensemblemitglied Martin Schwab liest die Erzählung „Ja“ und sein Kollege Markus Meyer aus „Amras“, seinem „Lieblingsbuch“, wie Bernhard einmal erwähnte. Hermann Beil, seit vielen Jahren Autorität und Liebhaber das Werk Thomas Bernhards betreffend, richtet die Fassung für diese Lesung ein. In einer weiteren szenischen Lesung widmen sich Michael Maertens, Petra Morzé, Hermann Scheidleder, Marie-Luise Stockinger und Tilman Tuppy Bernhards „Theatermacher“.

Salzkammergut Festwochen Gmunden
Michael Maertens wird in Gmunden im „Theatermacher“ zu sehen sein.

Foto: Nils Schwarz

Kafka und Rilke

Im Kafka-Jahr 2024 darf natürlich auch das literarische Schaffen des Ausnahmeliteraten nicht fehlen. Sven-Eric Bechtolf, internationaler Opern- und Schauspielregisseur, vor allem aber einer der bekanntesten deutschsprachigen Schauspieler, gestaltet aus zwei Erzählungen Kafkas einen packenden Theaterabend. Bechtolf inszeniert und spielt. In „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ führen Tamara Metelka und Nicholas Ofczarek das Publikum zurück in eine Welt voller dramatischer Gegensätze. Die sprachgewaltige Geschichte vom tragischen Schicksal des jungen Fahnenträgers, der mit großen Augen durch die Schrecknisse eines universellen Krieges taumelt, traf 1912 haargenau den Zeitgeist.

Bernhard, Schnitzler und Kafka werden im Übrigen auch bei der Eröffnungsgala das pulsierende Herz sein. Den ebenso wortgewaltigen wie musikalischen Abend bestreiten Sona MacDonald, Petra Morzé, Markus Meyer gemeinsam mit dem Ensemble GrenzWertig und Lisa Hofmaninger und Helmut Jasbar.

Salzkammergut Festwochen Gmunden
Sona MacDonald bestreitet die Eröffnung.

Foto: Jan Frankl

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Cari Cari und Herbert Pixner

Auch in musikalischer Hinsicht zeichnen sich die Salzkammergut Festwochen Gmunden durch eine gute Mischung aus renommierten Künstler*innen und jungen Talenten aus. „Es ist uns ein großes Anliegen, sowohl einerseits – wenn man dieses Wort verwenden darf, Weltstars hier in Gmunden zu präsentieren. Erwin Schrott wird kommen, René Pape – zwei der größten Sänger dieser Welt. Aber andererseits eben auch junge Künstler und wenn es sich im Optimalfall noch ergibt, dann möglicherweise auch Oberösterreicherinnen hier zu präsentieren und da ist sicher Sodl ein großes Beispiel, Vivi Vassileva – die legitime Nachfolgerin von Martin Grubinger", so Christian Hieke, künstlerischer Leiter der Salzkammergut Festwochen.

Neben dem Buckner Orchester spielen heuer auch die Indie-Band Cari Cari oder Herbert Pixner auf einer Freiluft Bühne im Toskana-Park. Christian Hieke erklärt: „Wir haben uns überlegt, ein zweiteres und etwas kleiner konzipiertes Open-Air zu machen das mehrere Genres ansprechen soll, und hier auch sehr stark die Jugend.“

Außerdem wird Franz Welser-Möst mit einem Konzertabend im Rahmen der „Hausmusik Roas“ mit Gästen wie Tschejefem, Rafael Fingerlos und Walter Rescheneder ins Gespräch kommen. Und in einer „Jedermann“-Pause schaut Philipp Hochmair vorbei und mixt in seinem Programm „Schiller Balladen Rave“ klassische Literatur mit Elektro-Sounds.