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Orlando läuft in der Spielzeit 2024/25 im Akademietheater.

Orlando läuft in der Spielzeit 2024/25 im Akademietheater.
Foto: Lalo Jodlbauer

Stück in einer Minute: Orlando von Virginia Woolf

Ein Stück in einer Minute

Virginia Woolf war ihrer Zeit voraus: In „Orlando" erzählt sie die kuriose Geschichte eines jungen Mannes, der sich in eine Frau verwandelt und schließlich 350 Jahre alt wird. Wir haben den Klassiker der englischen Moderne zusammengefasst.

Inhalt

England im 16. Jahrhundert. Der junge Adelige Orlando fällt durch seine guten Manieren auf und ist beliebt, sodass Königin Elisabeth ihn zu sich an den königlichen Hof holt.

Orlando verliebt sich in die russische Gräfin Sascha, mit der er eine Affäre beginnt. Diese währt nicht lange und Orlando wird plötzlich von ihr verlassen. Wegen Untreue wird er vom Hof verbannt und so verbringt Orlando fortan seine Zeit mit Schreiben und Festen. Nun gehört er zu den Adeligen.

Als er von einer zudringlichen, rumänischen Erzherzogin begehrt wird, flüchtet er kurzerhand nach Konstantinopel, wo er in einen einwöchigen Trancezustand fällt und plötzlich im Körper einer Frau erwacht. Orlando, nun mit der Perspektive einer Frau, verbringt eine Zeit mit den Roma und Sinti, bis sie schließlich nach England zurückkehrt.

Jetzt befindet sie sich im England des 18. Jahrhunderts. Orlando kehrt zurück auf ihren Landsitz und muss darum kämpfen, da ihr als Frau die rechtmäßige Erbschaft nicht zusteht. Sie schafft es, sich durchzusetzen und empfängt die großen Schriftsteller des 18. Jahrhunderts, von denen sie aber nicht ernstgenommen wird. So begibt sie sich in die Londoner Halbwelt, lernt eine Dirne kennen und macht sich einen Spaß daraus, immer wieder Kleider zu wechseln.

Währenddessen bleibt ihre Liebe für Literatur und sie arbeitet – wie die Jahrhunderte davor – an ihrem Gedicht „Die Eiche“.

Zu Beginn des Viktorianischen Zeitalters im 19. Jahrhundert kehrt das Leben, unter anderem auch wegen des klimatischen Umschwungs, von außen nach innen und so kommen die Industrialisierung und das Gebot der Ehe, das über allem steht, auf Orlando zu. Sie verliebt sich in einen Seemann, den sie heiratet und selten sieht, da er ständig auf Reisen ist. Orlando gebärt einen Sohn und schafft es nun im 20. Jahrhundert, umgeben von Omnibussen und Kutschen, ihr Langgedicht zu veröffentlichen. Sie erhält den Zuspruch, der ihr drei Jahrhunderte davor verwehrt geblieben ist, und gewinnt mit ihrem Gedicht Preise.

Der Roman endet im Jahr 1928, im gleichen Jahr seiner Publikation. Orlando ist nun über 300 Jahre alt und besitzt ein Auto.

Werkgeschichte

Der Roman „Orlando" erschien 1928 in England. Nach der Fertigstellung ihres Romans „Der Leuchtturm“ 1927 verfasste Virginia Woolf „Orlando“, um sich eine Ruhephase zu gönnen. Die Autorin behauptete außerdem, sie habe nie ein Buch schneller verfasst.

Geschrieben wurde der fiktional angelegte Roman als Liebeserklärung an die zehn Jahr jüngere Autorin Vita Sackville-West, die – wie Orlando – schnell und viel schreibt und mit der Virginia Woolf drei Jahre lang eine Liebesbeziehung führt.

Virginia Woolf auf der Bühne: Orlando, hier siebenköpfig.
Foto: Lalo Jodlbauer
Virginia Woolf auf der Bühne: Orlando, hier siebenköpfig.

Aufführungsgeschichte

Der Roman wurde 1992 von Sally Potter verfilmt und spielt nach 1928 bis in die Gegenwart.

In der Spielzeit 2024/25 kommt „Orlando“ in der Textfassung von Tom Silkeberg auf die Bühne des Akademietheaters. Regie führt die schwedische Regisseurin Therese Willstedt, als Orlando sind u.a. Markus Meyer, Elisabeth Augustin und Stefanie Dvorak zu sehen.

Hier zu den Spielterminen von Orlando im Burgtheater!

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