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Hermann Beil und Claus Peymann in „Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen“ im Theater in der Josefstadt.

Hermann Beil und Claus Peymann in „Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen“ im Theater in der Josefstadt.
Foto: Moritz Schell

Schnell erklärt: Was machen Dramaturg*innen eigentlich?

Wissenswertes

„Diese Woche ist noch stressig, aber nächste wird alles besser“ – die große Lüge des Erwachsenseins trifft auf die stets vielbeschäftigte (Untertreibung) Berufsgruppe der Dramaturg*innen in besonderer Weise zu. Aber was tun sie eigentlich?

„Dramaturg*innen geben dem Theater Gestalt, indem sie Spielpläne entwerfen, Projekte initiieren und Produktionen begleiten – an öffentlichen wie privaten Theatern, in Theatergruppen oder bei Festivals“ – mit diesen Worten beginnt die Website berufe-am-theater.de ihre Erläuterungen zum Berufsfeld Dramaturgie. Viel bezeichnender ist jedoch vielleicht der Satz, der dann folgt: „Ihr Tätigkeitsfeld verändert und erweitert sich regelmäßig.“

Dramaturg*innen konzipieren nämlich nicht nur den Spielplan, sichten und bewerten Theatertexte und begleiten Theaterproduktionen, sie moderieren auch Podiumsdiskussionen, führen Interviews für Programmhefte, füttern Regisseur*innen mit allerlei Wissenswertem zum Stück, kurbeln Debatten an, vermitteln zwischen Theaterleitung und Produktionsteam und deeskalieren Konflikte.

Gemeinsam Fantasien entwickeln

„Man arbeitet mit dem gesamten Produktionsteam an einer bestimmten Inszenierung“, erklärt Lucie Ortmann, die als Leitende Dramaturgin am Schauspielhaus Wien arbeitete. „Der Text- und Recherchearbeit kommt dabei eine zentrale Rolle zu, aber es geht auch um alles Sicht- und Spürbare einer Aufführung. Die Dramaturgin oder der Dramaturg fühlt sich für Inhalte verantwortlich und stellt kritische Fragen.“ In aller Kürze zusammengefasst: „Wir entwickeln gemeinsam Fantasien und schmieden Pläne.“

Sergio Morabito, Leitender Dramaturg an der Wiener Staatsoper: „Was mir besonders Spaß macht, ist es, Headhunter für spannende Regieteams zu sein. Ich hatte in der Vorbereitung eine Carte Blanche und durfte einfach Regie­spuren folgen. Wenn ich an dem Punkt bin, dass ich etwas gefunden habe, wofür es sich zu kämpfen lohnt, gehe ich zu Bogdan und versuche, ihn bestmöglich mit Materialien zu versorgen. Er schafft es dann – trotz seines explodierenden Terminkalenders –, nach Frankreich oder irgendwohin in die Pampa zu fahren, um sich dort eine Aufführung anzusehen, damit er für den Regisseur ein Gefühl bekommt.“

Hosen kaufen

Manchmal stehen Dramaturg*innen auch selbst auf der Bühne wie Hermann Beil, langjähriger Dramaturg von Claus Peymann, in dem Thomas Bernhard-Stück „Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen“. Vielleicht kann man es folgendermaßen zusammenfassen: Dramaturg*innen sind die Theater- und Opern-Masterminds, die meist im Hintergrund agieren. Weil sie aufgrund ihres umfassenden Tätigkeitsfeldes den Theaterbetrieb so gut kennen (natürlich nicht nur deshalb), gibt es auch Dramaturg*innen, die Intendanzen übernehmen, wie beispielsweise die frühere Chefdramaturgin Sonja Anders, die ab 2025 das Thalia Theater leitet. Weniger bekannt ist, dass auch Shakespeare und Goethe einmal Dramaturgen waren, genauso wie Bertolt Brecht und Botho Strauß.

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