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Cecilia Bartoli als Donna ­Fiorilla in Gioachino Rossinis „Il turco in Italia“.

Cecilia Bartoli als Donna ­Fiorilla in Gioachino Rossinis „Il turco in Italia“.
Foto: Alain Hanel / OMC

Schnell erklärt: Was bedeutet eigentlich Belcanto?

Wissenswertes

Wer sich ein wenig für Oper interessiert, kommt an dem Begriff „Belcanto“ nicht vorbei. Was hinter der Stilrichtung steckt, deren typische Charakteristika sich vor allem im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert entfalteten, haben wir hier zusammengefasst.

Taucht man in die Welt der Oper ein, wird man schnell mit „Belcanto-Stars“, „fulminanten Belcanto-Abenden“ oder der „hinreißenden Belcanto-Aura“ einer Sängerin konfrontiert. Dass der Begriff etwas mit „schönem Gesang“ zu tun haben muss, liegt auf der Hand, macht ihn aber nicht weniger verwirrend. Schließlich geht es bei Operngesang doch immer darum, diesen mit größtmöglicher Schönheit auszustatten. Oder etwa nicht?

Natürlich ist die Sache ein wenig komplexer: Eine fließende Melodieführung und eine virtuose Gesangsästhetik zeichnen den italienischen Belcanto-Stil aus. Zudem ist er geprägt von langen, fließenden Melodielinien (Legato), technischer Virtuosität – einschließlich der Verwendung von Koloraturen –, Trillern und anderen Ornamenten – wie auch von einer starken Betonung der emotionalen Ausdruckskraft des Gesangs. Kurz: Virtuosität und Emotionalität des Gesangs stehen im Vordergrund.


Ursprünge und Merkmale

Die Ursprünge des Belcanto-Stils sind eng mit der Entstehung der italienischen Oper im 17. Jahrhundert verknüpft, wobei sich die typischen Charakteristika erst im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert zur Gänze herauskristallisierten. Häufig wurden Arien und Opernpartien einem Sänger oder einer Sängerin auf den Leib geschrieben, ihre Fähigkeiten dabei ins beste Licht gerückt und kleine Unzulänglichkeiten möglichst verborgen.

Ausdrucksstarke Melodien, anspruchsvolle Gesangstechnik und emotionale Darbietungen prägen die Kompositionen dieser Zeit. Die Blütezeit des Belcanto wurde vor allem von Komponisten wie Gioachino Rossini, Gaetano Donizetti und Vincenzo Bellini geprägt. Als sich die Oper Ende des 19. Jahrhunderts in eine realistischere Richtung entwickelte und der Fokus plötzlich mehr auf der Handlung lag, wurde der Belcanto-Stil ein wenig zurückgedrängt. Heute stehen die Opern Rossinis und Donizettis nach wie vor auf den Spielplänen der großen Opernhäuser und die Prinzipien des Belcanto, einschließlich der Reinheit des Tons und der technischen Kontrolle, sind immer noch zentrale Elemente in der Ausbildung von Opernsänger*innen.

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