Zum Inhalt springen

­„Harold und Maude“ mit Ernie Mangold und Meo Wulf in den Kammerspielen.

­„Harold und Maude“ mit Ernie Mangold und Meo Wulf in den Kammerspielen.
Foto: Erich Reismann/Theater in der Josefstadt

Harold und Maude von Colin Higgins

Burgtheater
Theater in der Josefstadt
Volkstheater Wien
Ein Stück in einer Minute

Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die trotz aller Nähe zum Thema Tod von Lebensfreude erzählt. Lesen Sie hier, wie aus einem Kultfilm eine Paraderolle für ältere Schauspielerinnen wurde wurde. Eine Zusammenfassung.


Inhalt

Der rund 20-jährige Harold Chasen ist ein introvertierter junger Mann. Er treibt sich lieber auf Friedhöfen und Schrottplätzen herum als dass er Zeit mit Gleichaltrigen verbrächte. Seine Mutter möchte ihn über eine Agentur gerne an eine junge Frau bringen, doch Harold erschreckt die potenziellen Kandidatinnen mit vorgetäuschten Selbstmorden. Auch sein zum Leichenwagen umgerüsteter Cadillac wirkt abstoßend. Auf einer der Beerdigungen, die er mit Vorliebe besucht, lernt er die 79-jährige Maude kennen. Sie ist das absolute Gegenteil von ihm: lebenslustig und energiegeladen.

Zwischen den beiden entwickelt sich eine höchst unkonventionelle Liebesbeziehung. Von Maude lernt Harold, das Leben zu schätzen - nicht zuletzt, weil sie ihm eine Nummer zeigt, die sie als ehemalige KZ-Insassin ausweist. Harold will Maude heiraten, doch als die beiden Maudes 80. Geburtstag feiern, offenbart sie ihm, dass sie bereits Tabletten genommen hat, um zu sterben. Ihrer Meinung nach ist es der richtige Tag, um abzutreten. Harold kann ihren Tod nicht mehr verhindern.

Werkgeschichte

Ursprünglich war "Harold and Maude" ein Film, der 1971 herauskam. Colin Higgins hatte das Drehbuch in einem Skriptseminar verfasst, später brachte er den Stoff auch als Roman und als Bühnenwerk heraus. In dem Film spielten Ruth Gordon als Maude und Bud Cort als Harold mit. Hal Ashby führte Filmregie. Der Streifen war nicht sofort ein Erfolg, später wurde er zum Kult.

Aufführungsgeschichte

Die deutschsprachige Erstaufführung der Theaterfassung fand am 25. Oktober 1974 im Renaissance-Theater in Berlin statt. Unter den heimischen Größen, die hierzulande über die Jahre die dankbare Rolle der Maude verkörperten, waren Gusti Wolf, Elfriede Irrall und Erni Mangold - an Burgtheater, Volkstheater und Kammerspielen der Josefstadt.

Prominente Namen

Als man 1971 den Film drehte, wurden für die Besetzung der Maude auch Lotte Lenya und Elisabeth Bergner in Betracht gezogen, für Harold auch Richard Dreyfuss und Elton John. Später gab es sowohl für Ruth Gordon als auch für Bud Cort Golden-Globe-Nominierungen. Die im Film sehr präsente Musik stammt von Cat Stevens.

Theresa Steininger
Autor
Mehr zum Thema
  • Theater der Jugend
    Wo Gras wächst, ist Hoffnung
    Es summt und brummt auf der ins Renaissancetheater gezimmerten Wiese. Regisseur Peter Lund und sein...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Wiener Staatsoper
    Wenn das Licht mitdenkt
    Es ist die Mischung aus Tradition und Innovation, aus Handwerk und Hightech, die die Oper lebendig...
    Von Atha Athanasiadis
  • Theater in der Josefstadt
    Die Bühne. Ein Leben.
    Marianne Nentwich gehört dem Ensemble des Theaters in der Josefstadt seit 62 Jahren an. Nun...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Volkstheater
    In neuem Licht
    Die Musicbanda Franui und der Circa Contemporary Circus laden an zwei Abenden dazu ein, die...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Burgtheater
    4 Fragen an Roman Senkl
    In „Solaris“ wird der Psychologe Kris Kelvin auf einen Planeten geschickt, der Lebewesen...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Festspiele Reichenau
    Ringel, Ringel, Reigen
    Im „Reigen“ drückt Arthur Schnitzler dem Publikum die Lupe in die Hand und lässt es...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Festspiele Reichenau
    Erinnern statt Verdrängen
    Der Roman „Die letzten Tage“ beschäftigt sich mit einem dunklen Kapitel der NS-Zeit rund um...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Festspiele Reichenau
    Kleiner Prinz, große Magie
    Antoine de Saint-Exupérys Erzählung „Der kleine Prinz“ ist eine Aufforderung, die...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Festspiele Reichenau
    Steter Sehnsuchtsort
    Julia Stemberger spielt seit 2008 regelmäßig in Reichenau und wurde in dieser Zeit so etwas wie...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Johanna Lakner
studierte Fashion
und Visual Arts, ehe
sich ihr Interesse
in Richtung Theater
und Oper verlagerte.
    Festspiele Reichenau
    Jedes Stück braucht ein Zuhause
    Johanna Lakner verantwortet Bühne und Kostüm für Joseph Roths „Die Legende vom heiligen...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Entdeckungsreise ins Ich. Schauspielerei bedeutet für Johanna Mahaffy auch, möglichst viele Facetten der eigenen Persönlichkeit kennenzulernen.
    Festspiele Reichenau
    Zwischenwelt
    Es gibt kaum einen Zwischenraum, den Leo Tolstoi in seinem monumentalen Werk „Krieg und...
    Von Sarah Wetzlmayr
1 / 12