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Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. Die höchste Aussichts- plattform liegt in 91 Metern Höhe.

Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. Die höchste Aussichts- plattform liegt in 91 Metern Höhe.
FOTO: PHILIPP KIRSCHNER

Ein Kulturraum. Zwei Ziele.

Kulturreisen

Zwischen Semperoper und Gewandhaus, Buchmesse und Musikfestspielen, Grassi Museum und Zwinger: Leipzig & Dresden atmen Kultur – und harmonieren für Reisende hervorragend miteinander.

Go East. Genauer gesagt in den deutschen Freistaat Sachsen, wo zwei architektonische und kulturelle Perlen darauf warten, ihre Schönheiten großzügig mit Besuchern aus der ganzen Welt zu teilen. Da wären zum einen die an der Elbe liegende Landeshauptstadt Dresden und zum anderen Leipzig, mit 633.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des an Tschechien und Polen grenzenden Bundeslands. Nur 100 Kilometer Luftlinie trennen die beiden sächsischen Metropolen – ein geografischer Umstand, der es Interessierten möglich macht, deren kulturelle Schätze auch an einem einzigen längeren Wochenende zu erleben. Autofahrzeit Leipzig – Dresden: etwas mehr als eine Stunde.

Per Zug im Halbstundentakt und mehrmals täglich auch via Bus wechselseitig verbunden. Für Sportliche ginge es in fünf Stunden sogar mit dem Fahrrad. Und dank Veranstaltern wie Columbus Reisen lassen sich Kulturtrips nach Leipzig und Dresden von Wien aus problemlos planen.

LEBENDIGES LEIPZIG

„Der Spiegel“ bezeichnete Leipzig aufgrund seiner jungen Kreativszene schon vor zehn Jahren als „Das bessere Berlin“ – der Stadt besonders Gesonnene kreierten sogar den Begriff Hypezig. „Mein Leipzig lob’ ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute“, dichtete Johann Wolfgang von Goethe, der ab 1765 an der Leipziger Universität Jus studierte und dessen Denkmal am Naschmarkt an sein literarisches Schaffen erinnert, im „Faust“. Noch heute ist die Stadt ein wichtiges Zentrum für Autoren und Verlage, finden doch hier jährlich im Frühjahr die Leipziger Buchmesse und das Lesefest „Leipzig liest“ statt. Bibliophilen sei auch ein Besuch der Deutschen Nationalbibliothek empfohlen – mit mehr als 39 Millionen Objekten die größte Bibliothek Deutschlands.

Die 1954 bis 1960 im
neoklassizistischen Stil
erbaute Oper Leipzig.
FOTO: KIRSTEN NIJHOF
Die 1954 bis 1960 im neoklassizistischen Stil erbaute Oper Leipzig.

Musikliebhaber haben die 1693 eröffnete Oper Leipzig im Visier. Seit 1840 spielt das weltweit renommierte Gewandhausorchester zu allen Vorstellungen der Oper und des Leipziger Balletts. Zudem bestreiten die Musiker regelmäßig sinfonische Konzerte im eigenen Gewandhaus und treten in der Thomaskirche, oft gemeinsam mit dem Thomanerchor, auf. Zur Oper Leipzig gehört auch die Musikalische Komödie, eine Spezialspielstätte für Operette und Musical mit eigenen Ensembles. Das Schauspiel Leipzig zählt zu den namhaftesten Theatern Deutschlands und glänzt, neben Klassikern wie „Medea“ oder „Richard III.“, mit aktueller Gegenwartsdramatik. Freunden der bildenden Kunst seien das Panometer mit seiner aktuellen 360-Grad-Panoramaausstellung „Antarktis“, das Grassi Museum für Angewandte Kunst, das Museum der bildenden Künste und das dem Leben und Wirken des großen Musikers gewidmete Bach-Museum samt Bach-Archiv empfohlen.

Jederzeit – mit Ausnahme des Museums Forum 1813 und der Aussichtsplattform – kostenlos besucht werden kann das imposante Völkerschlachtdenkmal: mit der rittergeschmückten Krypta, den fast zehn Meter hohen Kolossalfiguren in der Ruhmeshalle und der 68 Meter hohen Reiterkuppel ein beeindruckendes Wahrzeichen der Stadt.

 Das weltberühmte Gewandhausorchester.
Foto: Martin Seifert
Das weltberühmte Gewandhausorchester.

DYNAMISCHES DRESDEN

Mitten durch die Landeshauptstadt, die wegen ihres Reichtums an prachtvoller Barockarchitektur auch Elbflorenz genannt wird, fließt die Elbe. Sie ist nicht nur Lebensader, sondern mit ihren Elbwiesen genannten Uferflächen auch Naherholungsgebiet im ohnehin grünen Ballungsraum. Auf einer Uferseite zieht sich zwischen Augustus- und Carolabrücke über 500 Meter die Brühlsche Terrasse, die als Teil der Dresdner Befestigungsanlagen im 16. Jahrhundert errichtet wurde und seit dem 19. Jahrhundert als „Balkon Europas“ bezeichnet wird.

„The Addams Family“ in der Musikalischen
Komödie.
Foto: Tom Schulze
„The Addams Family“ in der Musikalischen Komödie.

Unweit davon geballte Kunst und Kultur, wie man sie in kaum einer anderen deutschen Stadt auf so engem Raum findet. Hofkirche, Semperoper, Frauenkirche, Albertinum, Kunstakademie, Residenzschloss und Zwinger liegen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt. Die weltberühmte Semperoper am Theaterplatz ist mit ihren erstklassigen Aufführungen und hochkarätigen Sängern natürlich ein Muss für Musikaficionados.

Ebenfalls im historischen Stadtkern verankert ist der Dresdner Zwinger, ein prunkvoller Barockbau, der heute die Gemäldegalerie Alte Meister, den Mathematisch-Physikalischen Salon und die Dresdner Porzellansammlung, eine der kostbarsten der Welt, beherbergt. Im ebenfalls zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zählenden Residenzschloss, der ehemaligen Hauptresidenz der Kurfürsten und Könige von Sachsen, finden sich unter anderem das weltberühmte Grüne Gewölbe, das Kupferstich-Kabinett und die Rüstkammer.

Die Semperoper am Theaterplatz ist ein Muss
für musikliebende Dresden-Besucher.
Foto: Klaus Gigga
Die Semperoper am Theaterplatz ist ein Muss für musikliebende Dresden-Besucher.

Ebenfalls an der Elbe, jedoch nicht im Zentrum, liegt die einstige Sommerresidenz Schloss Pillnitz, deren Orangerie, Palmenhaus, Wasserpalais und 230 Jahre alte, neun Meter hohe Pillnitzer Kamelie einen kleinen Ausflug mehr als lohnen. Im Staatsschauspiel Dresden empfehlen sich im März zum Beispiel Tennessee Williams’ „Endstation Sehnsucht“ oder „Der talentierte Mr. Ripley“ nach Patricia Highsmith. Und im Mai/Juni laden die Dresdner Musikfestspiele unter dem Motto „Leichtigkeit des Seins“ quer durch die Stadt zu hochkarätig besetzten Konzerten unterschiedlicher Genres. So lernt man auch Orte wie das hippe Stromwerk oder den modernistischen DDR-Bau Kulturpalast kennen.

Mein Leipzig lob‘ ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.

– Johann Wolfgang von Goethe, Dichterfürst

LEIPZIG: HOTELS/RESTAURANTS

INNSiDE by Meliá

Hinter der neoklassischen Fassade verbirgt sich mitten im Zentrum – gegenüber der Thomaskirche – ein modernes, elegantes Hotel mit grandioser Dachterrasse und der „Cabana Rooftop Terrace Bar“.

Gottschedstraße 1

melia.com

Steigenberger Icon Grandhotel Handelshof

In unmittelbarer Nähe zum Alten Rathaus befindet sich dieses moderne Hotel mit luxuriösen Suiten und Zimmern, einem großzügigen Spa-Bereich, Restaurant und Bar.

Salzgäßchen 6

hrewards.com

Frieda

Ein unprätentiöses und dennoch vielfach ausgezeichnetes Restaurant, das in Bistro-Atmosphäre Produktqualität mit kulinarischer Exzellenz paart. Auch für Vegetarier ein geschmacksintensives Vergnügen.

Menckestraße 48–50

frieda-restaurant.de

Das Ballett „Vice Versa“
in der Semperoper.
Foto: ADMILL KUYLER
Das Ballett „Vice Versa“ in der Semperoper.

DRESDEN: HOTELS/RESTAURANTS

Bilderberg Bellevue Dresden

Direkt an der Elbe, vis-à-vis von Semperoper und Hofkirche gelegen, hat man einen freien „Canaletto-Blick“ auf die Schönheiten der Stadt und kann am grünen Flussufer herrlich entspannen.

Große Meißner Straße 15

bilderberg-bellevue-dresden.de

Hyperion Dresden Am Schloss

Im Herzen der Altstadt liegt dieses nach Kriterien modernen Innendesigns gestaltete Hotel. Ein hauseigenes Restaurant und der Wellnessbereich im historischen Kellergewölbe runden das Feeling ab.

Schlossstraße 16

h-hotels.com

Weinkulturbar

Das 2007 eröffnete Lokal zählt in Dresden zu den absoluten Gastro-Instanzen. Rund 50 offene Weine und 100 Käsesorten kann man hier gustieren. Insgesamt umfasst die Weinkarte circa 3.000 Positionen.

Wittenberger Straße 86

weinkulturbar.de

Weitere Informationen finden Sie hier!

Erschienen in
Bühne 03/2026

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Klaus Peter Vollmann
Klaus Peter Vollmann
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