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„Amphitryon“ ist nach „Das Boot“ und „Terminator“ die dritte gemeinsame Regiearbeit von Sarah Viktoria Frick und Martin Vischer.

„Amphitryon“ ist nach „Das Boot“ und „Terminator“ die dritte gemeinsame Regiearbeit von Sarah Viktoria Frick und Martin Vischer.
Foto: Philine Hofmann

Ein haariger Horrortrip für die ganze Familie: „Amphitryon“ im Bronski & Grünberg

Bronski & Grünberg

Nach zwei selbstgeschriebenen Stücken widmet sich das Regieduo Sarah Viktoria Frick und Martin Vischer nun dem Kleist-Klassiker „Amphitryon“. Welche Rolle der Begriff der Angstlust dabei spielt und worin für sie die Komik des Stückes liegt? Wir haben den beiden ein paar Fragen gestellt.

BÜHNE: Wie seid ihr auf „Amphitryon“ gekommen?

Martin Vischer: Amphitryon ist ein Stück, das mich schon sehr lange begleitet. Mich hat diese Doppelgänger-Sache immer fasziniert. Als wir dann das Stück in der Vorbereitung wieder gelesen haben, ist uns klar geworden, wie modern es im Kern ist und welche Aktualität es auch hat.

Sarah Viktoria Frick: Und die Sprache! Es ist fast so, dass die Sprache das Leben ist. Und die Figuren sprechen müssen, um zu existieren. Das ist unheimlich theatral, aber eben auch sehr existenziell.

Im Ankündigungstext auf der Website des Bronski & Grünberg ist von „Horreur“ und einem „Horrortrip“ die Rede. Seid ihr für die Inszenierung ins Horror-Genre eingetaucht?

Martin Vischer: Ja genau! Es ist ja ein unglaublicher Übergriff, wenn einer kommt und dem anderen sein Ich aus dem Leib prügelt. Das ist so unheimlich, dass es für uns eigentlich auf der Hand lag, uns im Horrorbereich zu bewegen.

Sarah Viktoria Frick: Natürlich ist Horror im Theater auch schnell komisch. Aber es ist doch auch erstaunlich, wie nah Komik und Schauder beieinander liegen …

Martin Vischer: Bei Freud gibt es den Begriff der Angstlust. Ich habe nie wirklich Freud gelesen, aber der Begriff gefällt mir.

„Amphitryon“: Noch bis 13. Juni im Bronski & Grünberg.
Foto: Philine Hofmann
„Amphitryon“: Noch bis 13. Juni im Bronski & Grünberg.

Was hat euch daran gereizt, das Stück im Blankvers zu belassen?

Sarah Viktoria Frick: Das war wohl auch Angstlust.

Martin Vischer: Irgendwie schon. Das großartige am Bronski&Grünberg ist, dass uns so viel Vertrauen geschenkt wird, dass wir einfach ausprobieren können, was uns interessiert.

Sarah Viktoria Frick: Ja, und da wir jetzt zweimal Selbstgeschriebenes inszeniert haben, wollten wir mal schauen, wie es mit einem Klassiker ist. Gerade dort.

Kleist bezeichnet sein Stück als Tragikomödie. Worin liegt für euch die Komik des Stücks?

Martin Vischer: Also ehrlich gesagt, haben wir schon beim gemeinsamen Lesen teilweise sehr gelacht. Wie Sosias versucht, seinem Chef zu erklären, warum er seinen Auftrag nicht ausführen konnte, ist zum Beispiel wahnsinnig witzig. Aber es ist eben mehr als das. Der Begriff Tragikomödie trifft es schon sehr gut. Bei uns: Horrorkomödie.

Was wisst ihr jetzt über das Regieführen, das ihr bei eurer ersten gemeinsamen Inszenierung noch nicht wusstet?

Martin Vischer: Ich glaube, dass wir uns daran gewöhnen müssen, dass es Momente gibt, wo man alles hinterfragt.

Sarah Viktoria Frick: Ja, das ist anstrengend. Und ich würde sie gern abschaffen. Aber ich glaube, dass es leider ohne sie nicht geht.

Martin Vischer: Dieses Phänomen werden wir weiter erforschen.

Sarah Viktoria Frick: Oder eben abschaffen.

Sarah Wetzlmayr
Sarah Wetzlmayr
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