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Anna Katharina Jaritz entwarf das Kostümbild, das sich an der Mode anno 1850 orientiert und den Zuschauern auch textil Identifikationsmöglichkeiten bietet.

Anna Katharina Jaritz entwarf das Kostümbild, das sich an der Mode anno 1850 orientiert und den Zuschauern auch textil Identifikationsmöglichkeiten bietet.
Foto: Anna Katharina Jaritz

„Die sieben Wünsche“: Wald trifft Fabrik

Theater der Jugend

Kein Theater ohne Bühne und Kostüme. In der neuen TdJ-Produktion verantworten Rebekah Wild und Anna Katharina Jaritz diese beiden künstlerischen Bereiche.

Wald trifft Fabrik. „Natürlich ist es immer eine Herausforderung, einen Wald auf die Bühne zu bringen, und ich wollte keinen Fake-Wald schaffen“, erklärt Rebekah Wild auf die Frage, was ihr beim Bühnenbild besonders wichtig war. „Hinzu kam, dass sich die Geschichte sowohl in einer Fabrik als auch in einem Wald abspielt, manchmal sogar zur gleichen Zeit. Ich habe also versucht, Ähnlichkeiten zwischen Wäldern und alten Fabriken zu finden.“

Entstanden sind zwei Bühnenbilder. „Der Wald, der sich im Handumdrehen in eine Fabrik verwandeln kann, besteht aus metallenen I-Träger-Strukturen wie im Palmenhaus in Schönbrunn. Elemente davon werden zu Sträuchern und herabgefallenen Ästen. Außerdem gibt es eine ominöse, funktionierende Papiermaschine mit einem Hexenhaus auf der Rückseite.“ Sie möge es, eine Atmosphäre zu schaffen, in die sich das Publikum hineinträumen kann, die aber auch zum Nachdenken anregt und eine aktive Rolle in der Visualisierung der Handlung spielt.

Anna Katharina Jaritz (Kostümbild) und Rebekah Wild (Bühnenbild).
Fotos: Stephan Mussil / Rebekah Wild
Anna Katharina Jaritz (Kostümbild) und Rebekah Wild (Bühnenbild).

„Im Zentrum unserer Geschichte steht die Familie Wunsch“,erklärt Anna Katharina Jaritz ihren Zugang zum Kostümbild. „Die Dynamiken der Familienmitglieder untereinander waren eine große Inspiration. Mir war es wichtig, zunächst optisch ein starkes ‚Wir gehören zusammen‘ herauszuarbeiten, um dann im nächsten Schritt bei jeder einzelnen Figur ihre Eigenheiten bis ins Detail zu entdecken und auch die Märchenwelt durchschimmern zu lassen. Ich fand es diesmal spannend, gleich in zwei Richtungen zu recherchieren. Zum einen habe ich mir die Märchen samt den vielen wundervollen Illustrationen wieder in Erinnerung gerufen, und zum anderen bin ich ins Jahr 1850 gereist, habe mir dank Waldmüller, Spitzweg und zahlreicher Karikaturen ein Bild von der Epoche gemacht, bin aber auch auf überraschend viel Fotomaterial gestoßen, was diese Zeit fast zum Greifen nah gemacht hat.“

Henry Mason hat das Stück im Jahre 1850 verortet. Es sei also klar gewesen, dass auch die Kostüme diese Zeit widerspiegeln sollten. „Es handelt sich um eine extrem kleidsame, hübsch anzusehende Mode, die sich, wie ich finde, schön verträgt mit zauber- und märchenhaften Elementen.“

Hier zu den Spielterminen von „Die sieben Wünsche“ im Theater der Jugend!

Klaus Peter Vollmann
Klaus Peter Vollmann
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