Zum Inhalt springen

Elizabeth Taylor und Paul Newman in der Verfilmung.

Elizabeth Taylor und Paul Newman in der Verfilmung.
Foto: rechtefrei

Die Katze auf dem heißen Blechdach von Tennessee Williams

Burgtheater
Volkstheater Wien
Ein Stück in einer Minute

Das Drama wurde vor allem durch die Verfilmung mit Liz Taylor und Paul Newman berühmt - es behandelt heikle Themen wie Trunksucht. Eine Zusammenfassung.


Inhalt

Ein millionenschwerer Plantagenbesitzer, Big Daddy genannt, feiert mit seiner Familie 65. Geburtstag. Schnell merkt man, dass die Familienidylle trügt. Big Daddy ist krebskrank, aber niemand sagt es ihm und seiner Frau. Der erste Sohn Gooper hat es auf das komplette Erbe abgesehen, er und seine Frau halten dem zweiten Sohn, Brick, und dessen Gattin Maggie ihre Kinderlosigkeit vor, haben sie doch selbst zahlreiche (nervige) Nachkommen. Brick war einst ein berühmter Sportler, heute ist er dem Alkohol verfallen. Zwischen ihm und seiner Frau steht das Schicksal seines homosexuellen Freundes Skipper, der verstarb - und Bricks Lustlosigkeit, die von seiner Trunksucht kommt.

Maggie vergleicht sich mit einer Katze, die sich auf dem heißen Blechdach sonnt, Brick hat sie seit Ewigkeiten nicht mehr angerührt. Brick rät ihr, zu springen - sich also von ihm zu trennen oder sich einen Liebhaber zu suchen, was sie entrüstet ablehnt. Brick platzt gegenüber Big Daddy damit heraus, dass dieser nicht mehr lange zu leben hat. Zur Freude der Eltern, die die Plantage lieber Brick und Maggie vererben würden, sagt Maggie plötzlich, sie erwarte ein Kind von Brick. In Wahrheit will sie diesen Plan erst in Tat umsetzen - und erhofft sich, ihre Ehe dadurch retten zu können.

Werkgeschichte

Tennessee Williams, der eigentlich Thomas Lanier Williams hieß, hatte zuvor schon zahlreiche Einakter verfasst und mit "Die Glasmenagerie" 1944 seinen Durchbruch geschafft. Es folgten "Endstation Sehnsucht", wofür er den Pulitzerpreis 1948 bekam, und "Die Katze auf dem heißen Blechdach", die ihm den berühmten Literaturpreis 1955 ein weiteres Mal einbrachte. Nachdem er sich zuvor eher für Menschen der Unterschicht interessiert hatte, schrieb er nun über einen betuchten Plantagen-Besitzer und seinen Clan.

Aufführungsgeschichte

Die Uraufführung fand am 24. März 1955 im Morosco Theatre in New York statt. Elia Kazan führte Regie. Noch im selben Jahr spielte man das Stück erstmals in Deutschland: Am Düsseldorfer Schauspielhaus wirkte Ida Krottendorf als Maggie mit.

Prominente Interpreten

Zu großer Berühmtheit kam der Stoff, als Regisseur Richard Brooks 1958 eine Verfilmung machte, in der Elizabeth Taylor als Maggie und Paul Newman als Brick zu sehen waren. Der Film wurde zum Kassenschlager der 1950er und für sechs Oscars nominiert. Er trug maßgeblich zur Bekanntheit des Stücks bei, das als das berühmteste von Tennessee Williams gilt.

Theresa Steininger
Autor
Mehr zum Thema
  • 4 Fragen an Roman Senkl
    In „Solaris“ wird der Psychologe Kris Kelvin auf einen Planeten geschickt, der Lebewesen...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Ringel, Ringel, Reigen
    Im „Reigen“ drückt Arthur Schnitzler dem Publikum die Lupe in die Hand und lässt es...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Erinnern statt Verdrängen
    Der Roman „Die letzten Tage“ beschäftigt sich mit einem dunklen Kapitel der NS-Zeit rund um...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Steter Sehnsuchtsort
    Julia Stemberger spielt seit 2008 regelmäßig in Reichenau und wurde in dieser Zeit so etwas wie...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Entdeckungsreise ins Ich. Schauspielerei bedeutet für Johanna Mahaffy auch, möglichst viele Facetten der eigenen Persönlichkeit kennenzulernen.
    Zwischenwelt
    Es gibt kaum einen Zwischenraum, den Leo Tolstoi in seinem monumentalen Werk „Krieg und...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Glückliche Heimkehr
    Als Harras in Carl Zuckmayers „Des Teufels General“ erlebte Stefan Jürgens nach vielen...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • 20 Jahre in 2 Stunden
    Alle einsteigen, bitte! Am 27. Juni blickt das Ensemble mit der Theaterrevue „Station...
    Von Klaus Peter Vollmann
  • Theater ohne Auffangnetz
    Stefan Zweigs Novelle „24 Stunden aus dem Leben einer Frau“ ist eine Geschichte über den...
    Von Sarah Wetzlmayr
  • Theater ist ein One-Taker
    Kristina Sprenger über Theater im Sommer, gesellschaftliche Verantwortung und die Unsterblichkeit...
    Von Atha Athanasiadis
1 / 12