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Bei den Raimundspielen Gutenstein 2024 wird Raimunds "Der Verschwender" auf die Bühne gebracht.

Bei den Raimundspielen Gutenstein 2024 wird Raimunds "Der Verschwender" auf die Bühne gebracht.
Foto: Jakob Sti

Der Verschwender von Ferdinand Raimund

Ein Stück in einer Minute

Der Aufstieg und Fall eines Mannes: „Der Verschwender“, ein Original-Zaubermärchen in drei Aufzügen, erzählt die Geschichte von Julius Flottwell, der alles besitzt, um es schließlich zu verlieren. Wir haben das letzte Stück Raimunds zusammengefasst.

Inhalt

Julius Flottwell, ein reicher Edelmann, möchte sich mit einem einfachen Bauernmädchen vermählen. Dieses entpuppt sich jedoch als Fee Cheristane, die ihm aus Liebe fast alle Perlen ihrer Krone gegeben hat, obwohl sie mit diesen auf Erden hätte Gutes vollbringen sollen.

Cheristane muss ins Feenreich zurückkehren, im Wissen, dass sie ihren verschwenderischen Geliebten einer düsteren Zukunft überlassen wird. Flottwell wird nun von seinem Kammerdiener Wolf, von dem er viel hält, schamlos ausgenutzt. Nur sein Bedienter Valentin bleibt ihm weiterhin treu.

Drei Jahre später lebt Flottwell weiterhin im Luxus und es wird ein Fest veranstaltet, in dem er um die Hand von Amalie, der Tochter des Präsidenten Klugheim, anhalten will. Klugheim zeigt sich jedoch ablehnend, da er den verschwenderischen Lebensstil Flottweils nicht begrüßt. So wirft Flottwell sogar den Brautschmuck Amalies aus dem Fenster, da ihm dieser nicht gefällt. Der Schmuck wird von einem Bettler eingesammelt, der immer wieder Gabe von Flottwell fordert, doch der Kammerdiener Wolf verdächtigt Valentins Geliebte Rosa des Stehlens. Von der Anschuldigung entrüstet, verlassen Valentin und Rosa das Schloss. Unterdessen duelliert sich Flottwell mit dem Baron Flitterstein, der vorgesehene Bräutigam Amaliens. Flottwell verwundet seinen Nebenbuhler und flieht mit Amalie nach England. Wolf weigert sich, seinen Herrn zu begleiten und schafft es, das Schloss an sich zu reißen.

Zwanzig Jahre später kehrt Flottwell verarmt in sein Schloss zurück. Er hat Frau und Kind bei einem Schiffsunglück verloren. Wolf verweigert ihm die Aufnahme, doch Valentin, der nun ein Handwerker geworden ist, will sich Flottwell annehmen, was seine Frau Rosa ablehnt. Flottwell will sich schließlich auf den Ruinen seines Schlosses das Leben nehmen, doch da erscheint ihm die Fee Cheristane und der Bettler, der sich als ihr Diener Azur entpuppt. Azur gibt Flottwell sein vom Schloss Erbetteltes zurück, inklusive dem Brautschmuck Amaliens, und dieser wird von seiner Verschwendungssucht geheilt. Am Ende erlebt er so die Dankbarkeit der „kleinen Leute“.

Werkgeschichte

Ferdinand Raimund war schnell im Schreiben: er begann am 17. Oktober 1833 am „Verschwender“ zu arbeiten und schloss das Stück am 2. Dezember ab. Am 20. Februar des darauffolgenden Jahres kam die Uraufführung im Theater in der Josefstadt auf die Bühne. Das Stück stieß auf reges Interesse, da sich die Geschichte des Aufstiegs und Falls eines Mannes in viele Lebensrealitäten des 19. Jahrhunderts in Wien widerspiegelten. Zeitgenossen Raimunds wie Adolf Bäuerle oder Karl Meisl verfassten ebenfalls Theaterstücke mit dieser Thematik.

Raimund beschrieb sein Stück als „Original-Zauberspiel“, da er sich mit seiner Geschichte auf keine literarische Vorlage bezog und hinweisen wollte, dass er das Thema selbst erfunden hatte.

„Der Verschwender“ war das letzte Stück Raimunds und wurde sein dritter großer Bühnenerfolg.

Prominente Spieler*innen

Zu den bekanntesten Personen, die „Valentin“ spielten, gehörten u.a. Ferdinand Raimund, Alexander Girardi, Paul Hörbiger, Attila Hörbiger, Josef Meinrad, Heinz Petters und Otto Schenk.

Zu den Spielterminen von „Der Verschwender“ bei den Raimundfestspielen Gutenstein!

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