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In „This is Venice“ am Burgtheater hatten Elisabeth Bronfen und Muriel Gerstner „Otello“ und „Der Kaufmann von Venedig“ in einem Stück vereint.

In „This is Venice“ am Burgtheater hatten Elisabeth Bronfen und Muriel Gerstner „Otello“ und „Der Kaufmann von Venedig“ in einem Stück vereint.
Foto: Mathias Horn/Burgtheater

Der Kaufmann von Venedig von William Shakespeare

Burgtheater
Theater in der Josefstadt
Volkstheater Wien
Ein Stück in einer Minute

Ein Pfund Fleisch gegen Geld: Shakespeares wohl meistdiskutiertes Stück erzählt von einem ungewöhnlichen Handel. Was dahinter steckt, erfahren Sie hier in einer Zusammenfassung.


Inhalt

Der venezianische Kaufmann Antonio hilft seinem Freund bei dessen Hochzeitswerbung mit Geld aus und verschuldet sich selbst. Er lässt sich auf einen ungewöhnlichen Deal mit dem jüdischen Geldverleiher Shylock ein: Shylock, der von den Venezianern schlecht behandelt wird und sie deshalb nicht ausstehen kann, fordert ein Pfund Fleisch Antonios , wenn er das Geld nicht zurückbekommt.

In der Zwischenzeit muss sich Bassiano einer Prüfung stellen und aus mehreren Kästchen eines auswählen, das das Bild seiner Geliebten Portia enthält, um diese ehelichen zu dürfen. Es gelingt ihm.

Antonios Handelsschiffe, von denen er sich großen Gewinn erhofft, sind verschollen und es scheint, als müsse er sich dem Handel stellen. Da taucht die Angetraute Bassianos auf, verkleidet als junger Advokat Balthasar, und bringt Shylock mit gesetzlichen Reden dazu, den Deal aufzugeben. Stattdessen wird er dazu aufgefordert, sich zum Christentum zu bekehren und Antonios Tochter und deren Freund nach seinem Tod seine Güter zu vermachen. Auch Antonios Schiffe sind nun sicher im Hafen angekommen.

Werkgeschichte

Shakespeares literarische Vorlage ist die italienische Novellensammlung Il Percorone von einem Ser Giovanni aus Florenz aus dem Jahre 1387. Als letzte Episode wird dort die Szene mit dem Fleischpfand, einem anschließenden Prozess und einem falschen Rechtsdiener erzählt. Als weitere Vorlage diente Shakespeare die Sammlung Gesta Romanorum. Von dort übernimmt er das "Kästchenmotiv", das bei Bassianos Brautwerbung angewandt wird.

Bereits 1290 war in England der jüdische Glaube "ausgewiesen" geworden, also kannte Shakespeare selbst vermutlich keine praktizierenden Juden. Jedoch gab es bereits genug Geschichten über geldgierige und christenfeindliche Juden zu dieser Zeit. Eventuell kannte er The Jew of Malta von Christopher Marlowe oder auch die anonyme Version davon.

Aufführungsgeschichte

Die Datierung des Stücks ist nicht genau belegt und kann nur vermutet werden, wahrscheinlich gehörte es aber spätestens 1598 zum Repertoire von Shakespeares Truppe, die frühest bekannte Aufführung fand 1605 statt.

Das Werk zählte zu den meistdiskutiertesten Shakespeares und wurde auch vielfach aufgeführt, so zum Beispiel am Volkstheater in Wien 2019. 1977 veröffentlichte Arnold Wesker eine Neufassung für die Bühne, in der vor allem Shylock eine neue Bedeutung zukommt.

Es existieren aber auch filmische Adaptionen des Stoffs. 2004 drehte Michael Radford eine Hollywoodfassung. Von André Tchaikowsky stammt die Oper The Merchant of Venice, die bei den Bregenzer Festspielen 2013 ihre Uraufführung erlebte.

Prominente Interpreten

Im hochkarätig besetzten Hollywoodfilm von 2004 spielt Al Pacino die Rolle des Shylocks, Jeremy Irons verkörpert Antonio und Joseph Fiennes den Bassiano.

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