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Gábor Biedermann, Günter Franzmeier, Jan Thümer am Volkstheater.

Gábor Biedermann, Günter Franzmeier, Jan Thümer am Volkstheater.
Foto: Lupispuma/Volkstheater Wien

Biedermann und die Brandstifter von Max Frisch

Burgtheater
Theater in der Josefstadt
Volkstheater Wien
Ein Stück in einer Minute

Max Frischs Drama erinnert daran, wie viele Menschen faschistische und autoritäre Systeme bewusst wahrgenommen haben, ohne Einspruch dagegen zu erheben. Als Symbolfigur dafür steht Biedermann, der Protagonist und Titelgeber des Stücks. Eine Zusammenfassung.


Inhalt

Gottlob Biedermann ist ein wohlhabender Haarwasserfabrikant. Er liest in der Zeitung von mehreren Fällen der Brandstiftung und auch vom immergleichen Vorgehen der Täter, die sich als harmlose Hausierer einschleichen würden, um dann ein Feuer zu legen.

Kurz darauf kommt ein solcher Hausierer, Schmitz, zu Biedermann und will bei ihm auf dem Dachboden nächtigen. Biedermann, der gerade noch kaltherzig seinen Angestellten Knechtling entlassen hat, fühlt sich als Menschenfreund und nimmt Schmitz auf. Am nächsten Tag kommt ein angeblicher Vertreter der Feuerversicherung, Eisenring. Die beiden poltern herum, stellen Benzinkanister auf und vermessen eine Zündschnur. Biedermann will nicht für wahr halten, was nicht wahr sein darf: dass er sich Brandstifter ins Haus geholt hat. Er ignoriert die Anzeichen und lädt die beiden zum Essen ein, gibt ihnen sogar noch eine Zündschnur. Bald darauf explodiert das Haus.

Im Nachspiel sind Biedermann und seine Frau in der Hölle gelandet. Die beiden hoffen auf Absolution und ihre Rettung.

Werkgeschichte

Das Werk war zunächst eine Burleske aus dem Tagebuch Frischs, entwickelte sich dann aber zum Drama. Historischer Anlass war der Umsturz der Tschechoslowakischen Republik 1948, aus dem die ČSR als kommunistische Volkspartei hervorging. Mit dieser Thematik hat sich Frisch in seinem Tagebuch beschäftigt.

1952 entwickelte er zunächst ein Hörspiel mit dem Titel Herr Biedermann und die Brandstifter, in dem der Protagonist das Unglück überlebt und danach vom Verfasser, nicht identisch mit dem Autor, interviewt wird. 1957 arbeitete er das Hörspiel zum Drama um.

Aufführungsgeschichte

1958 wurde das Stück am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt. 2019 war eine Neuinszenierung von Viktor Bodó im Volkstheater Wien zu sehen. 2020 führte das Theater Bozen Frischs Drama auf.

Der NDR zeigte 1958 das Fernsehspiel Biedermann und die Brandstifter, 1963 entstand eine weitere TV-Version des Stücks durch den ORF. Auch für das niederländische, schwedische und finnische Fernsehen wurden TV-Adaptionen produziert. Šimon Voseček vertonte den Stoff zwischen 2005 und 2007 zu einer Oper, die 2013 in Wien uraufgeführt wurde.

Prominente Interpreten

Die österreichische Verfilmung von 1963 ließ Fritz Muliar als Gottlob Biedermann auftreten, Helmut Qualtinger spielte den Brandstifter Schmitz. Im Volkstheater war Claudia Sabitzer als Dienstmädchen des Hausherren zu sehen.

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