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Für Therese Affolter ist „Der deutsche Mittagstisch“ eine Inszenierung, die von Wiederbegegnungen geprägt ist: mit Autor Thomas Bernhard und Regisseur Claus Peymann.

Für Therese Affolter ist „Der deutsche Mittagstisch“ eine Inszenierung, die von Wiederbegegnungen geprägt ist: mit Autor Thomas Bernhard und Regisseur Claus Peymann.
Foto: Oliver Betke

3 Fragen an Therese Affolter

Theater in der Josefstadt

„Der deutsche Mittagstisch“ ist Therese Affolters erste Inszenierung im Theater in der Josefstadt. Mit Regisseur Claus Peymann verbindet sie eine lange Arbeitsbeziehung.

BÜHNE: Sie spielen zum ersten Mal an der Josefstadt. Was gab den Ausschlag dafür? 

Therese Affolter: Die Anfrage, in „Der deutsche Mittagstisch“ einige Rollen zu übernehmen. Es ist wunderbar, an der Josefstadt zu spielen und wieder einmal ­Thomas Bernhard zu begegnen. 

Zur Person: Zum Stück: Der deutsche Mittagstisch

In seinen grotesken Miniaturen erzählen Thomas Bernhards Figuren, Menschen wie du und ich, scheinbar heiter und gelassen wie schnell die Grenzen unserer Demokratien aufgeweicht werden und wie schmal der Grat ist zwischen Arglosigkeit und Aggression, Alltagsgeplänkel und Neofaschismus, Drohen und Zuschlagen ist.

Claus Peymann, den Sie seit langer Zeit kennen, hat inszeniert. Was zeichnet Ihre Zusammenarbeit aus?

Die Leidenschaft, die Neugier und die Genauigkeit beim Erforschen von Texten. Das Sprengen von Klischees und seine Haltung in politischen Dingen.

Mit welchem Gefühl kehren Sie nach Wien zurück?

Wien ist seit 1984 mein künst­lerischer und mein Lebens­mittelpunkt – mit ­einigen Ausflügen. Jetzt in Wien wieder auf der Bühne zu ­stehen, an der Josefstadt, ­erfüllt mich mit großer Freude und Neugier.

Die gebürtige Schweizerin studierte Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Danach wurde sie ans Staatstheater Stuttgart engagiert, wo sie unter anderem in Claus Peymanns „Faust“-Inszenierung beeindruckte. 1979 wechselte sie ans Schauspielhaus Bochum, danach ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. Von 1983 bis 1985 war Affolter Ensemblemitglied am Residenztheater in München und von 1985 bis 1987 am Thalia Theater in Hamburg. Von 1987 bis 1999 gehörte sie zum Ensemble des Burgtheaters. Im Jahr 2000 ging sie unter Peymann, mit dem sie oft zusammenarbeitete, ans Berliner Ensemble, wo sie bis 2006 blieb. 

Probenbeginn von „Der deutsche Mittagstisch“ im Theater in der Josefstadt – mit Herbert Föttinger und Claus Peymann.
Foto: Raphael von Bargen
Probenbeginn von „Der deutsche Mittagstisch“ im Theater in der Josefstadt – mit Herbert Föttinger und Claus Peymann.

„Der deutsche Mittagstisch“ ist am 27. Mai zum letzten Mal in dieser Spielzeit in der Josefstadt zu sehen!

Klaus Peter Vollmann
Klaus Peter Vollmann
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