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Johannes Silberschneider und Herbert Föttinger sowie Matthias Franz Stein in der Aufführung des Theaters in der Josefstadt.

Johannes Silberschneider und Herbert Föttinger sowie Matthias Franz Stein in der Aufführung des Theaters in der Josefstadt.
Foto: Sepp Gallauer/Theater in der Josefstadt

Jacobowsky und der Oberst von Franz Werfel

Burgtheater
Theater in der Josefstadt
Ein Stück in einer Minute

Lachen am Rande des Abgrunds: In dieser Komödie einer Tragödie beschrieb Werfel auch Details seiner eigenen Flucht vor den Deutschen, wobei sein Protagonist ein besonders einfallsreicher Kaufmann ist.


Inhalt

Die Gestapo sucht in Frankreich nach geflüchteten Angehörigen der polnischen Armee - wie Oberst Stjerbinsky. Dieser ist, ebenso wie der jüdische Kaufmann Jakobowsky, ein Landsmann, auf der Flucht vor den Deutschen in Paris gelandet. Jacobowsky ist ein findiger Kerl, der aus jeder Situation einen Ausweg kennt, während der Oberst eher weltfremd ist. Ersterem gelingt es, ein Auto aufzutreiben, letzterer bietet sich als Chauffeur an, obwohl er gar nicht richtig fahren kann. Aber er will einfach nur fort - und ist außerdem im Besitz von geheimen Papieren, die er nach England bringen soll.

Zuvor möchte er aber noch einen Umweg machen, um seine französische Geliebte Marianne abzuholen. Obwohl er Antisemit ist, geht er für die gefährliche Reise Richtung Atlantikküste also ein Zweckbündnis mit Jacobowsky ein, der es mit Witz und Verstand sowie Fluchterfahrung schafft, zu organisieren, was die ungleichen Flüchtenden brauchen. Schließlich hat er in diesem "Roadmovie" in einer besonderen Zeit sogar die rettende Idee, als die Gestapo sie doch noch einholt...

Werkgeschichte

Franz Werfel verarbeitete in diesem, seinem letzten Stück seine eigene Flucht, die durch Frankreich, Spanien und Portugal bis in die USA führte. Seine Wegbegleiter waren seine Frau Alma Mahler-Werfel sowie Heinrich und Golo Mann. Außerdem verpackte er darin die Geschichte des Stuttgarter Bankiers Jacobowicz, der gemeinsam mit einem polnischen Offizier durch Frankreich flüchtete und den die Werfels in Lourdes kennengelernt hatten. Werfel hatte von diesem im Freundeskreis so oft erzählt, dass er aufgefordert worden war, eine Komödie darüber zu schreiben, es heißt, es war auch Max Reinhard, der ihn dazu motivierte.

Aufführungsgeschichte

Die "Komödie einer Tragödie", wie der Untertitel lautet, wurde am 14. März 1944 am Broadway uraufgeführt als "Jacobowsky and the Colonel". Die erste deutschsprachige Aufführung fand am 17. Oktober 1944 in Basel statt.

Prominente Interpreten

1958 wurde das Stück mit Curd Jürgens und Danny Kaye verfilmt, was eine Golden-Globe-Nominierung nach sich zog.

Zuletzt war das Stück 2019 am Theater in der Josefstadt zur Premiere gebracht worden, Herbert Föttinger und Johannes Silberschneider spielten die Hauptrollen.

Theresa Steininger
Autor
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