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Sabine Haupt, Anja Laïs, Jörg Ratjen, Lilith Häßle, und Norman Hacker in Thomas Jonigks Inszenierung im Akademietheater.

Sabine Haupt, Anja Laïs, Jörg Ratjen, Lilith Häßle, und Norman Hacker in Thomas Jonigks Inszenierung im Akademietheater.
Foto: Tommy Hetzel

Ein Stück in einer Minute: „Gespenster“ von Henrik Ibsen

Burgtheater

Warum das Stück lange Zeit in Teilen Europas verboten war und wie Ibsen die Verstrickungen seiner Protagonisten nach und nach meisterhaft aufdeckt, finden Sie hier kurz zusammengefasst.

Inhalt

Zum Andenken an den verstorbenen Hauptmann Alving soll nahe seinem Landgut ein Kinderheim eingeweiht werden. Frau Alving entscheidet sich, es nicht versichern zu lassen, da es ja unter Gottes Segen stehen soll. Pastor Manders, ein Freund des Hauses, ist ebenso gekommen wie ihr Sohn, Osvald, der als Künstler in Paris lebt. Nach und nach werden die Lebenssünden des Hauptmann Alving offenbar, wie Gespenster verfolgen sie seine Witwe. Schon bald nach der Eheschließung hatte sie sich an Pastor Manders gewandt und ihm erzählt, dass ihr Mann ein unverbesserlicher Wüstling sei. Manders aber, der sie selbst liebte, riet ihr, bei ihrem Mann zu bleiben - und ist bis heute stolz darauf, während sie es als die größte Niederlage seines Lebens ansieht.

Ihr Mann hatte sie mit dem Kammermädchen betrogen, daraus ging Regine hervor, die bei Frau Alving lebt. Als sie Osvald nun mit ihr flirten hört, sieht sie sich mit den Martyrien der Vergangenheit konfrontiert. Osvald hat überdies eine Gehirnparalyse, was seine Mutter als Erbe seines Vaters bezeichnet. Er hat ständig Kopfweh und quälende Angstvorstellungen, ja, er wird immer mehr zum Pflegefall.

Regines Ziehvater Engstrand will Manders um Hilfe bitten, da er in der Stadt ein Seemannsheim (oder ist es ein Bordell?) eröffnen möchte. Regine solle ihm dort helfen. Frau Alving deckt nun gegenüber Regine und Osvald die Zusammenhänge auf. Das Kinderheim brennt ab, die Ursache bleibt rätselhaft. Als die Sonne aufgeht, lallt Oswald dieser entgegen, sein Wahnsinnsausbruch mischt sich mit Verzweiflungsschreien der Mutter.

Werkgeschichte

Ibsen hatte zuvor schon "Stützen der Gesellschaft" und „Nora oder ein Puppenheim“ veröffentlicht. 1880 erarbeitet er „Gespenster“. Das Werk wurde am 11. Dezember in Kopenhagen erstmals veröffentlicht, allerdings waren die Kritiken in Norwegen verheerend, da zahlreiche Tabus darin gebrochen wurden. Die Gesellschaft war keinesfalls gewohnt, dass Themen wie Inzest, freie Liebe, Kritik an der Kirche und Sterbehilfe in Dramen zur Sprache kamen.

Aufführungsgeschichte

„Gespenster“ wurde daher am 20. Mai 1882 nicht in Europa, sondern in Chicago uraufgeführt, allerdings ohne Ibsens Einverständnis. Die offizielle Uraufführung fand am 22. August 1883 in Hälsingborg in Schweden statt. Erste Aufführungen in Norwegen gab es erst später, wo das Stück jahrelang unter Zensurverbot stand. In Deutschland wurde es erstmals am 14. April 1886 in Augsburg als private Vorstellung gezeigt. Die Aufführung am Berliner Residenztheater 1887 führte zum Durchbruch auf deutschen Bühnen.

Lisztstraße 1
1030 Wien
Österreich

Zum Autor

Henrik Ibsen wurde am 20. März 1828 in Skien in Norwegen geboren und wuchs in einer wohlhabenden Familie auf. Er studierte Medizin, arbeitete später am Aufbau eines Nationaltheaters mit und war von 1857 bis 1862 künstlerischer Leiter des Norwegischen Theaters in Oslo. Er wandte sich dem Verfassen von Dramen zu. 1864 ging er für 27 Jahre freiwillig ins Exil nach Italien und Deutschland, wo er seine bekannteste Bühnenwerke schrieb. Dazu gehören „Peer Gynt“, „Stützen der Gesellschaft“, „Nora - Ein Puppenheim“, „Ein Volksfeind“, „Die Wildente“, „Hedda Gabler“ und „Gespenster“. 1891 kehrte er nach Norwegen zurück, wo er 1906 starb.

Zu den Spielterminen von „Gespenster“ im Akademietheater!

Theresa Steininger
Autor
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