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Nina Siewert, Andrea Wenzl, Regina Fritsch, Norman Hacker, Zeynep Buyraç in „Drei Winter“ im Burgtheater.

Nina Siewert, Andrea Wenzl, Regina Fritsch, Norman Hacker, Zeynep Buyraç in „Drei Winter“ im Burgtheater.
Foto: Matthias Horn

Drei Winter von Tena Štivičić

Burgtheater
Ein Stück in einer Minute

Tena Štivičićs Stück „Drei Winter“ ist ein Familienepos, das sich an drei historischen Wendepunkten der kroatischen Geschichte abarbeitet und dabei zeigt, dass jede private Handlung immer auch politisch ist. Wir haben das Stück zusammengefasst.


Inhalt

Drei bedeutende historische Ereignisse in der Geschichte Kroatiens bilden den Rahmen des Stückes von Tena Štivičić. Der erste Handlungsstrang spielt in Zagreb im Jahr 1945. Die junge Partisanin Ruža zieht mit ihrer Mutter Monika, ihrem Ehemann Aleksandar und ihrem Baby Mascha in ein Haus, das ihr vom Staat zugewiesen wurde. Dort treffen sie auf Karolina Amruš, eine Daheimgebliebene und Tochter des Hausherrn, der im Krieg mit den Nazis kollaborierte.

Im zweiten Handlungsstrang springt die Autorin ins Jahr 1990, der Ort der Handlung bleibt jedoch derselbe. Mascha wohnt mit ihrem Vater Aleksandar, ihrer Schwester Dunja, ihrem Ehemann Vlado und den beiden Teenagertöchtern Alisa und Lucija immer noch im selben Haus. Ruža ist gestorben und die Familie zusammengekommen, um ihrer zu gedenken. In Belgrad wird gerade der 14. Kongress des Zentralkomitees von Jugoslawien abgehalten – ein Wendepunkt, der das Ende Jugoslawiens markiert.

2011 befinden wir uns wieder in jenem Haus in Zagreb, die Hochzeit Lucijas steht vor der Tür. Maschas Tochter wird den Unternehmer Damjan heiraten. Unterdessen führt Kroatien Beitrittsverhandlungen mit der EU. Die Entscheidung Damjans, das Familienhaus zu kaufen, löst bei Alisa großen Ärger aus. Die Situation droht zu eskalieren.

Aufführungsgeschichte

Die Uraufführung von „Drei Winter“ (im Englischen „Three Winters“) fand am 3. Dezember 2014 am National Theatre in London statt. „An excellent production dominated by fine female performances. A big play that shows how family lives are determined by history“, schrieb der Guardian. Die deutschsprachige Erstaufführung wurde 2017 am E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg gezeigt. 2022 brachte Burgtheater-Intendant Martin Kušej das Stück erstmals in Wien auf die Bühne.

Redaktion
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