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Elisa Plüss, Sebastian Wendelin und Sarah Viktoria Frick in „Die gefesselte Phantasie“ im Burgtheater.

Elisa Plüss, Sebastian Wendelin und Sarah Viktoria Frick in „Die gefesselte Phantasie“ im Burgtheater.
Foto: Matthias Horn

Die gefesselte Phantasie von Ferdinand Raimund

Burgtheater
Ein Stück in einer Minute

Eine irrwitzige Zauberposse, deren Handlung an eine Screwball-Comedy der 30er- oder 40er-Jahre erinnert: Alles ist paletti auf Raimunds Blumeninsel, bis zwei böse Schwestern auf die Insel kommen und für Unfrieden sorgen. Eine Zusammenfassung.


Inhalt

Die bösen Zauberschwestern Vipria und Arrogantia kommen ins Reich der Königin Hermione, um den dort herrschenden Frieden zu stören. Das Besondere: alle Bewohner*innen sind poetisch veranlagt. Das Orakel Apollos verkündet, dass die Zauberschwestern nur dann vertrieben werden können, wenn Hermione einen ihr würdigen Partner heiratet. Ihr wird der König von Athunt vorgeschlagen, sie liebt aber den geheimnisvollen Hirten Amphio – der in Wahrheit der Sohn des Königs ist. Außerdem möchte sie nur einen Dichter heiraten. Um das zu verhindern, nehmen die bösen Zauberschwestern die Phantasie gefangen – es kann also niemand mehr dichten.

Anschließend zaubert Vipria den Harfenisten Nachtigall aus einem Wiener Vorstadt-Wirtshaus auf die Insel und trägt ihm auf, an einem Dichter-Wettbewerb teilzunehmen. Da kein anderer der potentiellen Anwärter mehr über die notwendige poetische Gabe verfügt, gewinnt er mit seinem zugegeben grauenhaften Gedicht. Schließlich wird die Phantasie von Jupiter befreit und kann Amphio im letzten Moment zum Sieg verhelfen. Dieser gibt sich nun auch als Sohn des Königs von Athunt zu erkennen. 


Entstehungsgeschichte

Der ewig an sich zweifelnde Ferdinand Raimund hatte das Stück geschrieben, um seinen Kritikern, die ihm mangelnde Bildung und Kunstfertigkeit beim Schreiben seiner Stücke vorgeworfen haben, das Gegenteil zu beweisen. Raimund nannte das Werk ein Original-Zauberspiel, um zu verdeutlichen, dass er das Thema selbst ohne Verwendung einer literarischen Vorlage erdacht habe. 

„Die gefesselte Phantasie“, wurde am 1828 im Theater in der Leopoldstadt uraufgeführt, Raimund selbst spielte den Harfenisten Nachtigall. Bei der Kritik schnitt das Stück nicht besonders gut ab, Raimund wurde unter anderem falscher Ehrgeiz vorgeworfen – er hätte ein Stück geschrieben, das sprachlich nicht ins Wiener Vorstadttheater passe.

Redaktion
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