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Kay Voges ist seit der Spielzeit 2020/21 Künstlerischer Direktor des Wiener Volkstheaters. Zuvor war er zehn Jahre lang Intendant des Schauspiels Dortmund.

Kay Voges ist seit der Spielzeit 2020/21 Künstlerischer Direktor des Wiener Volkstheaters. Zuvor war er zehn Jahre lang Intendant des Schauspiels Dortmund.
Foto: Lukas Gansterer

Der Name: 3 Fragen an Kay Voges

Volkstheater Wien

In Jon Fosses Stück „Der Name“ passiert auf den ersten Blick nicht viel: Eine Familie versucht zusammenzufinden und scheitert. Statt echter Kommunikation gibt es nur Andeutungen, Wiederholungen und abgebrochene Sätze. Doch in genau dieser Reduktion liegt für Kay Voges ein großer Reiz.

Was macht Jon Fosses Stück für Sie als Regisseur spannend?

Ich liebe dieses Stück unter anderem deshalb so sehr, weil es weniger ein psychologisches Familienporträt ist als vielmehr ein Requiem über die Unmöglichkeit des Zusammenkommens. Zudem ist es ein unfassbar musikalischer und rhythmischer Text. In der Suche danach, wie man diese abgebrochenen Sätze zum Klingen bringt und einen Rhythmus kreiert, der Fosses unglaubliche Musikalität einzufangen vermag, liegt vermutlich auch die größte Herausforderung für mich und die Spielenden.

Wie bei Minimal Music geht es darum, aus der Präzision einen Rausch zu entwickeln. Ich assoziiere mit dem Stück außerdem eine Form von Hypersensibilität. Es ist eine Spannung im Raum, die dazu führt, dass das Quietschen der Kaffeetasse auf der Untertasse zum Ereignis wird. Im Zuschauerraum wird man erleben können, wie es sich anfühlt, keinen Filter mehr zu haben.

Was erzählt uns „Der Name“ über Kommunikation?

Es ist ein unfassbar einsames Stück, gleichzeitig gibt es diese Sehnsucht nach dem Zusammenkommen – nach Gemeinschaft. In der Gleichzeitigkeit dieser Zustände erzählt Fosses Text viel über das Menschsein. Zudem wird die Familie neu unter die Lupe genommen – es gibt Wiederholungen und Muster, aus denen man nicht mehr herauskommt. Die Hölle der festgefahrenen Beziehungsmuster wird in diesem Stück dramatisch und teilweise auch komisch zur Schau gestellt. Ich glaube, dass das ein Abend wird, der im besten Fall kunstvoll und mit viel Schönheit die Dramen unserer zwischenmenschlichen Unzulänglichkeiten zeigt.

Fabian Reichenbach und Irem Gökçen gehören zum Ensemble von „Der Name“. Warum ist Ihnen Nachwuchsförderung wichtig?
Das Wunderschöne am Theater ist ja, dass 22-Jährige mit 67-Jährigen zusammen auf der Bühne stehen und verschiedene Perspektiven auf unsere Welt erzählen. Die Kooperation mit der Kunstuniversität Graz hat uns die Möglichkeit gegeben, besondere Persönlichkeiten kennenzulernen. Ich freue mich, dass wir Fabian in seinen Anfängen begleiten dürfen. Es ist eine große Bereicherung für unser Haus, diese talentierten Rohdiamanten hier zu haben. Auch bei Irem, deren drittes Jahr hier am Haus nun beginnt, war es so, dass wir uns während der Ausbildungszeit bereits gedacht haben, dass sie unserem Ensemble mit ihrem Mut und ihrer Sicht auf die Welt guttut.

Hier zu den Spielterminen von Der Name im Volkstheater!

Sarah Wetzlmayr
Sarah Wetzlmayr
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