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Peter Turrini wurde am 26. September 1944 in St. Margarethen in Kärnten geboren und wuchs in Maria Saal auf. Mit seinem ersten Theaterstück „Rozznjogd“ chischen Bauernstands von der Jahrhundertwende bis nach 1945, löste heftige Kontroversen aus. Auch von der 4-teiligen Fernsehserie „Arbeitersaga“ wurden 1988-90 nur drei Teile gesendet.

Peter Turrini wurde am 26. September 1944 in St. Margarethen in Kärnten geboren und wuchs in Maria Saal auf.
Mit seinem ersten Theaterstück „Rozznjogd“ chischen Bauernstands von der Jahrhundertwende bis nach 1945, löste heftige Kontroversen aus. Auch von der 4-teiligen Fernsehserie „Arbeitersaga“ wurden 1988-90 nur drei Teile gesendet.
Foto: Astrid Bartl

Peter Turrini über seine beiden Stücke in der Josefstadt

Theater in der Josefstadt

Die Kurzinhalte der ­beiden Turrini-Premieren „Bis nächsten Freitag“ und „Es muss geschieden sein“. Beide Stücke sind in der kommenden Spielzeit im Theater in der Josefstadt zu sehen.

„Bis nächsten Freitag“

„Zwei Freunde, beide um die 65, treffen einander einmal die Woche in einem Lokal mit dem Namen ‚Zur tschechischen Botschaft‘. Sie kennen sich von Jugend an und waren gemeinsam im Internat einer Provinzstadt. Später sind sie in die Großstadt gegangen, der eine ist Buchhändler geworden, der andere Dozent für Romanistik. Zwischendurch haben sie sich aus den Augen ­verloren. Seit einiger Zeit treffen sie sich wieder, jeden Freitag. Sie reden über vergangene Zeiten, kommentieren die Vorkommnisse der Gegenwart, streiten und ­lachen und produzieren jede Menge ­Meinungen. Der Dozent wird immer radikaler und politisch rechter, der Buchhändler verteidigt seine sozialen Überzeugungen, verliert sich aber immer mehr in schwermütigen Weltbetrachtungen. Unter all diesen Sprachbergen verbirgt sich – kaum ausgesprochen, doch immer spürbar – das Drama: die Angst vor dem Älterwerden und vor Bedeutungsverlust, vor Krankheit, Trennung und Tod. In diesem Drama spielt das Dramatische eine Nebenrolle, aber nur scheinbar.“ 

„Es muss geschieden sein“

„Was geschieht, wenn Kunst und Wirklichkeit aufeinanderprallen? Wenn Katastrophen, Kriege, ­Revolutionen nicht irgendwo, sondern vor den Toren des ­Theaters stattfinden? Wenn Theater­proben zerfallen, weil die fatalen Ereignisse vor den Türen nicht haltmachen, wie es beispielsweise in der Pandemie der Fall war? Zu all diesen Fragen habe ich in den letzten zwei Jahren das Stück ‚Es muss geschieden sein‘ geschrieben. Es spielt im Jahre 1848 im revolutionären Wien. In einem Theater der Stadt wird Raimunds ‚Der Bauer als Millionär‘ geprobt. Der Rumor der Revolution kommt näher und näher. Und noch etwas wollte ich mit diesem Stück erkunden: ob sich mein Theater­credo, dass jeder Tragödie eine Komödie innewohnt, auch unter diesen ­Umständen aufrechterhalten lässt.“

*Die Texte stammen aus dem Josefstadt-Programmbuch 2023/24

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