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„Tanzende Idioten“ von Thorsten Lensing.

„Tanzende Idioten“ von Thorsten Lensing.
Foto: Armin Smailovic

NESTROY 2026 – die Nominierungen: Ensemble

Nestroy-Theaterpreis

Zum ersten Mal in der Geschichte des NESTROY gibt es einen Preis für die beste Ensembleleistung. Drei Ensembles sind nominiert.

Tanzende Idioten von Thorsten Lensing, Produktion & Inszenierung: Thorsten Lensing, Uraufführung, in Koproduktion mit den Wiener Festwochen | Freie Republik Wien u. a.

Kaum wo sonst sind Schauspielerinnen und Schauspieler so sehr mit „spielen“ befasst wie in Inszenierungen von Thorsten Lensing. Sie tüfteln an sich herum wie Kinder, machen Unvorhersehbares oder Lächerliches, sie vereinen Tragik und Komik der Unbedarftheit. Jede und jeder ist für sich souverän und doch gehören sie in ihren „spielerisch“ generierten Eigenheiten unbedingt zusammen. In „Tanzende Idioten“ geht es zu wie in einer Hornbach-Filiale: Bretter abschrauben, Gabelstapler hereinfahren, Saunawände aufstellen. Und dieser Bastlerhit hat Tiefe: Eine sterbenskranke Frau mit Kater bekommt Besuch von ihrem Vater und dessen neuer Freundin. Mit faszinierender Leichtigkeit bringen Sebastian Blomberg, Ursina Lardi, André Jung, Karin Neuhäuser, Benjamin Eggers-Domsky und Schlagzeuger Willi Kellers diesen lang anhaltenden Moment zum Schweben. – Margarete Affenzeller

Foto: Tommy Hetzel

Unter Tieren von Elfriede Jelinek, Inszenierung: Nicolas Stemann, Uraufführung, Koproduktion der Salzburger Festspiele mit dem Burgtheater.

Die heurige Koproduktion der Salzburger Festspiele mit dem Wiener Burgtheater dauert zwar ungefähr (mindestens!) vier Stunden, aber von der Nicolas-Stemann-Interpretation des Texts „Unter Tieren“ von Elfriede Jelinek möchte man keine Minute missen. Pausen darf man zwar selber machen und das Bühnengeschehen dann außerhalb des Saals auf Bildschirmen verfolgen, aber Notwendigkeit besteht dafür kaum. Dem großartigen Schauspielensemble schließen sich übrigens Regisseur Stemann – als „Moderator“ – und irgendwie sogar selbst die Livemusiker Thomas Kürstner und Sebastian Vogel an. In dieser Besetzung wird beinahe das alte Klischee, dass, wenn es den Schauspielern gefällt, das Publikum leidet, ad absurdum geführt. Hier leiden wahrscheinlich wirklich nur Verfechter des neoliberalen Kapitalismus. Gut so, die haben auch nichts anderes verdient! – Martin Lhotzky

Foto: Tommy Hetzel

Auslöschung. Ein Zerfall nach Thomas Bernhard, Inszenierung: Therese Willstedt, Burgtheater.

Rote Treppe rauf, rote Treppe runter, das eine aufgesammelt, das andere abgelegt – in der Bühnenfassung von Therese Willstedt (auch Regie) und Jeroen Versteele des letzten und umfangreichsten, 1986 erschienenen Romans „Auslöschung. Ein Zerfall“ von Thomas Bernhard geht es bisweilen recht wild zu. An sich ein innerer Monolog des Ich-Erzählers Franz-Josef Murau, tobt sich hier das ganze Ensemble an dessen trübsinnigen Erinnerungen aus. Die Deutung des Texts durch Willstedt als „zentral“ für die österreichische Vergangenheitsbewältigung – so das Burgtheater auf seiner Homepage – ist tatsächlich nicht weit hergeholt. War da nicht etwas, 1986? Es begann in einem WALD und es endete da-HEIM, wie schon Falco sang. Auch 2026/2027 auf dem Spielplan, darf sich das Publikum an der Leistung der acht Darstellerinnen und Darsteller weiter erfreuen. – Martin Lhotzky

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