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Liudmila Konovalova und Ensemble in „Giselle“ an der Wiener Staatsoper.

Liudmila Konovalova und Ensemble in „Giselle“ an der Wiener Staatsoper.
Foto: Wiener Staatsballett/AshleyTaylor

Giselle von Adolphe Adam

Wiener Staatsoper
Ein Stück in einer Minute

Eine tragische Liebesgeschichte ist in dieses bezaubernde Ballett verarbeitet - wie es zu einer Wahnsinnsszene kommt und wie Zauberwesen Männer in den Tod tanzen, haben wir hier zusammengefasst.


Inhalt

Das junge Mädchen Giselle wird von dem Förster Hilarion verehrt, erwidert seine Liebe aber nicht. Prinz Albrecht, mit einer Adeligen verlobt, verkleidet sich als Bauer, damit er um Giselle werben kann. Giselles Mutter verbietet dieser zu tanzen, denn sie hat Angst, dass ihre Tochter eine der legendenumwobenen Willis werden könnte, die in der Nacht durch ihren Tanz junge Männer in den Tod locken.

Als Albrecht und Giselle bei einem Fest ausgelassen mitfeiern, demaskiert der eifersüchtige Hilarion den Konkurrenten. Er zeigt das Schwert, das der Prinz versteckt hat und das seinen Adel verrät. Giselle ist verzweifelt, auch weil sie erkennt, dass er bereits verlobt ist. Sie tanzt einen Wahnsinnstanz und bricht tot zusammen.

Im zweiten Akt ist sie eine der Willis. Diese wollen unter der Führung ihrer Königin Myrtha auch Albrecht in den Tod tanzen, wie sie es zuvor schon mit Hilarion gemacht haben. Doch Giselle bittet, ihn zu verschonen – und ihre Liebe schützt und rettet ihn.

Werkgeschichte

Basis des Librettos von Théophile Gautier und Jules Henri Vernoy de Saint-Georges sind Motive aus Heinrich Heines Legendenband „Über die Elementargeister“. Auf Basis desselben schuf Komponist Adolphe Adam die Musik für das Ballett. Es sollte zum Höhepunkt der französischen Romantik werden. Die Originalchoreografie stammt von Jean Coralli und Jules Perrot, wobei Coralli sich auf die Ensemble-Szenen konzentrierte und Perrot mit den Choreografien für die beiden Hauptfiguren betraut wurde.

Aufführungsgeschichte

„Giselle“ wurde am 28. Juni 1841 an der Pariser Oper erstmalig gezeigt. Es etablierte sich über die Jahre als eines der erfolgreichsten Ballette neben „Schwanensee“ und „Nussknacker“ und inspirierte namhafte Choreografen zu Neuinterpretationen.


Prominente Namen

Die allererste Interpretin der Giselle war Charlotta Grisi. Später waren es beispielsweise Fanny Elßler, Galina Ulanowa, Margot Fonteyn und Anna Pawlowa, die in dieser Rolle glänzten.

Marius Petipa tanzte selbst in jungen Jahren den Albrecht, bei der Uraufführung hatte sein Bruder Lucien die Rolle verkörpert. Später war der große Choreograf für die Rezeption des Werks in Russland mitverantwortlich. So wie er eine Neudeutung schuf, taten das Jahre später auch Marcia Haydée, Arthur Mitchell, Mats Ek und zuletzt Alexei Ratmansky.

Theresa Steininger
Autor
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