Große Stimmen
Neben den international wichtigsten Orchestern und namhaftesten Solist*innen der Instrumentalkunst, bietet das 20. Grafenegg Festival auch Gesangsstars und Lieblingen der Opernszene mit Liedrezitals, konzertanten Aufführungen und speziellen Formaten eine Bühne.
Festivaleröffnung: Germán Olvera
Rudolf Buchbinder eröffnet das Jubiläumsfestival mit Musik seines Lebenskomponisten: Ludwig van Beethovens „Chorfantasie“ beginnt mit einem dramatischen Klaviersolo, das beim Festivalchef in besten Händen liegt. Das Philharmonia Orchestra unter Cristian Măcelaru tritt auf leisen Sohlen dazu, bevor der Wiener Singverein zart einsetzt und sich alle gemeinsam zum hymnischen Schluss steigern.
Zu den populärsten Werken des 20. Jahrhunderts zählen die „Carmina Burana“, die Lieder aus Benediktbeuern, eine außerordentlich üppig-weltliche Feier des mittelalterlichen Lebens, die Carl Orff 1935/36 in unmittelbar mitreißende, archaisch-monumentale Klänge gegossen hat. Die „Carmina“ halten dabei auch für die Solostimmen – Nikola Hillebrand, Germán Olvera und Nicholas Phan – sowie die Chöre großartige Aufgaben bereit. Ein Fest für Publikum und Mitwirkende.
Mit: Philharmonia Orchestra London, Cristian Măcelaru, Nikola Hillebrand, Germán Olvera, Nicholas Phan, Rudolf Buchbinder, Wiener Singverein, Wiener Chormädchen 14. August, 19:30 Uhr, Wolkenturm
Emiy – No Prisoner be: Joyce DiDonato
Im Mittelpunkt des ersten Nachmittagskonzerts im neuen Rudolf Buchbinder Saal steht die Lyrik von Emily Dickinson – einer der bedeutendsten Dichterinnen der Weltliteratur, deren Gedichte aber erst posthum 1890 veröffentlicht wurden. Komponist Kevin Puts, 2012 für seine Oper „Silent Night“ mit dem Pulitzer Prize of Music ausgezeichnet, hat aus ihrem Werk – in enger künstlerischer Zusammenarbeit mit der gefeierten Mezzosopranistin Joyce DiDonato und dem mehrfach ausgezeichneten Ensemble Time for Three – einen Liederzyklus geschaffen, der 24 Gedichte in Musik fasst. Jedes dieser Gedichte, so Joyce DiDonato, eröffne „einen eigenen Kosmos“. Bei der Uraufführung bei den Bregenzer Festspielen gefeiert, hat „Emily“ seitdem weltweit das Publikum begeistert. Die Grafenegg-Premiere verspricht ein außergewöhnliches musikalisches Ereignis, das sowohl intellektuell als auch sinnlich berührt. Kein gewöhnlicher Liederabend, sondern eine künstlerisch anspruchsvolle und tief bewegende Begegnung mit einer Dichterin, deren Werk über Zeit und Raum hinweg wirkt.
Mit: Time for Three , Joyce DiDonato, Andrew Staples 15. August, 15:30 Uhr, Rudolf Buchbinder Saal
Parsifal-Auszüge: Andreas Schager
Wagner am Wolkenturm. Nicht nur das Grafenegg Festival begeht 2026 sein 20-Jahre-Jubiläum, auch das Bayreuther Festspielhaus feiert heuer 150-jähriges Bestehen. Das einzige maßgeschneidert für Bayreuth entstandene Werk ist der im Juli 1882 uraufgeführte „Parsifal“.
Als zweites Gastspiel des Bayreuther Festspielorchesters nach 2024 dirigiert Pablo Heras-Casado Auszüge aus dem Bühnenweihfestspiel mit dem österreichischen Kammersänger Andreas Schager in der Titelpartie, Miina-Liisa Värelä als Kundry, Jordan Shanahan als Amfortas/Klingsor und Georg Zeppenfeld in der Rolle des Gurnemanz.
Auf dem Programm stehen: das Vorspiel zum ersten Aufzug, „Titurel, der fromme Held“, „Vom Bade kehrt der König heim“, „Wehvolles Erbe“, das Vorspiel zum zweiten Aufzug, „Dies alles hab ich nun geträumt?“, das Vorspiel zum dritten Aufzug, „Karfreitagszauber“ und das Finale des dritten Aufzugs.
Mit: Bayreuther Festspielorchester, Pablo Heras-Casado, Miina-Liisa Värelä, Andreas Schager, Jordan Shanahan, Georg Zeppenfeld, 28. August, 19:15 Uhr, Wolkenturm
Die tote Stadt: Camilla Nylund
Erich Wolfgang Korngolds Oper „Die tote Stadt“ erzählt die Geschichte von Paul, der um seine verstorbene Frau Marie trauert, sich in ihr Ebenbild Marietta verliebt und mit Vergangenheit und Zukunft ringt: Für Rudolf Buchbinder und zahllose Liebhaber des Genres zählt dieses Werk zu den Höhepunkten der Musikgeschichte. Die farbenprächtig instrumentierte Partitur und Evergreens wie das Duett „Glück, das mir verblieb“ und die Bariton-Arie „Mein Sehnen, mein Wähnen“ sorgen seit der Doppel-Uraufführung 1920 in Hamburg und Köln regelmäßig für Begeisterung. Unter der musikalischen Leitung von Axel Kober spielt das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich. Es singen: Eric Cutler (Paul), Camilla Nylund (Marietta/Die Erscheinung Mariens), Samuel Hasselhorn (Frank/Fritz) und Christa Mayer (Brigitta).
Mit: Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, Axel Kober, Eric Cutler, Camilla Nylund, Samuel Hasselhorn, Christa Mayer, 30. August, 19:15 Uhr, Wolkenturm